Von der Rennstrecke auf die Straße
2012 liegt die Geburtsstunde des Mercedes SL 60 Jahre zurück. Seine Wurzeln liegen im Rennsport und gehen auf den 300 SL Rennsportwagen W194 aus dem Jahr 1952 zurück. Dieser kann für die Schwaben einige Erfolge verbuchen und wird so zu Lebzeiten schon zur Legende. Zu seinen Errungenschaften zählen zweite und vierte Plätze bei der Mille Miglia, ein Doppelsieg bei den 24 Stunden von Le Mans, ein Vierfachsieg beim Sportwagenrennen auf dem Nürburgring sowie ein Doppelsieg bei der Panamericana durch Mexico. Dieser Rennwagen bildet die Grundlage für die beiden Seriensportwagen 300 SL und 190 SL, die Mercedes 1954 der Weltöffentlichkeit auf der International Motor Sports Show in New York präsentiert. Dort schlägt er ein wie eine Bombe. Besonders der Gitterrohrrahmen und die Flügeltüren begeistern Presse und Zuschauer gleichermaßen. Den 300 SL, Baureihe W 198, stellen die Stuttgarter als Coupé, den 190 SL der Baureihe W 121 als Roadster vor. Ab 1957 gibt es auch eine Roadster-Variante des 300 SL. Damit ist der Grundstein für einen langen Erfolg der Baureihe mit dem aus dem Rennsport stammendem Kürzel „SL“ (Super Leicht) gelegt.
-
- Eine der meistbeachteten Neuerscheinungen auf dem Genfer Automobilsalon 1963 ist der neue SL. Wegen seiner charakteristischen Dachform, die an fernöstliche Tempelbauten erinnert, geht er als „Pagode“ in die Mercedes-Annalen ein.
Asiatische Anleihen
Eine der meistbeachteten Neuerscheinungen auf dem Genfer Automobilsalon 1963 ist der neue SL. Der Roadster soll Nachfolger für gleich zwei Vorgänger, den 300 SL und den 190 SL, sein und tritt somit ein schweres Erbe an. Wegen seiner charakteristischen Dachform, die an fernöstliche Tempelbauten erinnert,geht er als „Pagode“ in die Mercedes-Annalen ein. Der W113 ist als komfortabler Zweisitzer mit hohen Fahrleistungen konzipiert. Drei Ausführungen sind lieferbar: eine offene Version mit Hardtop, eine Ausführung mit Faltverdeck und ein Hardtop-Coupé. Auch diese Generation besitzt das SL-Gesicht mit dem zentralen Stern. Die Pagode baut auf der Bodengruppe der „Heckflosse“ auf, der weltweit ersten Limousine mit Sicherheitskarosse. Diese Bauweise geht auf den Ingenieur Béla Barényi zurück, der für viele Sicherheitsmerkmale bei Mercedes-Benz verantwortlich ist. Daher wartet der W 113 auch mit besonders steifer Fahrgastzelle und Knautschzonen auf. Auch der auf 2,3 Liter aufgebohrte Sechszylinder stammt aus der HeckflosseW 111 und leistet 150 PS. Von 1963 bis 1971 werden knapp 49.000 Pagoden produziert – eine beachtliche Zahl für einen Premium-Sportwagen. Heute machen ihre hoheGesamtqualität, ihre Eleganz und klaren Linien die Baureihe W 113 zu einem begehrten Objekt für Restauratoren und Sammler.
-
- Die Siebziger nehmen ihren Anfang mit dem R 107, bekannt aus der US-TV-Serie „Hart aber herzlich“. Er ist der erste Roadster, der mit einem „R“ statt einem „W“ gekennzeichnet ist.
