Ein 50er Jahre Rennwagen ist sein Vorbild, die Corvette sein Leistungsspender. Der Lucra LC 470 fährt dieselbe Schiene wie der H.M.C. Hidalgo und der Morgan Eva GT. Doch allein er ist das Mittel für Straße und Rennstrecke. (Jessica Fischer , 30.08.2010)
Leichtbau-Retro
Braucht die Welt denn noch einen unbezahlbaren Retro-Supersportler? Genau das werden sich die meisten beim Anblick des Lucra LC 470 fragen. Womöglich nicht, haben wollen wir ihn aber trotzdem! Seine ausladend geschwungenen Karosserieformen erinnern an die Supersportler einer längst vergangenen Ära. Etwa an den Lister Jaguar, der ab 1957 bei Sportwagenrennen eingesetzt wird. Tatsächlich ist der LC 470 diesem Supersportwagen nachempfunden. Über 50 Jahre liegen zwischen dem Original und der Neuauflage. Einiges hat sich inzwischen getan. Der Lucra basiert auf einem stark versteiften Stahlrohr-Rahmen. Um diesen herum ist die 73 kg leichte Kohlefaser-Karosserie aus einem Stück gebaut.Trotz des klassischen Frontmotor-Heckantriebs-Konzept besitzt der LC 470 eine optimale Gewichtsverteilung von 47:53. Um dem Wetter zu trotzen, kann der Fahrer zwischen Hard- und Softtop wählen. Die Wagenfarbe gibt es immer in zweifarbiger Ausführung mit Racingstreifen in Anlehnung an die Rennwagen der 50er und 60er Jahre. Das Interieur ist stilecht in Leder passend zur Wagenfarbe gehalten.
Mehr Hubraum!
Unter der Haube blubbert standesgemäß ein Achtzylinder. General Motors stellt vier Motorisierungen für den Lucra. Alle Motorvarianten sind getunt und leistungsgesteigert. Los geht’s mit einem 5,7-Liter-V8 mit 380 PS. Dieser sollte aber nicht die erste Wahl sein, da es sich um einen Vergasermotor handelt. Mit Einspritzung leistet der 5,7 Liter dann auch schon satte 405 PS. Damit bewältigt der den Sprint auf 100 km/h in 3,5 Sekunden, dem Luftwiderstand beugen muss er sich bei rund 290 km/h. Aber was sind schon 405 PS bei so einem Supersportler? Gerne dürfen es die 558 PS des 6,3-Liter-V8 sein. Das Maß aller Dinge ist dennoch nicht erreicht. Topmotorisierung ist die 638 PS starke Sieben-Liter-Maschine aus der Corvette Z06. Das ist aber alles „nur“ für die Straße. Für Interessenten mit Rennambitionen greift Lucra noch tiefer in die Kiste. Das 800 PS-Aggregat ist „race-ready“ und sollte keine Wünsche offen lassen.
Leistung auf die Straße bringen
Ein Tremec-Sechsgang-Schaltgetriebe hält die brachiale Leistung unter Kontrolle. Zur Traktionsoptimierung an der Hinterachse gibt’s noch ein Differential dazu. Belüftete Scheibenbremsen bringen die Urgewalten wieder zum Stehen.Optional gibt’s auch Karbon-Bremsen. Die Alu-Räder der Größe 9,5 und 11 x 17 Zoll mit der Bereifung 275/40er und 315/35er Reifen sind vorne wie hinten einzeln aufgehängt. Alu-Stoßdämpfer und Composite-Federn sorgen für die richtige Abstimmung von wenig Komfort und viel Sportlichkeit.
Individuell in die ganze Welt
Der LC 470-S kostet mit dem 5,7-Liter-V8-Motor 67.000 Euro. Mit mehr Leistung und mehr Ausstattung sind 92.500 Euro für den LC 470-SC fällig. Hier ist auch schon ein Softtop im Preis enthalten. Für alle anderen Modelle gibt es Hard- und Softtops gegen Aufpreis. Wer nicht unbedingt eine Wohnung verkaufen will, um den Preis aufzubringen, kann sich stattdessen für den günstigeren Bausatz entscheiden. Wer hingegen finanziell keine Probleme hat, kann sich zum Rennauto beraten lassen.Die Möglichkeiten, die Lucra Cars bietet, sind vielfältig. Und dazu verschiffen sieihre Autos in die ganze Welt.