Kann ein BMW X6 schneller sein als ein Porsche 911 Turbo S? Er kann, so krank das auch sein mag. BMW-Tuner Manhart Racing liefert mit dem M6XR den ultimativen Beweis, dass selbst 2,4-Tonnen-SUVs auf die Jagd nach Supersportwagen gehen können. (Thomas Harloff , 06.09.2010)
Wenn Leistungshunger zum Geschäftsprinzip wird
Günther Manhart und sein Team sind offenbar vor allem eins: leistungshungrig. Da tauscht man gerne mal den Serien-V8 des BMW M3 gegen einen auf 707 PS aufgepumpten Twin-Turbo-Achtzylinder aus. Oder hängt einen leistungsgesteigerten M5-V10 in den Bug eines M3 Touring. Oder lässt den bereits erwähnten 4,4 Liter-V8 des BMW X6 M, mit 555 PS und 680 Nm wahrlich kein Hänfling, in extreme Leistungsregionen entschweben. Genau das ist jetzt geschehen: Manhart schickt das SUV-Coupé nicht nur in die Muckibude, sondern trainiert ihn auch auf der Langstrecke.
Deutlich stärker, deutlich schneller
Allein mit einer geänderten Motorsteuerung und einer neuen Edelstahl-Abgasanlage mit zwei 200-Zellen-Katalysatoren erreicht der Tuner eine Leistungssteigerung von satten 132 PS gegenüber der Serie. In Kürze will Manhartdem Motor sogar mehr als 700 PS und 900 Nm entlocken. Allein das zeigt, welches Potential in diesem Triebwerk steckt. Wie übrigens im X6 M allgemein. Ab Werk darf der Brummer nur 250 bzw. 275 km/h (mit M Drivers Package) rennen. Manhart befreit ihn jeglicher Fesseln, weshalb der M6XR Biturbo nun 319 km/h Topspeed schafft. Nur so zum Vergleich: Ein Porsche 911 Turbo S ist maximal 315 km/h schnell! Erstaunlich dagegen, dass der Manhart-X6 M nicht schneller sprinten kann als die hausgetunten Exemplare: 4,7 Sekunden müssen hier wie dort für den Null-auf-Hundert-Sprint eingeplant werden.
Zwei Nummer größer als in der Serie
Untypisch in der inzwischen auch optisch zum Extremen neigenden Tuningbranche: Das Karosseriekleid des BMW X6 M bleibt unangetastet. Einzig bei den Rädern sieht Manhart Handlungsbedarf und tauscht die maximal 21-Zoll großen BMW-Felgen gegen hauseigene 23-Zöller aus. Dank 315/25er Reifen ringsum bügelt der Manhart M6XR endgültig jede Bodenwelle platt. In punkto Querdynamik sollte der X6 M vom Sportfahrwerk profitieren, das die Karosserie 30 Millimeter näher an den Asphalt rückt. Und dann gibt es noch eine neue Bremsanlage. Vorne verbeißen sich Sechs-Kolben-Festsättel in 395er Scheiben, hinten sind die Scheiben 375 Millimeter groß und die Sättel verfügen über vier Kolben.
Schließlich lässt sich der nüchterne X6 M-Innenraum noch mit Vollleder-Ausstattungen, Alcantara-Intarsien und Klavierlack-Applikationen aufmöbeln. Scheint so, als gesellt sich bei den Mannen um Günter ManhartzumLeistungshunger auch eine ordentliche Portion Sinn für Ästhetik.