Lotus: Das doppelte Lottchen der Formel 1
15 Jahre war der Name Lotus von der Bildfläche verschwunden, bis ihn das mit Geldern aus Malaysia finanzierte Newcomer-Team des letzten Jahres reaktiviert hat. Wie sich im vergangenen Dezember herausgestellt hat, hat es das ohne den Segen des traditionsreichen britischen Sportwagenbauers getan. Dieser steigt nun als Nachfolger des Renault-Rennstalls ebenfalls ein, sodass es zur ungewöhnlichen Konstellation kommt, dass 2011 zwei Teams unter der Bezeichnung "Lotus-Renault" antreten. Allerdings sind die Voraussetzungen und Ansprüche der ungleichen Brüder vollkommen unterschiedlich. Während die "richtige" Lotus-Mannschaft die Top Drei attackieren will, will das Team Lotus die "Flop Drei" verlassen. Schließlich steht ein Rennstall, der den Namen Lotus trägt, in einer glorreichen Tradition.
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- Die Lotus-Truppe ist in den 60er und 70er Jahren das Team, das es in der Formel 1 zu schlagen gilt. Insgesamt gelingen sechs Fahrer- und sieben Konstrukteurstitel.
Lotus in den 60ern und 70ern: Triumphe und Tragödien
Lotus steigt 1958 in die Formel 1-Weltmeisterschaft ein. Nach zwei Aufbaujahren gewinnt der vom legendären Colin Chapman geleitete Rennstall den ersten Grand Prix – der Startschuss für eine goldene Ära. 1963 gelingt Lotus das Double aus Konstrukteurs- und Fahrer-Titel (Jim Clark). Bis 1978 sollen fünf weitere Fahrer-Weltmeisterschaften und sechs Hersteller-Titel folgen. Dabei bleibt die Saison 1970 besonders in Erinnerung – aus traurigem Anlass: Lotus gewinnt zwar wieder beide Weltmeisterschaften, doch Colin Chapmans Fahrer Jochen Rindt muss der Titel posthum verliehen werden. Vor dem Großen Preis von Italien führt der Österreicher die WM mit großem Vorsprung an, als er in Monza im Training tödlich verunglückt. Sein größter Konkurrent, Ferrari-Pilot Jacky Ickx, kann der Vorsprung nicht mehr aufholen, Rindt wird nach seinem Tod Formel 1-Weltmeister.
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- In den Achtziger Jahren steigen prominente Fahrer für Lotus ins Cockpit, darunter der aufstrebende Ayrton Senna (Foto) oder Nelson Piquet.
Mit Colin Chapmans Tod beginnt der Abstieg
Ende des Jahres 1982 stirbt der geniale Konstrukteur und Firmengründer Colin Chapman an Herzversagen. Schon seit vier Jahren titellos, beginnt damit der endgültige Niedergang des Lotus-Teams. Zwar steigen auch in den Achtziger Jahren noch prominente Fahrer für Lotus ins Cockpit, darunter der aufstrebende Ayrton Senna oder Nelson Piquet. Doch es reicht – wenn überhaupt – nur noch zu einzelnen Grand Prix-Siegen. Der letzte gelingt Senna 1987 beim Großen Preis der USA. Als Lotus 1994 Insolvenz anmelden muss, ziert das einst so ruhmreiche Team das Tabellenende.
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- Wichtigste Änderung in technischer Hinsicht beim Team Lotus in der Saison 2011: Der Motorwechsel von Cosworth zu Renault. Auf KERS verzichtet die Mannschaft vorerst.
Gleiche Fahrerpaarung, neuer Motor
Davon war das Team Lotus auch 2010 nicht weit entfernt, wenn die malaysisch-britische Truppe auch das schnellste, stabilste und konstanteste der Newcomer-Teams war. Mit den eigenen Forschritten war die Mannschaft, die aus vielen ehemaligen Toyota-Mitarbeitern - darunter Technikchef Mike Gascoyne - besteht, durchaus zufrieden. Das gilt auch für die Leistung der Piloten, weshalb das Team Lotus auch 2011 auf die Erfahrung von Heikki Kovalainen und Jarno Trulli setzt. Wichtigste Änderung in technischer Hinsicht: Der Motorwechsel von Cosworth zu Renault. Auf das Energie-Rückgewinnungssystem KERS verzichten die Grünen vorerst. Die ersten WM-Punkte der Teamgeschichte sind das Ziel, für den Anschluss ans Mittelfeld wird es wohl noch nicht reichen.

