Kann sich das Reptil-Navi durchbeißen?

Becker drängt mit dem „Traffic Assist Z 100 Crocodile“ auf den Markt der motorradtauglichen Navigationssysteme. Merkmale: Eigenwilliges Design im reptilartigen Adventure-Look, großes Display, günstiger Preis. Aber kann sich Der Neuling gegen die etablierte Konkurrenz durchbeißen? Ein Praxistest. ( , 01.01.2009)

Das Teil reizt: Sieht scharf aus und kostet mit knapp 300 Euro nur rund die Hälfte vom Navi des Marktführers. Auch im Vergleich zu weiteren Konkurrenten liegt das Becker Crocodile sehr günstig. Dazu eine bewährte und umfangreiche Software mit 42 europäischen Ländern, ein großer 4,3-Zoll-Touchscreen, zwei GB interner Speicher und MP3-Player-Funktion.

Gute und günstige Bike-Halterung als Zubehör

Nachteil auf den ersten Blick: Eine Motorradhalterung gehört nicht zum Standardumfang. Diese ist aber als Zubehör für nur 13 Euro erhältlich und erweist sich als praktisch und robust. Schade auch: Das Crocodile ist nicht wasserdicht, sondern nur spritzwassergeschützt. Das reicht für die meisten Touren, bei prasselndem Dauerregen aber hört das Einsatzspektrum spätestens auf.

Hervorragende Bedienung und Software

Die Bedienung des Becker Z 100 ist intuitiv und übersichtlich. Man kommt mit allen Funktionen auf Anhieb zurecht – auch ohne langes und kompliziertes Studium einer Anleitung. Das fängt mit der rasanten Standortbestimmung an und endet mit Detail-Einstellungen wie männliche oder weibliche Stimme. Ebenso überzeugend: Der Biker kann bei den vorgeschlagenen, motorradspezifischen Routen wählen zwischen: Schnelle, kurze, optimale und einfache Route. Im Praxiseinsatz hat sich die „einfache“ Option als die beste erwiesen.Leichte Einschränkungen der Bedienbarkeit stellten wir während der Fahrt fest. Hier ist es nicht ganz so leicht, mit Motorradhandschuhen etwa in der Landkarte zu scrollen. Schier unmöglich erscheint es sogar, durch Leder oder Goretex hindurch die Becker-typische „Zurück-Taste“ zu betätigen.

Riesiges Display spiegelt leicht

Zwiespältig wirkt das Display während der Fahrt: Mit einer Diagonalen von über elf Zentimetern ist es größer als die Konkurrenz und glänzt mit hervorragender Auflösung. Die Grafik überzeugt etwa mit gut lesbaren Richtungspfeilen oder dem attraktiven 3D-Modus (vor allem bei der Fahrt durch Städte hindurch). Nachteile: Leider ist das Display auch etwas spiegelnd und somit bei grellem Licht nicht mehr so gut ablesbar. Immerhin schaltet es je nach Einstellung automatisch von Tag- auf Nachtmodus um, wenn man zum Beispiel in einen Tunnel fährt.Ganz in seinem Revier ist das Crocodile von Becker in Sachen Navigation. Schnelle Ortung von Satelliten, unkomplizierte Eingabe, schnelle und exakte Routenwahl und Zielführung. Das Timing der Sprachansagen sowie der optischen Anzeigen stimmt.

Alles in allem sehr überzeugend

Leichte Einschränkungen in der Ausstattung oder bei der Lesbarkeit des Displays gleicht das robuste Reptil durch die Größe des Bildschirms aus. Außerdem: Für diesen günstigen Preis kann man das nur spritzwassergeschützte Navi schon mal in den Tankrucksack stecken, wenn man an einem von 100 Motorradtagen mal durch heftigsten Regen fahren muss. Wer sich die wesentlich teureren Konkurrenzprodukte nicht leisten will oder kann, ist mit dem Becker Traffic Assist Z 100 Crocodile bestens bedient. Das Reptil wird sich in seiner Preisklasse durchbeißen.

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