Zwischen Titelgewinn und Mittelmaß
So hatten sie sich das nicht vorgestellt: Um die WM wollten sie kämpfen, zumindest GP-Siege einfahren und ihrem Star Michael Schumacher eine gelungene Comeback-Saison bescheren. Stattdessen lief das Mercedes GP-Petronas-Team Gefahr, ins graue Mittelfeld abzurutschen. Am Ende stehen die WM-Ränge vier (Konstrukteurswertung), sieben (Nico Rosberg) und neun (Schumacher) für die Silbernen zu Buche. Eine Bilanz, die mit Fug und Recht als Absturz bewertet werden kann, schließlich handelt es sich beim Mercedes-Team um die Weltmeister-Truppe von Ross Brawn, die 2009 noch beide Titel gewonnen hat. Doch jetzt glaubt man in Brackley und Stuttgart-Untertürkheim, die Kehrtwende geschafft zu haben. Das wäre dringend nötig, schließlich will die Mannschaft an die alten, glanzvollen Zeiten des Sterns im Grand Prix-Sport anknüpfen.
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- Ab 1995 beliefert Mercedes das McLaren-Team (im Bild Mark Blundell) mit Motoren. Die britisch-deutsche Motorsport-Ehe hält bis heute.
Die Silberpfeile: Erfolgreich vor und nach dem Krieg
Der Stern der Silberpfeile geht Mitte der Dreißiger Jahre auf. Vor dem Zweiten Weltkrieg beherrschen die silbernen Boliden von Mercedes die Grand Prix-Szene, die einzigen Gegner sind die ebenfalls silberfarbenen Renner der Auto Union. Fahrer-Legenden wie Manfred von Brauchitsch, Rudolf Caracciola und Hermann Lang sind seit dieser Zeit auf ewig mit der Marke verbunden. Genau wie ihre Nachfolger aus der Nachkriegs-Zeit: Juan Manuel Fangio, Karl Kling und Stirling Moss – klangvolle Namen, die Mitte der Fünfziger Jahre für eine weitere erfolgreiche Mercedes-Ära in der Formel 1-sorgen. Fangio gewinnt zwei Weltmeister-Titel 1954 und 1955.
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- So hatten sie sich das nicht vorgestellt: Um die WM wollten sie kämpfen oder zumindest GP-Siege einfahren. Stattdessen lief das Mercedes GP-Petronas-Team Gefahr, ins graue Mittelfeld abzurutschen.
Die McLaren-Ära mit Häkkinen und Coulthard
1994 kehrt Mercedes in die Formel 1 zurück. Zuerst für ein Jahr als Motorenlieferant für das Sauber-Team, bevor die Schwaben 1995 zu McLaren wechseln. 1997 trägt die Zusammenarbeit erste Früchte, David Coulthard und Mika Häkkinen gewinnen zusammen drei Rennen. Die Saison 1998 wird zum totalen Triumph, Fahrer- (Häkkinen) und Konstrukteurs-WM gehen an McLaren Mercedes. Mika Häkkinen kann seinen Titel 1999 sogar verteidigen. Dann müssen die Silbernen lange auf eine weitere Weltmeisterschaft warten – erst Lewis Hamilton erlöst McLaren-Mercedes 2008 mit dem Fahrertitel.
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- Mercedes GP-Petronas geht mit einem unveränderten Team in die neue Formel 1-Saison. Ross Brawn (M.) bleibt Teamchef, hinter dem Lenkrad sitzen Michael Schumacher (l.) und Nico Rosberg.
Mercedes GP-Petronas: Neustart nach der Zweckehe
Nach der 15-jährigen Ehe mit McLaren, die kurz vor der Scheidung eher eine Zweckgemeinschaft als die große Liebe war, wagt Mercedes 2010 den Neuanfang und tritt wieder als Werksteam an. Bevor die wahren Silberpfeile zurückkehren, übernimmt Mercedes den Weltmeister-Rennstall von Ross Brawn, der als Teamchef des neuen Mercedes GP-Petronas-Teams an der Boxenmauer steht. In den Cockpits setzen die Schwaben weiterhin auf Nico Rosberg und Michael Schumacher. Eine durchaus erfolgversprechende Kombination, die zusammen mit einem stark verbesserten Auto 2011 endlich die angestrebten GP-Siege einbringen sollte.

