Nur die Nachbarn haben etwas zu feiern
Nach einer enttäuschenden Saison 2009 ist McLaren-Mercedes im vergangenen Jahr wieder ins Formel 1-Establishment zurückgekehrt. Die englische Traditionstruppe kann immerhin fünf Saisonsiege verbuchen, zu einem Titel reicht es allerdings nicht. Die beiden britischen Ex-Weltmeister Lewis Hamilton und Jenson Button versuchen zwar alles, und der Saisonstart verläuft vielversprechend, aber ab Saisonmitte geht fast gar nichts mehr. Den Vizetitel in der Konstrukteurs-WM können die Mannen um Teamchef Martin Whitmarsh zwar ins Ziel retten, aber letztlich muss man den Jungs in der benachbarten Red Bull-Box beim Feiern zuschauen. Keine einfache Situation für das traditionell erfolgsverwöhnte McLaren-Team.
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- Schon in den 80er Jahren hat McLaren mit deutscher Power WM-Titel eingeheimst: Porsche lieferte seinerzeit die Turbomotoren für Niki Lauda (Foto) und Alain Prost.
Erste Erfolge in den 70ern, James Hunt ist der Star
Die Geschichte des Traditionsteams McLaren beginnt 1965. Der neuseeländische Rennfahrer Bruce McLaren gründet seinen eigenen Rennstall, der beim Monaco-GP 1966 erstmals an einem Formel 1-Rennen teilnimmt. Die ersten großen Erfolge seines Teams, die Fahrer- und Konstrukteurs-WM 1974 (mit Emerson Fittipaldi am Steuer) und den Fahrertitel 1976 mit James Hunt erlebt Bruce McLaren leider nicht mehr mit: Er stirbt 1970 bei einem Rennen der CanAm-Serie.
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- Bei McLaren-Honda wurde Ayrton Senna zur Formel 1-Legende. Mit den Rot-Weißen gewann der Brasilianer alle seine drei WM-Titel (1988, 1990 und 1991).
Lauda, Prost, Senna: Die goldenen 80er
Anfang der Achtziger Jahre kauft sich Ron Dennis in den inzwischen erfolglosen Rennstall ein und verlegt den Firmensitz ins englische Woking. Es ist der Startschuss für eine goldene Ära. Mit Turbo-Power von Porsche und den Fahrer-Legenden Niki Lauda und Alain Prost gewinnt McLaren die Fahrertitel von 1984 bis 1986, zudem 1984 und 1985 die Herstellertitel. 1987 steigt McLaren auf Honda-Motoren um, trotzdem bleibt dem Team der Erfolg treu. Von 1988 bis 1991 gewinnt McLaren alle Titel, vereint dabei zeitweise die beiden Erzfeinde Ayrton Senna und Alain Prost in den Cockpits. Nach einer Durststrecke in den Neunziger Jahren trägt die Zusammenarbeit mit Mercedes vor der Jahrtausendwende Früchte: Neben dem Konstrukteurs-Titel 1998 wird Mika Häkkinen Fahrer-Champion; ein Jahr später gelingt dem Finnen die Titelverteidigung. Den letzten großen Erfolg feiert McLaren 2008, als Lewis Hamilton die Fahrer-WM gewinnt.
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- Die britische Nationalmannschaft 2011 präsentiert sich in Berlin: Teamchef Martin Whitmarsh (M.) geht unverändert mit dem Fahrerduo Lewis Hamilton (l.) und Jenson Button ins Rennen.
McLaren-Mercedes: Neue Ära als Kundenteam
Im Winter 2009/10 muss McLaren einen Umbruch verkraften: Nach 15 Jahren müssen die Briten den Status des Mercedes-Werksteams abtreten. Die Schwaben bleiben aber als Motorenlieferant an Bord. McLaren ist nun wieder unabhängig, kann konsequent seine unter dem ehemaligen Teamchef Ron Dennis eingeschlagenen Weg weiterverfolgen: Wie sein Nachfolger Martin Whitmarsh war Dennis ein absoluter Disziplinfanatiker, hat alles dem sportlichen Erfolg untergeordnet. Zu Recht, denn nach Ferrari ist McLaren das zweiterfolgreichste Team der Formel 1-Geschichte. Daran wird sich so schnell nichts ändern, auch wenn die Truppe nicht mehr zum engsten Favoritenkreis gehört. Den ersten Vorsaison-Test haben die Briten ganz ausgelassen, danach hat sich der neue MP4-26 weder besonders schnell noch zuverlässig präsentiert. Es sieht danach aus, als hätte McLaren heimlich, still und leise den Rückwärtsgang eingelegt.

