Neu kaufen oder aufrüsten?
150.000 Euro. Dafür kann man sich einen wahrlich ernstzunehmenden Sportwagen kaufen. Einen Porsche 911 Turbo zum Beispiel. Oder einen Audi R8 mit V10-Motor. Von einer Corvette ZR1 ganz zu schweigen. Für 150.000 Euro kann man sein Auto aber auch zum ernstzunehmenden Sportwagen umbauen lassen. Zumindest dann, wenn man Besitzer eines Mercedes SLR McLaren ist. Denn für seine besten Kunden bietet die englische Renn- und Sportwagenschmiede, die vor allem aus der Formel 1 bekannt ist, nun eine Möglichkeit an, den SLR so nachzuschärfen, dass er den Namenszusatz „McLaren“ auch wirklich verdient. Ergebnis der knapp 150.000 Euro teuren Detailarbeit ist der McLaren Edition SLR.
-
- Alles in allem erreicht McLaren beim Mercedes SLR 50 Kilo Gewichtsersparnis - bei einem 1,8-Tonner nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Zu viel Mercedes, zu wenig McLaren
Hintergrund: Die Fahrdynamik-Fetischisten aus Woking waren mit dem im eigenen Werk montierten und mit Affalterbacher Antriebstechnik ausgerüsteten SLR nie wirklich glücklich. Zu schwer, zu indirekt, zu weich, so der Vorwurf an das Supercar mit Stern am Bug. Oder kurz: Im SLR steckt zu viel Mercedes und zu wenig McLaren. Doch genau das ändert sich jetzt für 25 Besitzer des Star Fighters, die bereit sind, knapp 125.000 Euro netto – mit britischer Mehrwertsteuer gar 150.000 Euro – an die „Owner Exclusive“-Abteilung von McLaren zu überweisen.
-
- McLaren glättet den Unterboden des Mercedes SLR und verpasst dem Supersportler einen größeren Heckdiffusor. Das Ziel: Mehr Abtrieb bei windschlüpfrigerem Design.
Wie Reiner Calmund auf Diät
Damit der SLR nun auch auf der Rennstrecke seine Daseinsberechtigung hat, strafft McLaren hier, verbessert da und optimiert dort ein wenig. Aerodynamisch hilft die hauseigene Tuning-Abteilung mit neuen Leichtbau-Stoßstangen für Front und Heck nach. Zudem glättet sie den Unterboden und verpasst dem Supersportler einen größeren Heckdiffusor. Doch der McLaren Edition SLR soll nicht nur mehr Abtrieb generieren und windschlüpfriger sein, sondern auch mehr kühlende Luft an die Stellen leiten, die es nötig haben. Deshalb kommen neue Luftein- und -auslässe zum Einsatz. Das alles sorgt nicht nur für einen gesunden Temperaturhaushalt, sondern setzt den Reiner Calmund unter den Supersportlern auch auf Diät. 50 Kilo Gewichtsersparnis sind bei einem 1,8-Tonner jedoch nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Dürfen es ein paar Dezibel mehr sein?
Doch mit mehr Abtrieb, weniger Gewicht und besserer Frischluftversorgung ist es noch lange nicht getan. McLaren macht sich die Mühe und verpasst dem SLR ein Handling-Paket, das nicht nur ein neues Fahrwerk, sondern auch eine aufwändig modifizierte Lenkung beinhaltet. Der mit Keramik ummantelte Sportauspuff schraubt nicht nur das Gewicht noch weiter nach unten, sondern packt zum ab Werk schon imposanten SLR-Sound noch ein paar Dezibel drauf. Eine Neulackierung und diverse Embleme im Innenraum wie an der Außenhaut runden das Werkstuning ab.
-
- Aerodynamisch hilft McLaren dem Mercedes SLR mit neuen Leichtbau-Stoßstangen für Front und Heck nach.
Motortuning? Nicht bei McLaren!
Egal ob Coupé oder Roadster, Normalversion oder 722-Edition: Besitzer eines jeden der knapp 1.500 gebauten SLR-Modelle können ihr Schmuckstück mit dem Edition-Paket ausrüsten lassen. Sie müssen jedoch zu den 25 ersten Interessenten gehören - das Tuning ist streng limitiert -, die besagten 150.000 Euro übrig haben und dürfen nicht erwarten, dass ihr SLR dann auch mehr Leistung hat. Wer auch den je nach Version 626 oder 650 PS starken 5,5-Liter-V8-Kompressor auf Vordermann bringen lassen will, muss zusätzlich den Weg zu Brabus, Edo Competition, Hamann und Co. antreten und weiteres Geld investieren. Aber die Kohle gibt das Budget dann sicher auch noch her.

