2011er Ford Mustang Shelby GT500

Mehr Ponys für den Mustang

Fords Ober-Krawallmacher, der Mustang Shelby GT500, wird auf Diät gesetzt und bekommt endlich Performance und Fahrdynamik, die der Legende würdig sind. ( , 01.06.2010)

Der Hengst ist zu fett

Egal wie gut der Shelby GT500 immer auf dem Papier aussah, auf der Straße konnte er das Versprechen nicht einlösen. Ein Grund dafür ist freilich die Starrachse hinten, die schon vor Jahrzenten so gut wie jeder andere Autobauer in die Tonne getreten hat. Es ist einfach verdammt schwer, dem Auto ohne Einzelradaufhängung ein optimales Fahrverhalten und Handling anzuerziehen. Aber was soll‘s, so ist es nun einmal beim guten alten Mustang. Und seien wir ehrlich, die bockige Starrachse macht doch auch irgendwo den Charme des Pony-Cars aus.

Viel wichtiger ist wahrscheinlich, dass der alte Kompressor-V8 viel zu schwer war. Und das bei einem Auto, das eh schon ziemlich frontlastig ist. Die Shelbys der Modelljahre 2007 bis 2010 wiegen fast 150 Kilo mehr als ein vergleichbarer Mustang GT. Und fast alle Extra-Pfunde liegen auf der Vorderachse. Die Folge: Starke Untersteuerneigung und massiver Bremsenverschleiß.

2011 Mustang Shelby GT500_seite
Dank 550 PS fliegt der neue Shelby in 4,1 Sekunden von 0 auf 100. 18 Zoll vorne und 19 Zoll hinten sind Serie. Mit dem SVT Performance Pack vergößern sich die Felgen jeweils um ein Zoll.

Ein neuer Motor soll‘s richten

Vor ungefähr einem Jahr sickerte durch, dass man sich bei Ford dem aufmüpfigen Verhalten des GT500 annehmen würde. „Ein leichterer Motor“, hieß es hinter vorgehaltener Hand. Auf der Chicago Auto Show im Februar präsentierte man dann stolz den Shelby GT500 Jahrgang 2011 mitsamt einem neuen 5.4-Liter Aluminium-V8 unter der Haube, dem von einem Roots-Kompressor ordentlich Dampf gemacht wird. Die neue Maschine leistet mit 550 PS jetzt zehn PS mehr als die Alte. Das maximale Drehmoment von 690 Nm liegt jetzt schon bei 4.250 Touren an. Viel entscheidender ist aber, der neue Motor hat gegenüber dem alten Stahlblock fast 50 Kilo abgespeckt. Eine reife Leistung.

2011 Mustang Shelby GT500_motor
Der neue 5.4-Liter V8 hat einen Aluminium-Block und wird von einem Roots-Kompressor auf Trab gehalten. Im Vergleich zum Vorgänger wiegt die Maschine fast 50 Kilo weniger.

Der Rest ist sanfte Evolution

Allzu viel hat sich ansonsten von 2010 auf 2011 nicht geändert. Der GT500 fährt jetzt mit elektrisch unterstützter Lenkung und aufgrund des geringeren Gewichts wurden die Federraten verändert. Optisch bleibt alles beim Alten, was soll man auch besser machen?

2011 Mustang Shelby GT500_fahrwerk
Beim SVT Performance Pack sorgen härtere Federn und Dämpfer(nur beim Performance Pack in rot) für ein noch agileres Fahrverhalten.

Neu hingegen ist das SVT Performance Package. Es beinhaltet leichtere Felgen in 19 Zoll vorne und 20 Zoll hinten mit Goodyear Eagle F1 G:2 Performance-Reifen. Außerdem kommen härtere Dämpfer und Federn zum Einsatz, die den Mustang minimal tiefer legen. Eine kürzere Getriebeübersetzung schließt das definitiv empfehlenswerte Performance Pack ab.

2011 Mustang Shelby GT500_fahrwerk
Beim SVT Performance Pack sorgen härtere Federn und Dämpfer(nur beim Performance Pack in rot) für ein noch agileres Fahrverhalten.

Endlich so wie es sein soll

Die Kombination aus Gewichtsreduzierung, mehr Power, einem überarbeiteten Fahrwerk und besseren Reifen sorgt beim Shelby für die Fahrdynamik, die man sich immer gewünscht hat. Die 100er Marke reißt der wilde Hengst jetzt in 4,1 Sekunden ein, die Viertelmeile hat er in 12,4 Sekunden durchbrochen.

2011 Mustang Shelby GT500_seite
Dank 550 PS fliegt der neue Shelby in 4,1 Sekunden von 0 auf 100. 18 Zoll vorne und 19 Zoll hinten sind Serie. Mit dem SVT Performance Pack vergößern sich die Felgen jeweils um ein Zoll.

Auf der Straße wirkt der Motor sehr stimmig, mit einem fantastischen Klang. Die Kraft entfaltet sich sehr linear und das manuelle Sechs-Gang-Getriebe schaltet sauber und mit kurzen Wegen. Die Lenkung ist schön direkt, aber etwas zu leichtgängig. Dennoch ist der 2011er Shelby der Erste aus der Riege, der ein wirklich tolles Handling mitbringt. Er lenkt zackig ein, bleibt lange neutral und wenn man es zum Beispiel auf nasser Fahrbahn etwas übertreibt, kommt das Heck sehr kontrolliert.

Bei hohen Geschwindigkeiten bleibt das hintere Ende sehr stabil und trotz der Starrachse ist der überarbeitete GT500 durchaus komfortabel. Auch von kurzen Stößen läßt er sich nicht aus der Ruhe bringen.

In den USA startet der 2011er Mustang Shelby GT500 bei 49.495 Dollar. Vollausgestattet kommt er auf 57.700 Dollar. Für deutsche Verhältnisse ein Schnäppchen. Der Blick über den großen Teich wird immer verlockender.

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