Hart aber herzlich
Die Siebziger nehmen ihren Anfang mit dem R 107, bekannt aus der US-TV-Serie „Hart aber herzlich“. Er ist der erste Roadster, der mit einem „R“ statt einem „W“ gekennzeichnet ist. Darüberhinaus weist die Baureihe eine weitere Besonderheit auf. Nach eigenmächtiger Entwicklungsarbeit des Leiters der Karosserie-Konstruktion Karl Wilfert schafft es dieser,mit enormer Beharrlichkeit den Entwicklungsvorstand von seiner Arbeit zu überzeugen. So kommt es, dass als einziges Mal bei einer SL-Baureihe überhaupt zusätzlich ein 2+2-sitziges Coupé angeboten wird. Ab 1981 nimmt Mercedes den sogenannten SLC ins Programm auf. In seiner 18 Jahre währenden Lebenszeit - außer der G-Klasse wurde kein Modell länger gebaut - erhält der 107er SL eine ganze Reihe von Motoren.Erstmals in der SL-Baureihe arbeiten Achtzylindermotoren unter der Haube des Roadsters. Topmotorisierung ist der SL bzw SLC 500. Der 560 bleibt dem amerikanischen, australischen und japanischen Markt vorbehalten. Allein der SLC kommt 1978 als 450 SLC 5.0 auf den Markt,in dem der neue Fünfliter-Leichtmetall-V8 zunächst lanciert wird. Er ist das Rallyebasis-Auto, mit dem Mercedes an diversen Rallyes wie der East-African Safari oder der „Vuelta a la Americana Sud“ teilnimmt, eine Mammut-Rallye von fast 30.000 Kilometern Länge durch zehn Länder Südamerikas.
-
- Zahlreiche technische Innovationen debütieren im R 129, angefangen beim hochstabilen Integralsitz über das vollautomatische Stoffverdeck, ein völlig neues Fahrwerk bis hin zum automatischen Überrollbügel. Doch das ist noch lange nicht alles. Auch motorenseitig stößt Mercedes in neue Regionen vor. Der R 129 bietet dem ersten Zwölfzylinder im SL Raum und Platz.
Im Technologieträger durch die 90er
Auf dem Genfer Autosalon 1989 präsentiert Mercedes einen SL, der mit dem Vorgängermodell rein gar nichts mehr zu tun hat. Chefdesigner Bruno Sacco hat ganze Arbeit geleistet: mit dem neuen schnörkellosen Design trifft der Premium-Hersteller den Zeitgeist genau. Bald ist die Produktionskapazität ausgelastet und Käufer müssen mehrjährige Lieferfristen in Kauf nehmen. Zahlreiche technische Innovationen debütieren im R 129, angefangen beim hochstabilen Integralsitz über das vollautomatische Stoffverdeck, ein völlig neues Fahrwerk bis hin zum automatischen Überrollbügel. Doch das ist noch lange nicht alles. Auch motorenseitig stößt Mercedes in neue Regionen vor. Der R 129 bietet dem ersten Zwölfzylinder im SL Raum und Platz. 1992 leistet das neue Topmodell SL 600 stramme 394 PS.Zudem sind erstmals offiziell AMG-Versionen orderbar. Im Sommer 2001 endet die Produktion der Baureihe R 129 nach zwölf Jahren und insgesamt 204.940 Exemplaren.
-
- 2001 erscheint die gerade noch aktuelle SL-Generation mit internem Kürzel R 230. Die größte Neuerung am neuen SL ist das Vario-Dach. Erstmals in der SL-Geschichte bekommt der Roadster ein automatisches Metallklappdach wie der SLK. Im Bild: der SL 65 AMG.
Erstmals mit Metallklappdach
2001 erscheint die gerade noch aktuelle SL-Generation mit internem Kürzel R 230. Die größte Neuerung am neuen SL ist das Vario-Dach. Erstmals in der SL-Geschichte bekommt der Roadster ein automatisches Metallklappdach wie der SLK. Innen glänzt der Roadster mit einem Maximum an Komfort. So halten elektrische Sitze mit Memory-Funktion, Klima-Automatik, lederbezogene Integralsitze sowie zahlreiche Assistenzsysteme Einzug im SL. Dies soll aber den Fahrleistungen nicht im Wege stehen. Topmodell ist zunächst der SL 500. Kurz darauf kommt der SL 55 AMG mit 476 PS dazu. 2003 folgt der Zwölfzylinder SL 600, ein Jahr später der SL 65 AMG mit 612 PS. 2008 und 2009 demonstriert Mercedes den sportlichen Anstrich des SL mit einem Einsatz des SL 63 AMG als OfficialSafety Car in der Formel 1. Auf der Detroit Motor Show stellen die Schwaben aktuell die neue SL-Generation R 231 vor. Voraussichtlich ab März ist der SL käuflich zu erstehen.

