Audi stellt auf der Detroit Motor Show ein neues Topmodell des TT vor: Der 272 PS starke TTS soll nicht nur der kräftigste, sondern auch der dynamischste Vertreter der Baureihe sein. (T. Harloff , 01.01.2009)
Zum zehnjährigen Jubiläum der Baureihe legt Audi ein neues Topmodell des TT auf. Auf der North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit, die vom 19. bis 27. Januar 2008 stattfindet, feiert der neue TTS Weltpremiere. Im Frühsommer 2008 soll der als Coupé und Roadster erhältliche Flitzer bei den Händlern stehen.
Als Basis für das Werkstuning dient jedoch nicht das bisherige Topmodell mit 250 PS starkem V6-Sauger, sondern die eigentliche Einstiegsvariante mit Turbo-FSI und ursprünglich 200 PS. Allerdings haben die Audi-Ingenieure dem Triebwerk eine kräftige Leistungsspritze verabreicht: Der aufgeladene Vierzylinder leistet im TTS 272 PS und liefert zwischen 2.500 und 5.000 Kurbelwellen-Umdrehungen ein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern (280 beim 2.0 TFSI). Dafür ist allerlei Feinschliff am Direkteinspritzer nötig: Motorblock, Zylinderkopf, Kolben, Pleuel sowie der Turbolader, der nun bis zu 1,2 bar Ladedruck aufbaut, zeigen sich modifiziert. Ein optimierter Ladeluftkühler senkt die Temperatur der verdichteten Luft und erhöht so ihre zur Verbrennung nötige Menge. Ansaug- und Abgasanlage zeigen sich modifiziert und lassen den TTS befreiter ausatmen. Ab Werk überträgt ein Sechsgang-Schaltgetriebe die Power an alle vier Räder. Auf Wunsch ist aber auch das sechsstufige Doppelkupplungsgetriebe „S Tronic“ lieferbar, das mittels Lenkrad-Schaltwippen auch manuelle Eingriffe erlaubt.
Sportive Fahrleistungen
Ist dieses an Bord, sprintet der TTS nochmals zwei Zehntel schneller von Null auf Hundert als die handgeschaltete Version, welche diese Übung in 5,2 Sekunden erledigen soll. Die S Tronic soll auch den Spritverbrauch, den Audi beim Coupé auf 8,0 und beim Roadster auf 8,2 Liter beziffert, leicht senken. Gleichstand herrscht beim Topspeed: Egal, welches Getriebe die Schaltarbeit übernimmt – bei 250 km/h regelt die Elektronik ab. Damit der Sportler auch bei dieser Geschwindigkeit sicher zum Stehen kommt, arbeitet hinter den 18-Zoll-Felgen (mit 245/40er Bereifung) eine Bremsanlage mit 17 Zoll großen Scheiben.Doch nicht nur Motor und Getriebe, auch das Fahrwerk soll den TTS zum fahraktivsten Vertreter der Baureihe machen. Deshalb spendieren die Ingolstädter neben dem Quattro-Antrieb und einer elektromechanischen Servolenkung serienmäßig das adaptive Dämpfersystem „Magnetic Ride“. Die Vorteile des Systems: Es passt sich automatisch an die jeweilige Fahrsituation an, und per Tastendruck lassen sich zwei voreingestellte Abstimmungen bequem vom Cockpit aus aktivieren. Laut Audi gibt sich der TTS in der sportlicheren Konfiguration, welche die Karosserie zudem um zehn Millimeter absenkt, kompromisslos dynamisch. Hilfreich in punkto Agilität ist sicher auch das geringe Leergewicht von nur knapp 1,4 Tonnen, das die Ingenieure wie gehabt durch den massiven Einsatz von Aluminium erreichen.
Aggressivere Gesichtszüge
Das Design des TTS präsentiert sich einen Hauch aggressiver als bei den schwächeren Varianten – besonders in der Frontansicht. Unterhalb der Bi-Xenon-Leuchten schimmern nun die für Audi typischen LED-Tagfahrlichter, die Frontschürze zeigt sich ebenfalls neu gestylt. Verbreiterte und weiter nach unten gezogene Schweller flankieren die Karosserie. Ein bulliger Heckstoßfänger, eine graue Diffusorblende und zwei doppelte Endrohre verleihen dem Hinterteil einen eigenständig-sportlichen Charakter. Der Spoiler fährt wie gehabt bei 120 km/h Geschwindigkeit selbsttätig aus und zieht sich bei 80 km/h wieder zurück. Ein weiterer Hingucker sind die 18-Zoll-Aluminiumfelgen; auf Wunsch sind aber auch 19-Zöller lieferbar. Tief montierte Sportsitze mit Leder/Alcantara-Bezug, grau unterlegte Instrumente und ein Multifunktions-Sportlenkrad weisen im Innenraum auf den Sonderstatus des TTS hin.Wehrmutstropfen: Audi verlangt für den TTS einen satten Aufpreis im Vergleich zu den schwächeren Modellen. Mit 44.900 Euro ist das Coupé knapp vier Tausender teurer als der TT 3.2 und kostet sogar mehr als 12.000 Euro mehr als der 2.0 TFSI. Der TTS Roadster soll zu Preisen ab 47.750 Euro angeboten werden; hier betragen die Aufschläge 4.000 (3.2) bzw. 14.000 (2.0 TFSI) Euro.