Lotus Elise SC: Rassige Britin oben ohne

Könnte sich eine rassige Frau in ein Auto verwandeln, würde sie wohl zu einer Lotus Elise SC. Der puristische Mittelmotor-Roadster hat nicht nur das entsprechende Temperament, sondern mutet auch optisch mit seinen Rundungen an wie ein feuriges Weib. Zum Preis von knapp 50 000 Euro ist die Topversion der Elise-Baureihe zudem recht erschwinglich. ( , 01.01.2009)

Wird die Britin richtig gehandhabt, sprintet sie in 4,6 Sekunden von nullbauf 100 km/h. Schluss mit dem kraftvollen Vortrieb ist bei 240 km/h. Aber das reicht auch, hält doch die Elise den Fahrer schon bei geringerem Tempo ordentlich bei Laune. Schon 162 kW/220 PS Leistung machen den Hecktriebler zum Geschoss, denn bei rund 900 Kilogramm Eigengewicht bewegt jedes Pferdchen lediglich 4,1 Kilogramm. Das lädt zu Beschleunigungsspielen und zur Kurvenhatz ein. Beides lässt sich mit der Britin hervorragend erleben, zeichnet sie sich doch durch eine hervorragende Straßenlage aus.

Wie in den Schwestermodellen der Reihe kommt auch in der neuen Supercharged-Version ein 1,8-Liter-Benzinmotor von Toyota zum Einsatz. Für das Topmodell haben die Engländer dem Saugmotor einen im eigenen Haus neu entwickelten Kompressor verpasst und so die Leistung von 192 PS auf 220 PS gesteigert. Und die spielt man gern aus, so dass der brachiale Vortrieb den Fahrer in die minimalistische, aber erstaunlich bequeme Bestuhlung presst, und der nicht weit von Gesäß entfernte Asphalt zu qualmen beginnt. Dabei will der Mittelmotor-Floh aber korrekt behandelt werden: Die direkte Lenkung verlangt Aufmerksamkeit, die Schaltung präzise Handhabung und sowohl der Vortrieb als auch die Verzögerung benötigen den beherzten Tritt aufs entsprechende Pedal. Doch der knapp 3,80 Meter kurze Roadster kann auch gemütlich durch die Lande bewegt werden. Im Mix benötigt er dann laut Hersteller 9,1 Liter Super Plus auf 100 Kilometern, die CO2-Emission liegt bei 202 g/km.Äußerlich hat sich im Vergleich zur Standard-Elise bis auf den Heckspoiler und die Felgen nichts verändert. Aber im Inneren findet sich ein überarbeitetes, nun ansprechenderes Armaturenbrett mit aufgefrischten Instrumenten. Am auffälligsten sind die Airbags für Fahrer und Beifahrer ein wahres Novum. Wurden sie nach langem Zögern erst vor kurzem optional angeboten, sind sie nun sogar in allen Lotus-Modellen Serie. Der Schleuderschutz ESP oder eine Servolenkung sind aber immer noch Fehlanzeige.Erhältlich ist für 1 950 Euro zudem eine Klimaanlage, zu deren Kauf durchaus geraten werden kann. Die enorme Hitze, die der direkt hinter den Sitzen befindliche Motor entwickelt, dringt auch ins Cockpit. Im Winter ersetzt das zwar mühelos die Heizung, bei milden Temperaturen wird der Innenraum aber zur Sauna. Selbst bei geöffnetem Stoffverdeck, das sich mit wenigen Handgriffen entfernen lässt, kann sich noch die Hitze stauen. MögenSo ist denn auch das Kofferraumvolümchen von 112 Litern erhalten geblieben, das nur mit einem Gewicht von bis zu 50 Kilogramm belastet werden darf. Immerhin: Zusammengerollt passt das Verdeck hinein. Für längere Reisen ist der Sportwagen sowieso nicht gedacht. Man führt ihn eher am Wochenende auf der Landstraße aus - für den reinen Fahrspaß.

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