Vom Rushh-Drive zum Bus-Drive??? Von wegen...!!! (Katharina Kuhlmann , 01.01.2009)
Ihr kennt sicher das berühmt-berüchtigte Gumball 3000 - oder Canonball-Straßenrennen. Angelehnt an dieses Konzept hat es Rushh-Drive 2007 schon einmal geschafft, dieses viertägige Rennen auf legale Weise umzusetzen. Buy-in-fee war 3.100 Euro, und eine Siegerprämie von 100.000 Euro wartete schon auf mich (kleiner Scherz).
Doch in diesem Jahr machte uns die bayerische Polizei uns einen Strich durch die Rechnung. Nur mit Nennung des Passwortes ließ mich der maskierte und bewaffnete Wächter in die streng geheim gehaltene und überwachte Lagerhalle in Poing (bei München), was mich ein wenig zum Schmunzeln brachte. Ganz schön viel Hype hier, dachte ich mir.
Harte Gegner mit großen Namen
In der riesigen Halle standen schon einige attraktive Boliden bereit, um für das viertägige Rennen beklebt und in meinem Falle noch mit Kameras ausgestattet zu werden. Oh je, ob ich da wohl eine echte Siegeschance habe, neben Porsche Biturbos, diversen Ferraris, Lamborghini Gallardos und Co.??? Vier Rallyetage von München über Prag, Frankfurt und Düsseldorf standen bevor, mit diversen Challenges und natürlich einem heftigen Partyprogramm.Die erste Party fand im P1 in München statt, wo ich schon auf meine ersten Mitstreiter traf. In erster Linie eigentlich ausschließlich männliche Fahrer. Die einzigen Ladies waren entweder Russh-Grid-Girls oder Damen, die sich im Glanz des Prince of Germany suhlten. Als die Party ihren Höhepunkt erreichte, kam die SMS an alle Rushh-Driver, dass die Polizei sämtliche Namen und Telefonnummern über das Hotel erfahren hätte und man quasi nach uns fahnden würde. „Soll das ein Witz sein?“, schoss es mir durch den Kopf, man kann auch anders ein bisschen Nervenkitzel inszenieren. Woher soll zum einen die Polizei wissen, dass wir alle in München im Bayerischen Hof eingecheckt haben? Und zum anderen war offiziell verlautbart worden, dass das Rennen in Hamburg starten soll. Und seit wann gibt man seine Handynummer dem Hotel bekannt? Kindergarten!
Reisebus statt Porsche, Ferrari, Lambo und Co.
Doch am nächsten Morgen, oder sagen wir es so: drei Stunden nach der Feier, saßen wir alle im Frühstücksraum und warteten gespannt auf eine Ansage vom Veranstalter, wann es nun endlich losginge. Um zwölf Uhr quälten wir uns alle zur Besprechung in den Festsaal, wo uns dann eröffnet wurde, dass die Polizei alle Fahrzeuge bis Samstag beschlagnahmt habe. Samstag solle dann das Rennen offiziell beginnen, und bis dahin sollten wir die geplante Rushh-Route im Bus abfahren und vier Tage feiern. Anschließend würde sich das Rennen auf die Strecke München - Düsseldorf beschränken.Plötzlich Aufruhr in der Menge, ein Zivilpolizist mitten unter uns! Fazit: Alle Fahrzeuge blieben bis Sonntag in Gewahrsam. Ein Bus brachte uns dann zur Lagerhalle nach Poing, wo einige Beamte unsere Personalien aufnahmen. Doch die Organisatoren des Rushh-Drives waren für einen streng katholischen Feiertag, den Fronleichnam, erstaunlich gut organisiert. Da standen nun zwei riesige Reisebusse bereit, um uns nach Prag zu bringen, und die Rushh-Grid-Girls hatten alle Transparente in der Hand mit der Aufschrift: „Gebt uns unsere Ferraris wieder!“ Neben einem Sarg mit einem Totenkranz und Schärpe: „In Gedenken an den gestorbenen Rushh-Drive“ trompetete ein Totengräbermusikant. Mmmhhh, kann man innerhalb drei Stunden all dies organisieren, oder wurden wir hier etwa perfekt vorgeführt?Nächste Woche: Teil 2 der Rushh Drive-Story. Das Katz-und-Maus-Spiel geht weiter.Eure Katharina Kuhlmann