Endlich präsentiert Brabus seine Interpretation des Mercedes SLS AMG. Und lässt seinen Kunden die Qual der Wahl: Ob laut oder leise, hart oder weich, schwarz oder weiß oder in welcher Farbe auch immer: In der Brabus-Variante lässt der Flügeltürer seinem Besitzer die freie Auswahl. (Thomas Harloff , 25.08.2010)
Ein Menü ganz nach Kundengeschmack
Das wird aber auch Zeit: Da ist der Mercedes SLS AMG schon fast ein halbes Jahr auf dem Markt, und Brabus zeigt erst jetzt seine Interpretation des Supersportlers. Aber was lange währt, wird endlich gut, sagt der Volksmund – und hat im Falle des Brabus SLS sicher recht damit. Ganz nach Art des Hauses würzt Brabus an den richtigen Stellen nach, ohne jedoch das ab Werk schon sehr schmackhafte SLS-Menü zu versalzen. Die genauen Zutaten kann sich der Kunde allerdings ganz nach seinem Geschmack zusammenstellen.
Das Bodykit – komplett aus Carbon
Dezentes und jederzeit stilvolles Auftreten ist das Gebot der Stunde. Das SLS-Gesicht liftet Brabus mit Frontspoiler und Cover-Elementen für die Lufteinlässe. Für die seitlichen Luftauslässe hat sich Brabus etwas Besonderes einfallen lassen. Betätigt man die Fernbedienung oder einen Türgriff, färben sich die integrierten Brabus-Schriftzüge blau. Von hinten gibt sich der Brabus SLS durch ein neues Heckschürzenelement samt Diffusor sowie einen Heckspoiler zu erkennen. Alle Komponenten fertigt Brabus aus Carbon, wobei der Veredler die Teile entweder unbehandelt lässt oder in Wagen- bzw. Kontrastfarbe lackiert.
Leichtbau, Sound und Power – der Auspuff
Während das Motortuning noch auf sich warten lässt, geht Brabus beim Thema Auspuff schon jetzt in die Vollen. Die Abgasanlage ist aus Titan gefertigt –damit zwölf Kilogramm leichter als das Serien-Pendant – und präsentiert vier schräg geschnittene 84-Millimeter-Endrohre. Angenehmer Nebeneffekt: Sie kitzelt zehn zusätzliche Pferdchen aus dem 6,2-Liter-V8, der somit nun 581 PS leistet. Auch hier haben sich die Brabus-Ingenieure einen Clou ausgedacht. Das pneumatisch gesteuerte Klappensystem, das sich vom Cockpit aus bedienen lässt, verfügt über eine „Coming Home“-Funktion. In dieser Konfiguration soll der Brabus SLS leiser sein als die Serienversion – den Nachbarn dürfte es gefallen. Sind die Klappen jedoch offen, packt er im Vergleich zum gewiss nicht leisen AMG-Auspuff noch das eine oder andere Dezibel drauf.
Härter oder weicher als die Serie
Auch das Fahrwerk lässt dem Fahrer die Qual der Wahl. Auf Knopfdruck geht der Brabus SLS nicht nur bis zu 40 Millimeter in die Knie, sondern verfügt auch über verschiedene Härtegrade. Je nach Gusto des Piloten kann das Fahrwerk komfortabler oder deutlich straffer als in der Serie abgestimmt werden. Die Kreuzspeichenräder mit der sperrigen Bezeichnung „Monoblock F Platinum Edition“ hat Brabus extra für den SLS entwickelt. Vorne kommen die Felgen im Format 9,5x20, hinten in 11x21 Zoll zum Einsatz. Die Reifen in den Größen 275/30 ZR 20 und 295/25 ZR 21 liefern entweder Pirelli und Yokohama.
So gut wie alles ist machbar
Zum Innenraum: Ein Tacho mit 400 km/h-Skalierung gibt einen Ausblick, was das Brabus-Motortuning möglich machen wird, sobald es fertig ist. Ein Sportlenkrad gehört ebenso zum Programm wie Edelstahl-Einstiegsleisten mit beleuchtetem Firmenlogo oder matt eloxierte Pedale. Was die sonstige Innenausstattung angeht, lässt Brabus seinen Kunden in Bezug auf Material und Farbe – wie sollte es auch anders sein – die Qual der Wahl.
Chefkoch Brabus hat mit seinem SLS AMG eine sicher wohlschmeckende Kreation gezaubert, die auf jeden Fall einen Michelin-Stern verdient hat – egal, welche Zutaten letztendlich verwendet werden.