Keine Maut, längere Fahrt?

Die Zeitschrift „Reisemobil International“ hat getestet, ob sich die Reiseroute über mautfreie Straßen bezahlt macht. ( , 01.01.2009)

Wer mit seinem Wohnmobil ein Urlaubsziel in Italien, Frankreich, Spanien oder anderen südlichen Ländern ansteuern möchte, dem bleibt meist nur eins übrig: Bei vielen Mautstellen den Geldbeutel zücken und ein ordentliches Passiergeld bezahlen. Doch oft gibt es noch die mautfreie Alternative über die Landstraße. Ob sich die Mautumgehung wirklich bezahlt macht, hat die Redaktion von „Reisemobil International“ getestet.

Der Test basiert auf dem aktuellen ADAC-Tour-Planer. Mit diesem Computerprogramm kann bis ins kleinste Detail die Urlaubsroute geplant werden. Dank verschiedener Optionen wie Reisemobilgröße, Pausenangaben und die Wahl verschiedener Straßenarten wird die Urlaubsplanung zum Kinderspiel. Das Programm errechnet die Route und ermittelt dabei die entstehenden Kosten, zusammengesetzt aus benötigter Tankfüllung, Mautgebühren, Tunneldurchfahrten und Vignetten. Wer sich die Mautkosten sparen möchte, kann dies dem Programm mit nur einem Klick mitteilen. Mit dieser Option errechnet der Tour-Planer eine Route nur mit offenen Straßen.Das Ergebnis des Vergleichs: Durch die Mautumgehung spart man zwar bare Münze, aber es geht dadurch Zeit verloren. Ein Beispiel ist die Route von Stuttgart ins spanische Valencia. Ist man bereit, rund 130 Euro Mautkosten auszugeben, dauert die Fahrt in den sonnigen Süden rund 23 Stunden. Soll die Urlaubskasse aber geschont werden, ist mit einer Fahrzeit von über 42 Stunden zu rechnen. Eine Anreise nur über mautfreie Straßen dauert also fast doppelt so lange wie normal. Lohn sich das wirklich? Während die 23 Stunden bei zwei Fahrern auch an einem Stück abgeleistet kann, ist es bei der „Sparstrecke“ unbedingt empfehlenswert, einen Stopp mit Übernachtung einzulegen.Fazit: Wer eine so lange Route nicht als Direktreise plant, sondern die Anreise in eine schöne Tour mit interessanten Zwischenstopps verwandelt, für den ist die Umgehung der Maut geeignet. Für „Direkt-sofort-am-Meer-Planscher“ bietet sich die meist kürzere Strecke über die kostenpflichtigen Straßen an. Jedoch empfiehlt es sich, jede Route individuell zu betrachten. So findet man die für sich interessante und beste Stecke heraus. „Reisemobil International“ hat in der April-Ausgabe noch folgende Routen mit Stuttgart als Ausgangspunkt berechnet: Nach Frankreich an die Côte d´Azur, in die Bretagne und nach Aquitanien. Italienische Reiseziele sind die Provinz Apulien und die Lombardei. Weitere getestete Routen führen nach Tessin in die Schweiz sowie Kroatien.

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