Michael Schumacher: Ein enttäuschendes Jahr für den Rekordmann
Die meisten Weltmeister-Titel (sieben), Grand Prix-Siege (91), Podiumsplätze (154), Führungskilometer (über 24.000), WM-Punkte (1.441 bis 2010), schnellsten Runden (76) und Pole Positions (68): In fast allen Kategorien befindet sich Michael Schumacher ganz vorn in der Bestenliste, ist also der erfolgreichste Formel 1-Fahrer aller Zeiten. Drei Jahre ist Schumi der erfolgreichste Formel 1-Rentner aller Zeiten, in der vergangenen Saison wagt er ein Comeback. In Mercedes-Silber statt in Ferrari-Rot gehüllt will Schumacher im zarten Alter von 41 Jahren sich selbst und der Formel 1-Gemeinde beweisen, dass er immer noch zu den Besten gehört. Schon in der Comeback-Saison soll der achte Titel her. Wie das Projekt ausgeht, dürfte bekannt sein: Eine bittere Saison endet auf WM-Rang neun - eine der wenigen Enttäuschungen in Schumis glorreicher Karriere.
Mit Hilfe von Mercedes und Willy Weber in die Formel 1
Den Grundstein für diese einmalige Laufbahn legt Schumacher vor der Haustür: Vater Rolf betreibt die Kartbahn in Schumis Heimatstadt Kerpen, auf der Klein Michael praktisch jede freie Minute verbringt. Nach ersten Erfolgen im Kartsport nimmt ihn der umtriebige Manager Willy Weber unter seine Fittiche. Schumacher geht den Weg über Formel König und Formel Ford in die deutsche Formel 3-Meisterschaft. Hier erringt er 1990 in seinem zweiten Jahr den Titel. Gleichzeitig genießt Schumacher die Förderung von Mercedes, pilotiert zusammen mit den beiden späteren Formel 1-Fahrern Karl Wendlinger und Heinz-Harald Frentzen den 900 PS starken Le Mans-Renner Sauber-Mercedes. 1991 folgen Einsätze in der DTM und der japanischen Formel 3000-Serie, bis sich die Chance in der Formel 1 ergibt.
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- Michael Schumachers Helmdesign stammt noch aus Ferrari-Zeiten. Da ein Kopfschutz in Signalfarbe immer etwas besser ist als ein unauffälliges Modell, hat Schumi die Gestaltung auch in Mercedes-Diensten beibehalten.
Spa-Francorchamps 1991: Schumi macht auf sich aufmerksam
Beim Rennen in Spa 1991 fällt im Jordan-Team Stammfahrer Bertrand Gachot aus, Teamchef Eddie Jordan sucht einen Ersatzfahrer. Mit viel Geld von Mercedes und noch mehr Überzeugungsarbeit von Willy Weber darf Schumacher 1991 in Belgien starten – und qualifiziert sich im unterlegenen Jordan sensationell auf Platz sieben. Das Rennen ist wegen eines technischen Defekts zwar schon nach 500 Metern zu Ende, doch Michael Schumacher hat eine eindrucksvolle Visitenkarte abgegeben. Schon ab dem folgenden Rennen steigt Schumacher beim ambitionierten Benetton-Team zum Stammfahrer auf.
Weltmeister 1994 und 1995 – Beginn der Titelsammlung
Es folgt die erste große Ära des Michael Schumacher. Mit Unterstützung des Erfolgsteams Flavio Briatore (Teamchef), Ross Brawn (Technischer Direktor) und Rory Byrne (Chefdesigner) gelingt Schumacher 1992 und 1993 je ein Grand Prix-Sieg im unterlegenen Benetton-Ford. Die Saison 1994, überschattet von den tödlichen Unfällen von Roland Ratzenberger und des legendären Ayrton Senna eine der schwärzesten der Formel 1-Geschichte, wird für Schumi zum Triumph: Mit einer zweifelhaften Aktion gegen seinen Konkurrenten Damon Hill im überlegenen Williams-Renault sichert er sich im letzten Saisonrennen in Adelaide den Fahrertitel. Im folgenden Jahr – nun mit Renault-Power im Benetton-Heck – verteidigt Schumacher seinen Titel souverän.
2000 bis 2004 – die goldene Ferrari-Ära
Dann sucht Schumacher eine neue Herausforderung – und findet sie bei Ferrari. Die Scuderia wartet seit 1979 auf den Fahrertitel und will mit aller Macht zurück an die Spitze. Auch wenn die Tifosi anfangs skeptisch sind, bringt Schumacher die Roten nach vorne, gewinnt schon 1996 drei Rennen – darunter der Husarenritt im Regen von Barcelona. 1997 und 1998 scheitert Schumacher im Titelkampf, 1999 muss er wegen seines schweren Unfalls in Silverstone lange verletzt aussetzen. Doch 2000 ist es endlich soweit: Der erste WM-Titel mit Ferrari ist in Sack und Tüten, vier weitere folgen. 2005 und 2006 scheitert Schumi an der Kombination aus Renault und Fernando Alonso. Es folgt der Rücktritt – nicht ganz freiwillig, wie im Fahrerlager gemunkelt wird.
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- Michael Schumacher befindet sich im zweiten Jahr seines auf drei Jahre angelegten Comebacks. 2011 sollen GP-Siege her, im nächsten Jahr möglichst der achte WM-Titel.
Schumi ist zurück – doch gelingt die Mission "achter WM-Titel?"
Schumi sucht nach wie vor den Kick auf der Rennstrecke – nun aber auf zwei Rädern. Auf leistungsstarken Superbikes tritt er in Meisterschaftsrennen an – nur zum Spaß, wie er stets betont. Wie schnell aus Spaß ernst werden kann, muss Michael Schumacher 2009 leidvoll erfahren: Er stürzt bei Testfahrten auf seinem Motorrad, verletzt sich schwer am Nacken. Daran scheitert letztlich das Comeback bei Ferrari. Die Scuderia möchte Schumi gerne als Ersatz für den beim Ungarn-GP schwer verletzten Felipe Massa reaktivieren. Obwohl daraus nichts wird, hat Schumi Blut geleckt. Als Ross Brawn Ende 2009 anklopft, um in für das neue Mercedes-Team anzuheuern, lässt Schumacher sogar seine geliebte Ferrari-Familie zurück. Und er meint es ernst mit dem Comeback, was nicht zuletzt der Vertrag bis Ende 2012 verdeutlicht. Dann wird Schumacher fast 44 Jahre alt und immer noch der erfolgreichste Formel 1-Rentner aller Zeiten sein. Aber mit wie vielen Titeln, das ist die Frage.

