Weltpremiere Pariser Autosalon

Mastretta MXT: Die schnellste Maus von Mexiko

Weltneuheit in Paris: Kleinserienhersteller Mastretta stellt auf dem Pariser Autosalon seinen Mittelmotor-Sportler MXT vor. ( , 20.09.2010)

Mexikanische Autoindustrie

Mastretta habt ihr noch nie gehört? Kein Wunder! Denn die mexikanische Automobilindustrie kann man getrost als nicht existent beschreiben. Der Kleinserienhersteller Mastretta wird diese Tatsache sicher auch nicht grundlegend ändern können, aber immerhin machen sie die internationale Autobranche auf ihren neuen MXT aufmerksam. Mastretta ist eine Marke der Firma Tecnoidea, die neben Bussen und Straßenmöbelnauch Kit Cars herstellt.

Mastretta MXT
Die Zutaten für einen Sportwagen sind alle vorhanden: zwei Liter Vierzylinder mit Turboaufladung als Mittelmotor eingebaut - so schafft er die fast perfekte Gewichtsverteilung von 44 zu 56 Prozent -, 250 PS, Heckantrieb und 930 kg Gewicht.

Waschechter Sportwagen

Echter Glanz soll nun aber mit dem MXT in die Hütte kommen.Von 1998 bis 2007 fertigt Mastretta die Modelle MXA, MXB und MXE. Alle basieren auf dem VW Polo-Chassis. Seit 2008 entwickeln die Mexikaner den MXT. Er ist eine komplette Neuentwicklung. Im Gegensatz zu dem kleinen Coupé auf Polo-Basis handelt es sich hier um einen waschechten Sportwagen. Die Zutaten sind alle vorhanden: zwei Liter Vierzylinder mit Turboaufladung als Mittelmotor eingebaut - so schafft er die fast perfekte Gewichtsverteilung von 44 zu 56 Prozent-, 250 PS, Heckantrieb und 930 kg Gewicht. Möglich wird das durch den Einsatz von Leichtbau-Materialien aus Luftfahrt und Motorsport. Das Chassis besteht aus einem Kohlefaser-Semi-Monocoque gestärkt durch Plastik- und Aluminiumträger. Den Fahrer schützt zusätzlich ein Überrollkäfig. Der Ford-Aluminium-Motor ist in einem Stahlgerüst aufgehängt. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht das Fahrerlebnis. Und das sollte bei einer Beschleunigung von 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und Kräften von 1,1 G, die beim Bremsen und in der Kurve auf den Fahrer einwirken, durchaus gewährleistet sein. Topspeed ist 230 km/h. Der MXT ist schließlich ein Kurvenjäger und kein Autobahnraser.

Mastretta MXT
Im Moment visieren die Mexikaner den Verkaufsstart für das Frühjahr 2011 an. Der kleine Mittelmotor-Flitzer wird dann zu Preisen zwischen 36.000 und 44.000 Euro zu erwerben sein.

Die Form folgt der Funktion

Form followsfunction - der einzige Ansatz wenn man einen richtigen Sportwagen bauen will. Niedrige Höhe, kurze Überhänge, zwei Sitze und Mittelmotor sind die Vorgaben. Den Rest diktiert die Aerodynamik. Die niedrige Schnauze, die strömungsgünstige Karosserie bis hin zum Heckspoiler kanalisieren nicht nur perfekt den Luftstrom, sondern sorgen auch für den optimalen Anpressdruck auf die Straße. Optisch dominieren die doppelten Rundscheinwerfer, die sich über einen Lufteinlass in den Frontspoiler hinunter ziehen. Im kompakten Steilheck ist ein großes mittiges Endrohr eingelassen.

Mastretta MXT
Der Innenraum ist gänzlich auf Leichtbau ausgelegt. Auch wenn feine Materialien wie Wildleder das Interieur zieren, wirkt alles sehr spartanisch. Aber irgendwie muss man ja schließlich auf die 930 kg kommen! Trotzdem reicht es noch für ein Multimedia System mit GPS, iPod- und Bluetooth-Anschluss.

Ein Sportwagen für jeden Tag

DerMastretta MXT ist aber kein reiner Rennwagen. Fast genauso sehr wie Sportlichkeit betont Mastretta die Robustheit und Alltagstauglichkeit des Wagens. Langstreckenfahrten auf der Autobahn sollen daher genauso angenehm sein wie Stopand Go-Trips durch die Stadt. Der Innenraum ist dem Wagen mit einer Länge von 3,90 m entsprechend eng und klein. Der Einstieg in die sportlich tief liegenden Sitze dürfte besonders groß Gewachsenen nicht ganz leicht fallen. Jedoch werben die Gründer Daniel und Carlos Mastretta mit dem größten Innenraum ihrer Klasse. Bei Konkurrenten wie der Lotus Elise, dem Toyota MR2 oder dem Opel Speedster ist das auch gut vorstellbar. Der Innenraum ist gänzlich auf Leichtbau ausgelegt. Auch wenn feine Materialien wie Wildleder das Interieur zieren, wirkt alles sehr spartanisch. Aber irgendwie muss man ja schließlich auf die 930 kg kommen! Trotzdem reicht es noch für ein Multimedia System mit GPS, iPod- und Bluetooth-Anschluss. In dem kleinen Kofferraum hinter dem Motor dürfte geradeso eine Kiste Wasser zu verstauen sein - für den Einsatzzweck des Fahrzeugs absolut ausreichend.

Mastretta MXT
Die niedrige Schnauze, die strömungsgünstige Karosserie bis hin zum Heckspoiler kanalisieren nicht nur perfekt den Luftstrom, sondern sorgen auch für den optimalen Anpressdruck auf die Straße.

Kann ich einen kaufen?

In einer Zeit in der das Wettrüsten von 1000 PS-Maschinen kleinen hässlichen Umweltstudien gegenübersteht, hat ein kompakter Sportwagen wie der MXT, der die alten Lotus-Tugenden verkörpert, etwas absolut erfrischendes und belebendes. Und das Beste dabei: er wird tatsächlich gebaut. Im ersten Produktionsjahr sollen 150 Fahrzeuge entstehen. Innerhalb von fünf Jahren soll die Produktion auf 500 Fahrzeuge jährlich steigen. Im Moment visieren die Mexikaner den Verkaufsstart für das Frühjahr 2011 an. Der kleine Mittelmotor-Flitzer wird dann zu Preisen zwischen36.000 und 44.000 Euro zu erwerben sein.

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