Mit seiner Roadster-Baureihe scheint BMW genau den Nerv der Kundschaft getroffen zu haben. Sowohl die R 1150 R als auch die kleine Schwester R 850 R haben sich mit zusammen mehr als 60.000 verkauften Einheiten seit 2001 als wahre Bestseller entpuppt. Dabei ist das Erfolgsrezept recht simpel: Klassisches Design gepaart mit guten Allround- und Toureneigenschaften plus ordentlich Power, die - BMW-typisch - ein Boxermotor bereitstellt. Kein Wunder also, dass BMW auch bei der neuen R 1200 R nicht am Grundkonzept rüttelt. Das heißt aber nicht, dass sie nichts Neues zu bieten hat. Ganz im Gegenteil: Auch beim neuen Roadster führen die Münchner, die all ihre Motorräder in Berlin bauen, einige technische Innovationen ein.
Innovation – ein Begriff, der auf das Design sicher nicht zutrifft. Die einen nennen es zeitlos-klassisch, die anderen langweilig. Dabei zeigt sich die preußische Bayerin durchaus gegensätzlich: Wirkt die Front mit ihrem dominanten Rundscheinwerfer noch eher wuchtig, präsentiert sich das Heck ziemlich schlank. Da der seitliche Kühler nun entfällt, ist der Tankbereich im Vergleich zur Vorgängerin deutlich schmaler ausgefallen. In der Seitenansicht gewährt die R 1200 R tiefe Einblicke in die Technik, die sich unter dem Rahmen verbirgt. Dabei besonders dominant: Der charakteristisch sehr ausladende Boxermotor. Drei Farbvarianten stehen zur Wahl: Kristall- und Granitgrau-Metallic sowie Nachtschwarz uni (auf Wunsch mit weißen Linien).Als Antrieb kommt der aktuelle 1200er Boxermotor zum Einsatz, der bereits die R 1200 RT befeuert. 109 PS bedeuten im Vergleich zur Vorgängerin einen Zuwachs von satten 28 Prozent. Das maximale Drehmoment wächst um 17 Prozent auf 115 Newtonmeter bei 6.000 Umdrehungen. Weitere Neuerung des luftgekühlten Zweizylinders: Beim neuen Roadster sitzt der Ölkühler nun hinter der Radführung.Die Fahrleistungen: BMW gibt einen Beschleunigungswert von 0 auf 100 km/h in 3,6 Sekunden an. Der Topspeed soll über 200 km/h, der Verbrauch bei durchschnittlich 4,1 bis 5,5 Litern, liegen. Sein maximales Leistungspotential entfaltet der Motor mit Super plus Kraftstoff. Sparsame Zeitgenossen können aber auch problemlos auf Super-Kraftstoff umsteigen.Während beim Triebwerk eher Evolution angesagt ist, wagt sich BMW in Sachen Sicherheit an die Revolution. Gegen Aufpreis bieten die Münchner auch für die R 1200 R das vollkommen neu entwickelte Integral-ABS (1.050 Euro) sowie die neue automatische Stabilitätskontrolle ASC (275 Euro) an. Während das ABS ein Blockieren des Vorderrades beim starken Bremsen verhindert, greift ASC im Fall des Falles direkt in die Motorelektronik ein. Erkennen die ABS-Sensoren große Unterschiede zwischen den Drehgeschwindigkeiten der beiden Räder, zum Beispiel bei einem durchdrehenden Hinterrad, greift ASC in den Zündwinkel ein und nimmt damit Leistung zurück. So haben auch ungeübte Fahrer die Chance, das Motorrad in einer heiklen Situation zu stabilisieren und einen Sturz zu vermeiden. In Zukunft soll auch ein Reifendruck-Kontrollsystem zum Einsatz kommen.Der Grundpreis für die neue R 1200 R im „nackten“ Zustand beträgt 11.200 Euro. Die Liste des Sonderzubehörs ist BMW-typisch relativ lang. Neben den bereits erwähnten Sicherheits-Features sind weitere technische Extras wie die elektronische Fahrwerkseinstellung ESA, ein Bordcomputer und eine Diebstahl-Warnanlage erhältlich. Für eine individuellere Optik bietet BMW neben weißen Blinkern eine verchromte Auspuffanlage an, während Kofferhalter und heizbare Handgriffe Praxisnutzen und Komfort erhöhen.

