Jeder dritte Verkehrsunfall auf europäischen Straßen ist heutzutage auf Alkoholeinfluss zurückzuführen. Endlich Grund genug für Volvo, einen Promilletest fürs Auto zu entwickeln. (I. Liebler , 01.01.2009)
Tag täglich passieren tausende Unfälle auf Deutschlands Straßen. Im Jahr 2005 war bei 53. 000 (davon 22.000 mit Personenschaden) Unfällen Alkohol im Spiel. Doch eine Zahl stimmt besonders nachdenklich: 11% - also jeder Neunte- aller Verkehrstoten in Deutschland kommen bei diesen Verkehrsumfällen ums Leben.
Als erster Automobilhersteller zieht Volvo aus diesen schockierenden Tatsachen seine Konsequenzen: Ein eigens zur Senkung alkoholbedingter Unfälle im Straßenverkehr entwickeltes Kontrollsystem. Vollständig ins Fahrzeug integriert, arbeitet „Alcoguard“ mit modernster Brennstoffzellentechnologie und zeichnet sich durch seine hohe Bedienerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit aus. Seit Anfang September 2007 in Schweden erhältlich, soll das System auch demnächst auf allen europäischen Märkten und in den USA erhältlich sein. Flottenbetreiber, Taxiunternehmen, Behörden und Verwaltungen dürften zunächst Hauptabnehmer des neuen Produkts sein.
Aber wie funktioniert so ein Alkoholtest im eigenen Wagen überhaupt? Gleich wie bei den meisten europäischen Polizeikräften arbeitet das Volvo System mit einer Brennstoffzellen-Technologie. Bevor sich das Fahrzeug starten lässt, muss der Fahrer eine Atemprobe in ein Mobilgerät von der Größe einer Fernbedienung abgeben. Der Atem wird analysiert und per Funksignal an die Fahrzeugelektronik übermittelt. Mittels drei LED-Leuchten werden die Resultate im Mobilgerät angezeigt: Grünes Licht bedeutet eine Alkohol-Konzentration von 0,0 bis 0,1 Promille. Das Auto wird zum Start freigegeben. Liegt der Promillewert zwischen 0,1 und 0,2 leuchtet ein Gelbes Lämpchen auf: Das Fahren wird nicht empfohlen, aber dennoch nicht verwehrt. Bei einem Alkoholwert über 0,2 Promille, ändert sich die Farbe Grün in ein leuchtendes Rot und das Fahren ist nicht möglich. Der eingestellte Alkoholgrenzwert von 0,2 Promille ist auf die schwedische Gesetzgebung abgestimmt, lässt sich aber den gesetzlichen Bestimmungen anderer Märkte anpassen.
Dank der hoch entwickelten Sensorik ist es nicht möglich, das System beispielsweise durch externe Luftquellen zu manipulieren. Die Brennstoffzellenlösung ist zwar teurer als konventionelle Techniken, liefert aber deutlich bessere Ergebnisse. Diese Zellen reagieren ausschließlich auf Ethanol, dessen Moleküle eine empfindliche Membran passieren und dadurch eine elektrische Spannung erzeugen. Diese wird permanent gemessen. Je höher diese elektrische Spannung ist, desto mehr Alkohol befindet sich im Atem des Fahrers. Ein fahrzeugeigener Informationsdisplay hilft dem Benutzer bei der Anwendung von Alcoguard. Damit sich der Fahrer nach einer kurzen Pause keinem erneuten Test unterziehen muss, bleibt das Ergebnis der Analyse bis zu dreißig Minuten nach Abstellen des Motors im System gespeichert.
Die Kommunikationsfähigkeit des Mobilgeräts mit dem Bordsystem beschränkt sich auf einen Radius von zehn Metern rund um das Fahrzeug. Einsatzbereit ist der Alkoholtester aber überall. Innerhalb von fünf Sekunden ist das Gerät bei Raumtemperatur betriebsfähig. Zur Reduzierung von Wartezeiten wird deshalb die Fahrzeugheizung unmittelbar nach dem Einsteigen aktiviert. Um aber auch bei Hitze oder Kälte eine optimale Funktion sicherzustellen, umfasst das Lieferprogramm von Alcoguard ein Stromkabel zur externen Energieversorgung.