In Rekordzeit vom Newcomer zum Superstar
Schneller als bei Lewis Hamilton kann ein Aufstieg vom ambitionierten Nachwuchsfahrer zum Superstar nicht gelingen. Das verdankt Hamilton jedoch nicht nur seinem unglaublichen Talent, sondern vor allem auch seinem unbändigen Willen - eine Kombination, aus der Formel 1-Legenden hervorgehen. Mit seiner Art erinnert Hamilton an Ayrton Senna, Michael Schumacher oder Fernando Alonso. Kein Wunder, dass er mit dem spanischen Helden in der gemeinsamen Saison 2007 so oft aneinander geraten ist.
Titelsammler in den Nachwuchsserien
Wie strebsam Lewis Hamilton ist, verdeutlicht folgende Anekdote: Im Alter von zehn Jahren trifft er Ron Dennis. Hamilton bittet den mächtigen McLaren-Teamchef nicht nur um ein Autogramm, sondern sagt ihm unverblümt, dass er eines Tages für dessen Formel 1-Team fahren und Weltmeister werden will. Beeindruckt von so viel Ehrgeiz verfolgt Ron Dennis Hamiltons Werdegang im Kartsport – und nimmt ihn kurze Zeit später ins McLaren-Nachwuchsprogramm auf. Eine weise Entscheidung, denn Hamilton sammelt schnell Titel: 2003 Meister in der britischen Formel Renault, 2005 Champion der Formel 3-Euroserie, unter anderem gegen die späteren Formel 1-Kontrahenten Nico Rosberg, Robert Kubica oder Adrian Sutil. 2006 folgt der Titel in der GP2-Serie. Hamilton ist bereit für den Formel 1-Einstieg.
Die Saison 2007: Vizeweltmeister in der Premierensaison
2007 macht er den ersten Teil seines Versprechens wahr: Statt sich bei einem Hinterbänkler-Team die Hörner abzustoßen, fährt er gleich in seiner Premieren-Saison für McLaren-Mercedes. Dort zählt nichts anderes als Erfolg, Fahrer- und Konstrukteurs-Titel sind das Ziel. Mit Fernando Alonso ist soeben der amtierende Weltmeister zu den Silbernen gewechselt. Viele Formel 1-Neulinge würden an dieser Konstellation zerbrechen, nicht jedoch Lewis Hamilton. Er feiert vier Grand Prix-Siege, sieht zwei Rennen vor Schluss wie der sichere Weltmeister aus – und muss den Titel dennoch Kimi Räikkönen überlassen. Auf dem Weg zur Vizemeisterschaft liefert sich Hamilton einige Scharmützel mit Alonso, entnervt schließlich den erfolgsverwöhnten Spanier und treibt ihn zurück in die Arme der Renault-Mannschaft.
Weltmeister 2008: Hamilton macht sein Versprechen wahr
2008: Inzwischen ist der ruhige und viel langsamere Heikki Kovalainen sein Teamkollege. Lewis Hamilton holt das im Jahr zuvor Verpasste nach und sichert sich in einem an Spannung kaum zu überbietenden Saisonfinale den Fahrertitel gegen Felipe Massa. Schon in seiner zweiten Saison macht Lewis Hamilton also den zweiten Teil seines Versprechens wahr, krönt sich zum jüngsten Formel 1-Champion aller Zeiten. 2009 stürzt Hamilton zusammen mit seinem Team ab. Nur Rang fünf in der Fahrerwertung, doch der Grand Prix-Sieg in Ungarn rettet die Saison von Hamilton und die seines Teams zumindest einigermaßen. 2010 kämpft der Brite wieder um den Titel, verliert diesen aber wegen des unerklärlichen Einbruchs seines Teams zur Saisonmitte - und wegen seiner manchmal aus dem Ruder laufenden Aggressivität. Wenigstens kann er den neu zum Team gestoßenen 2009er Weltmeister Jenson Button meist distanzieren und am Saisonende um 26 WM-Punkte schlagen.
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- Der McLaren-Mercedes MP4-27 ist der neue Diestwagen von Lewis Hamilton, mit dem er Red Bull das Leben wieder schwerer machen möchte als in den beiden Jahren zuvor.
Filmreifes Duell mit Massa
2011 gerät Hamilton teamintern ins Hintertreffen, was nicht nur am wiedererstarkten Jenson Button liegt. Hamilton verliert offensichtlich den Blick fürs Wesentliche. Erst wirft sein Vater Anthony entnervt das Handtuch und gibt seine Managerfunktion auf, dann schickt er seine langjährige Freundin Nicole Scherzinger in die Wüste und wirft letztlich auf der Strecke jegliche Contenance über Bord. Die Strategie, mit zahlreichen Glamour-Events die Marke "Lewis Hamilton" zu stärken, geht angesichts seiner schlechten Leistungen auf der Strecke völlig in die Hose. Im Gegenteil, der Brite ramponiert seinen Ruf nachhaltig, reißt mit seinen ungestümen Aktionen auf der Piste zahlreiche Gegner mit ins Verderben. Besonders natürlich Felipe Massa, der sich seit dem Monaco-GP, bei dem er von Hamilton harsch von der Strecke bugsiert wird, ein filmreifes Crash-Duell mit dem McLaren-Piloten liefert. Letztlich reicht es für den Engländer nur zu Platz fünf in der Endabrechnung. Ein Titelkandidat ist Hamilton in der Saison 2012 nur dann, wenn er sich wieder auf das Wesentliche konzentriert. Denn über das Talent und den Speed eines Weltmeisters verfügt Hamilton allemal.

