Aufsehenerregendes Unikat
An ihm kommt definitiv keiner vorbei. Gigantische Ausmaße und ausladende Formen – wer könnte ihn übersehen? Er ähnelt mehr dem Batmobil als einem handelsüblichen Maybach. Der Exelero ist ein Konzeptfahrzeug und ein absolutes Einzelstück.Viele Gerüchte ranken sich um seinen Verbleib. Diese Studie steht nicht im Mercedes- oder im Maybach-Museum, sondern in einer Halle in Pleidelsheim bei Ludwigsburg. Der aufsehenerregende Luxusgleiter hat eine bewegte Geschichte hinter sich, seine Zukunft ist dagegen noch offen. In welche Richtung die Zeichen zeigen, erfahrt ihr jetzt.
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- Auf einem Maybach 57 S basierend entsteht der Exelero - ein Sportcoupé mit gigantischen Ausmaßen: 5,89 Meter lang, 2,14 Meter breit und 2,8 Tonnen schwer.
Ein Auto für den Reifen
Doch erst einmal auf Anfang! Denn alles beginnt mit einem guten Stück Kautschuk. Schwarz, breit, stark – das sind die Attribute des Fulda Reifens „CaratExelero“. Um zu demonstrieren, was dieser Reifen außer Gummi noch drauf hat, entschließt sich Fulda, ein ganzes Auto um diesen herum zu bauen. Groß, schwer und vor allem schnell muss es sein, um die Belastungen zu simulieren, denen der Reifen standhält. Diese Vorgehensweise ist Fulda nicht neu. Bereits 1938 bauen die Hessen ein Stromlinienfahrzeug auf Basis eines Maybach SW 38. Dieses besitzt einen heute noch konkurrenzfähigen cW-Wert von 0,26 und erreicht so über 200 Stundenkilometer. Was einmal klappt, kann man auch wiederholen, dachte sich Fulda und beschließt, die Kooperation mit Maybach wieder aufzunehmen. Auf einem Maybach 57 S basierend entsteht der Exelero - ein Sportcoupé mit gigantischen Ausmaßen: 5,89 Meter lang, 2,14 Meter breit und 2,8 Tonnen schwer.
Mission erfüllt
Genau richtig, um zu zeigen, was der Fulda Carat Exelero kann. Das Design stammt von vier Studenten des Studiengangs Transportation Design der Hochschule Pforzheim. Der Antriebsstrang baut auf dem 5,9 Liter großen Zwölfzylinder mit 700 PS auf, eine abgewandelte Version des 65er AMG-Motors, der unter anderem im Maybach 57 S oder im Mercedes SL 65 AMG zum Einsatz kommt. Den Aufbau übernimmt der Turiner Prototypenbauer Stola.2005 stellen Fulda und Maybach den Exelero der Weltöffentlichkeit vor und er schlägt ein wie eine Bombe. Der Medienhype erreicht seinen Höhepunkt, als Rennfahrer Klaus Ludwig auf dem Rundkurs in Nardo einen Geschwindigkeitsrekord von 351,45 km/h aufstellt. Natürlich auf dem Fulda CaratExelero der Dimension 315/25 ZR 23. Der hessische Pneu-Produzent ist zufrieden, denn das gigantische Sportcoupé erfüllt seinen Zweck als hervorragender Werbeträger für den Fulda-Reifen – es ist wie der Reifen selbst: schwarz, breit und stark.
Wege zur Serie
Nach dem riesigen Interesse der Öffentlichkeit wollte niemand so richtig glauben, dass der Exelero wie so viele Concept Cars einfach in der Versenkung verschwindet. Stola, der Prototypenbauer aus Turin, der den Exelero bereits zusammengebaut hatte, stellt 2007 das Phalcon Coupé vor. Diese Weiterentwicklung der Studie ist für eine Kleinserie unter der Regie von Brabus und Pirelli angedacht. Doch daraus wird genauso wenig wie die Version des Luxus-Autoverkäufers Lamborghini Genève. Über das Verkaufsportal Jameslist bietet dieser 2010 die Replika einer Exelero-Karosse auf einer Dodge Viper an. Währenddessen wandert das Objekt der Begierde von einer Ausstellung zur nächsten. 2011 wird in den Medien bekannt, dass der US-Rapper Birdman den Exelero für acht Millionen Dollar gekauft hat. Doch das entspricht alles nicht der Wahrheit, denn der Exelero befindet sich in deutschen Gefilden, genauer gesagt in Pleidelsheim bei Ludwigsburg.
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- Frank Rickert, Inhaber von Mechatronik und nun auch stolzer Besitzer des Maybach Exelero, möchte diesen gern in einer Kleinserie auflegen. Die Realisierung dieses Vorhabens hängt allerdings vom Kooperationswillen von Mercedes/Maybach ab.
Neuer Besitzer
Nicht schlecht haben wir gestaunt, als bei unserem ersten Mechatronik-Besuch Inhaber Frank Rickert uns plötzlich den Exelero zeigt. Alle Medieninformationen waren falsch, denn der Exeleroist im Privatbesitz des Mercedes-Spezialisten, der Verkauf an den US-Rapper war nur eine Ente. Offensichtlich befindet sich der Wagen in guten Händen, denn für Frank Rickert und sein Team ist der Handel, die Restaurierung sowie die Implementierung moderner Technik in klassische Mercedes-Benz-Oldtimer nicht nur Geschäft, sondern auch Leidenschaft. Abgesehen von der Marke mag das Konzeptfahrzeug dennoch nicht so ganz in das Mechatronik-Tagesgeschäft passen. Frank Rickert aber hat für das Einzelstück besondere Pläne: Sein Traum ist es, den Exelero in einer Kleinserie aufzulegen.
Maybach-Mechatronik-Kooperation
Eine begrenzte Stückzahl von etwa 25 Fahrzeugen ist für den Mercedes-Spezialisten laut eigener Aussage problemlos abzusetzen. In Sammlerkreisen sei der Maybach mehr als begehrt. Ohnehin verfügt Rickert mit dem Mechatronik-Kundenstamm international über zahlungskräftige Käufer. Für diese wäre der Exelero, genau wie für Rickert selbst, wohl ein reines Prestigeobjekt. Jedoch will der Mechatronik-Chef keine Kopie des Exelero mit Mechatronik-Logo bauen. Er ist der Überzeugung, dass der Exelero ein Maybach bleiben muss. So hängt die Verwirklichung dieses Projektes von der Zusammenarbeit mit Mercedes und nicht zuletzt von der Zukunft der Marke Maybach ab. Diese befindet sich Mitte des Jahres noch in einer handfesten Krise. Nur neue Modelle auf einer völlig neuen Plattform können die Verkaufszahlen ankurbeln und so auch den Fortbestand der Marke sichern. Eine Serienversion des Exelero könnte für das nötige Kaufinteresse sorgen. Da Mercedes jedoch vor kurzem bekannt gab, dass die Marke Maybach ihrem Ende entgegen blickt, ist die Zukunft des Exelero wieder völlig offen.

