Drei Verlage, drei Bücher, drei Themenbereiche: Egal, ob die automobile Vielfalt in der DDR, die Dieselgeschichte von Mercedes-Benz oder das ultimative Schrauber-Handbuch für Käfer-Fans - bei unserer Auswahl brandaktueller Autobücher dürfte für jeden Oldtimerfreund etwas dabei sein.
„Deutsche Autos – Alle Personenwagen und Nutzfahrzeuge der DDR“
Klar, der Trabi beherrschte das Straßenbild in der DDR. Dazwischen ein paar Modelle von Wartburg, Lada oder Skoda für Besserverdienende. Oder der Barkas B1000 als Sprinter der DDR, der gemeinsam mit dem Alleskönner Multicar oder den Brummis IFA W 50 oder Robur LO den Packesel mimte. Dazu die Ikarus-Omnibusse, die in Ermangelung eines S- oder gar U-Bahn-Netzes fast allein den Öffentlichen Personen-Nahverkehr schulterte. Eine kleine Auswahl der Autos der damaligen DDR, welche die Vielfalt des ostdeutschen Straßenwesens trotzdem nur oberflächlich darstellt.Viel tiefgründiger hat sich Werner Oswald bereits Mitte der Siebziger Jahre mit dem tatsächlichen Straßenbild des Arbeiter- und Bauernstaates beschäftigt. Jetzt, mehr als 30 Jahre später, ist das Standardwerk aus dem Motorbuch-Verlag wieder da. Die Autoren Eberhard Kittler und Michael Dünnebier haben es mit ihrem Werk „Deutsche Autos – Alle Personenwagen und Nutzfahrzeuge der DDR“ behutsam korrigiert, ergänzt und aktualisiert. Ob Personen- oder Nutzfahrzeuge, die in der DDR hergestellt worden sind, oder Importe aus den ehemaligen Ostblockstaaten – jedes einzelne Modell findet Erwähnung. So auch die BMW-Modelle, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Eisenach von Band gelaufen sind, oder der Melkus RS 1000, einziger Sportwagen der DDR und deshalb mit dem Beinamen „Ferrari des Ostens“ versehen. Dazu werfen die Autoren einen detaillierten Blick auf den automobilen Alltag sowie die abwechslungsreiche Motorsportszene und beleuchten die Entwicklungen nach der Wende, in der sich fast alle deutschen Hersteller auch in Ostdeutschland niedergelassen haben.Vollständiger, aber trotzdem übersichtlicher kann ein Standardwerk zu dem Thema nicht sein. „Deutsche Autos – Alle Personenwagen und Nutzfahrzeuge der DDR“ stellt auf rund 300 Seiten jedes einzelne Fahrzeug mit Foto (450 insgesamt) und technischen Daten vor, nennt Herstellungs- bzw. Importzahlen und gibt einen kurzen textlichen Überblick über die Historie der Hersteller. Ein Buch, das immer wieder zum Blättern einlädt und für einige Aha-Erlebnisse – nicht nur bei (N)Ostalgikern sorgen dürfte. Das Buch ist zum Preis von 29,90 Euro im Buchhandel oder direkt unter http://www.motorbuch.de erhältlich.
„Das VW Käfer-Schrauberhandbuch“
Simple, aber robuste Technik, ein genügsames Wesen und das knuffige Erscheinungsbild haben den VW Käfer bis weit in die Siebziger Jahre bei Autokäufern beliebt gemacht. Genau diese Attribute sind es, die das Wolfsburger Krabbeltier zum Lieblingsauto gerade für Oldtimer-Novizen werden lässt. Doch selbst beim Massenauto von damals werden gepflegte und gut erhaltene Exemplare immer seltener – Selber-Schrauben ist angesagt! Hier ist das „VW Käfer-Schrauberhandbuch“ genau der richtige Begleiter. Das Werk geht auf alle Aspekte einer professionellen Restaurierung ein und berücksichtigt dabei die Besonderheiten aller Baujahre – auch die des „Mexiko-Käfers“. Autor Jim Tyler gibt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die beim Autokauf beginnt und sich über die Reparatur des Motors und der restlichen Technik bis hin zur vollständigen Restaurierung der Karosserie und des Innenraums erstreckt. Dank aussagekräftiger Fotos mit detaillierten Bildunterschriften und natürlich ausführlicher Texte sollten auch Laien schnell Erfolge bei der Restaurierung feiern und sich schließlich ein perfekt aufgebautes Käfer-Exemplar in die Garage stellen können.„Das VW Käfer-Schrauberhandbuch“ mit 222 Seiten und 700 Abbildungen ist für 35 Euro im Buchhandel oder direkt beim Heel-Verlag (http://www.heel-verlag.de) erhältlich.
„Kennzeichen D – 70 Jahre Mercedes-Benz-Dieseltechnologie“
Freunde der automobilen Erzeugnisse aus Stuttgart-Untertürkheim werden sich über das Buch „Kennzeichen D – 70 Jahre Mercedes-Benz-Dieseltechnologie“ auf dem Gabentisch freuen. Nachdem Benz & Cie. den Dieselmotor bereits 1923 bei Nutzfahrzeugen einführt, stellt Mercedes 1936 mit dem 260 D den weltweit ersten Pkw mit Selbstzünder vor. Doch damit nicht genug der Pionierarbeit: Mit dem ersten Fünfzylinder-Diesel-Pkw von 1974, dem ersten Turbo-Diesel in einem Oberklasse-Auto (1977) oder dem ersten Pkw-Selbstzünder mit Vierventiltechnik (1993) sorgen die Stuttgarter dafür, dass das sparsame und robuste Motorenkonzept nicht nur bei Taxen und Nutzfahrzeugen, sondern auch in Autos mit sportlichen Ambitionen einen wahren Siegeszug angetreten hat.Die Autoren Rüdiger Abele und Peter Thomas beleuchten in ihrem Werk die Anfänge des Dieselmotors als Schiffs- und Nutzfahrzeug-Triebwerke ebenso wie seine Karriere als Freund der Taxifahrer oder die zahlreichen Premieren zwischen 1949 und 1982. Die verschiedenen Rekord- und Testfahrten werden ebenso erwähnt wie die Motorsporterfolge oder die Etablierung des Selbstzünders in den 70er Jahren in den USA. Abele und Thomas widmen sich den unterschiedlichen Varianten des legendären Rekordfahrzeugs C 111 ebenso ausführlich wie den Themen Abgasreinigung, des eben erst zu Ende gegangenen Abenteuers Paris – Peking oder der brandneuen Bluetc-Technologie, die dem Dieselmotor in Nordamerika endgültig zum Durchbruch verhelfen soll.„Kennzeichen D – 70 Jahre Mercedes-Benz-Dieseltechnologie“ besticht durch seinen übersichtlichen und chronologischen Aufbau, die wunderschönen Fotos und seine Top-Aktualität. Allerdings wäre ein weniger werblicher Auftritt wünschenswert gewesen. Doch für Diesel-Fans – und solche, die es werden wollen – gibt das Buch auf 128 Seiten einen sehr interessanten Überblick über den Werdegang der Technik aus der Sicht des Pioniers Mercedes-Benz. Das Buch ist für12,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

