Fahrbericht Kia Rio

Erstkontakt Kia Rio 1.2

Mit dem neuen Kia Rio wollen die Koreaner zu den deutschen Automobilherstellern aufschließen. Wir sagen, was der Rio mit 1,2-Liter-Motor kann. ( , 12.12.2011)

Die deutsche Konkurrenz im Visier

Mit dem neu entwickelten Kia Rio wollen die Koreaner weiteren Boden zur deutschen Konkurrenz gutmachen. Und schon optisch scheint ihnen der Schritt gelungen zu sein. Denn obwohl der von uns gefahrene Kia Rio 1.2 mit vier Türen, 1,2 Liter Hubraum sowie vier Zylindern und 85 PS zum Kleinwagen-Segment mit VW Polo oder Ford Fiesta gehört, ist sein Radstand mit 2,57 Metern nur um fünf Millimeter geringer als bei einem VW Golf, und der stammt aus dem größeren Kompaktwagen-Segment.

Kia Rio
Die großen Rundinstrumente lassen sich gut ablesen und alle Schalter sind gut erreichbar und logisch positioniert.

Geräumiger und gut verarbeiteter Innenraum

Dieses Maß kommt den Insassen zu gute. Die Beinfreiheit auf den Fondsitzen des Rio ist in seiner Klasse als Spitzenmaß anzusehen. Auch bei der Kopffreiheit steht ausreichend Platz für die Fondpassagiere zur Verfügung. Auf den vorderen, gut ausgeformten und straff gepolsterten Sitzen finden die Insassen ebenfalls gute Platzverhältnisse vor. Der Fahrersitz lässt sich ausreichend verstellen. Lediglich die Verstellung der Rückenlehnen der manuell zu verstellenden Sitze könnte etwas feiner sein. Die großen Rundinstrumente lassen sich gut ablesen und alle Schalter sind gut erreichbar und logisch positioniert. Auch bei der Verarbeitung hat der Kia inzwischen deutsches Format erreicht. Hier knarzt oder knorzt nichts. Ein Kritikpunkt für den Innenraum ist lediglich die Übersichtlichkeit der Karosserie. Man sieht nicht, wo sie anfängt und auch das Heck ist beim Einparken nur schwer einzuschätzen.

Kia Rio
Das Vierzylinder-Triebwerk des Rio leistet 63 kW/85 PS und verfügt über 1,2 Liter Hubraum.

Etwas schlapper 1,2-Liter-Motor

Das Vierzylinder-Triebwerk unseres Rio leistet 85 PS und verfügt über 1,2 Liter Hubraum. Damit lassen sich zwar keine Sprint- oder Höchstgeschwindigkeitswettbewerbe gewinnen, man kommt aber trotzdem zügig voran. Um aus dem Stand auf 100 km/h zu spurten, benötigt der frontangetriebene Kia 13,1 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit beläuft sich auf 172 km/h. Als etwas störend erweist sich die verzögerte Gasannahme des Motors. Besonders im Stadtverkehr kann dies beim täglichen Stop-and-Go stören. Wer den Motor im mittleren Drehzahlbereich bewegt, kommt im Schnitt mit rund 7,3 Liter Super pro 100 Kilometer aus. Wer es eiliger hat, muss häufig die Gänge des exakt zu schaltenden Fünfganggetriebes wechseln, was mit einem deutlich höheren Verbrauch einhergeht

Kia Rio
Auf kurvigen Landstraßen stört die zu leichtgängige Lenkung des Koreaners.

Fahrwerk mit Verbesserungspotenzial

Auf kurvigen Landstraßen stört die zu leichtgängige Lenkung des Koreaners. Sie agiert indirekt und vermittelt kein stimmiges Gefühl zwischen Fahrer und Straße. Grundsätzlich ist der Rio leicht untersteuernd ausgelegt, er schiebt also bei zu schnell gefahrenen Kurven über die Vorderräder zum Kurvenaußenrand. Hierbei wird er aber sanft, wenn auch recht früh vom ESP eingebremst und wieder auf den richtigen Pfad geleitet. Ein wenig mehr Spielraum in den Aktionen wäre ganz schön. Bei Lastwechseln reagiert er dafür mit einem kräftig nach außen schwenkenden Heck. Hierbei wiederum wäre eine frühere elektronische Hilfe erfreulich. Selbst auf langen Strecken kann man mit dem Kia Rio entspannt reisen. Der Komfort ist wahrlich ausreichend. Bodenwellen und Fahrbahnunebenheiten sind im Innenraum zwar spürbar, werden aber keineswegs als unangenehm empfunden. Allerdings neigt die Karosserie zu Nick- und Wankbewegungen und bewegt sich in schnellen Kurven auch deutlich spürbar zur Seite. Hier gibt es noch ein wenig Verbesserungsbedarf für die koreanischen Techniker. Als wirklich unangenehm erweist sich aber die Seitenwindempfindlichkeit des Rio. Hier sollte man schon beide Hände fest am Lenkrad haben, wenn der Koreaner von einer Windböe erfasst wird.

Kia Rio
Die Beinfreiheit auf den Fondsitzen des Rio ist in seiner Klasse als Spitzenmaß anzusehen.

Faires Angebot

Mit einem Preis von 13.760 Euro gehört der Kia Rio 1.2 Edition7 zu den günstigen Fahrzeugen in seiner Klasse. Da er zudem noch eine überaus reichhaltige Serienausstattung aufweist, bietet er eine echte Alternative zu den Konkurrenten in dieser Fahrzeugklasse - auch zur deutschen Konkurrenz. Und die siebenjährige Herstellergarantie bietet von den einheimischen Herstellern auch niemand an.

Technische Daten Kia Rio 1.2 Edition7

Fünftüriger, fünfsitziger Schrägheck-Kleinwagen, Länge 4,04 Meter, Breite 1,72 Meter, Höhe 1,145 Meter, Radstand: 2,57 Meter, Kofferraumvolumen: 288 bis 923 Liter, Wendekreis: 10,5 Meter, Leergewicht: 1 104 kg, max. Zuladung: 456 kg, max. Anhängelast (gebremst bei 12 Prozent): 1,1 Tonnen, Tankinhalt: 43 Liter; Motor: 1,2 Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit 63 kW/85 PS und manueller Fünfgangschaltung, max. Drehmoment: 121 Nm bei 4 000 U/min, 0-100 km/h: 13,1 Sek., Höchstgeschwindigkeit: 172 km/h, Verbrauch: 7,3 l Super auf 100 km, CO2-Emission: 119 g/km, Preis: 13 760 Euro.

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