Bei Tunern ist es wie im Sport: Höher, schneller, weiter, Stillstand heißt Rückschritt und nur Rekorde zählen. Deshalb hat Brabus mit dem GLK V12 einen wahren Superlativ auf die Räder gestellt – das nach eigener Aussage schnellste straßenzugelassene SUV der Welt. (T. Harloff , 01.01.2009)
Auch in Krisenzeiten sprudelt das Öl zuverlässig aus den Quellen im Nahen Osten und die Emirate strotzen weiterhin nur so vor Finanzkraft. Das Beste, Schönste und Edelste ist gerade gut genug. Wer bei den Scheichs punkten will, muss ganz Großes und/oder Besonderes liefern. Dessen ist sich auch Mercedes-Tuner Brabus bewusst. Deshalb hatte der Veredler für seinen Auftritt auf der Dubai International Motor Show kurz vor Weihnachten ein Highlight im Gepäck: das schnellste SUV der Welt. Sein Name: GLK V12. Seine Topspeed: 322,3 km/h. Sein Grundpreis: 397.000 Euro.
Eigentlich gehört der Mercedes GLK ja zu den Kompakt-SUVs. Kein Problem für Brabus, eher eine Herausforderung. Deshalb verpflanzten die Mannen aus Bottrop mal eben den größten Motor, den die hauseigenen Regale bereithalten, in den GLK-Bug – einen V12 Biturbo mit 6,3 Litern Hubraum. Dieses Monstrum eines Triebwerkes, das schon im Brabus Bullit für Aufsehen gesorgt hat, leistet wahrhaft männliche 750 PS. Rutscht der Finger des Autofans im Datenblatt eine Zeile weiter nach unten, wird ihm erst richtig schummrig: Der aufgeladene Dreiventil-Zwölfzylinder liefert ein Drehmoment-Maximum von 1.350 Nm! Damit die Fünfgang-Automatik jedoch nicht überstrapaziert wird, begrenzt Brabus das Drehmoment auf „nur“ 1.100 Nm.
Hubraum ist durch nichts zu ersetzen – höchstens zu ergänzen…
Die Liste der Veränderungen, mit denen das serienmäßige Mercedes 600-Triebwerk verfeinert wurde, ist umfangreich. Den Motor selbst optimiert Brabus mit einer neuen Kurbelwelle, größeren Zylinderbohrungen, speziellen Kolben und Pleueln, womit der Hubraum von 5,5 auf 6,3 Liter wächst. Zwei größere Turbolader, effizientere Ladeluftkühler und ein Edelstahl-Hochleistungsauspuff tragen ihren Teil zur Brutalo-Power bei.Oberflächlich betrachtet sind 322,3 km/h Topspeed, 4,2 Sekunden von Null auf Hundert und 12,8 Sekunden für den Null-auf-200-Sprint in der 750 PS-Klasse nicht berauschend. Doch angesichts des bauartbedingt ungünstigen cW-Wertes - beim Serien-GLK beträgt dieser 0,34 - erscheinen die Werte in einem anderen Licht. Wobei Brabus natürlich einiges getan hat, um den Offroader windschlüpfriger zu machen. Der Tuner greift beim GLK V12 auf das bereits vorhandene Widestar-Bodykit zurück. Dazu gehören eine Frontschürze mit zahlreichen Lufteinlässen und einer Spoilerlippe, Kotflügelaufsätze an Vorder- und Hinterachse, Seitenschweller mit LED-Einstiegsleuchten und Heckschürze sowie Dachspoiler.
Hightech sorgt für Sicherheit und Fahrspaß
Die Brabus-Techniker haben sich aber nicht nur am Motor und an der Karosserie ausgetobt. Das Gewindefahrwerk ist nicht nur rundum in der Höhe verstell-, sondern auch in Zug- und Druckstufe justierbar. Bei der Bremsanlage tragen die Ruhrpottler ebenfalls dick auf – was angesichts der Leistungs- und Fahrwerte sicher vernünftig ist. Vorne verbeißen sich Zwölf-Kolben-Aluminium-Festsättel in 380 Millimeter große Stahlbremsscheiben. Hinten kommen Sechs-Kolben-Sättel und 360er Scheiben zum Einsatz. Um genug Platz für die Bremsanlage zu schaffen, stellt Brabus den GLK V12 ringsum auf 22-Zoll-Felgen. Die solvente Kundschaft kann zwischen fünf verschiedenen Raddesigns und zwei Reifenmarken wählen. Die Pneus im Format 295/25 ZR 22 liefern entweder Pirelli oder Yokohama.Die Innenraum-Aufwertung rundet die Veredlung ab. Brabus ergänzt die Vollleder-Ausstattung (auf Wunsch vollendet mit Alcantara-Elementen) mit einem Sportlenkrad, 330 km/h-Tacho und Edelstahl-Einstiegsleisten. Hinzu kommen Elemente aus Holz oder Carbon, mit denen Armaturenbrett, Türverkleidungen oder Mittelkonsole verschönert werden können. Ein Multimedia-Paket mit sieben Zoll großen LCD-Monitoren in den Rückseiten der Vordersitze sowie DVD-Player macht dem GLK V12 zum rollenden Kino. Wahrscheinlich zum weltweit schnellsten Kino, um dem SUV noch ein Superlativ zu verpassen.