Neue Formensprache
Bei seiner Markteinführung 1982 zeigt der neue Benz mit dem internen Kürzel W 201 völlig neue Formen. Im Vergleich zu älteren Mercedes-Modellen wirkt er geradezu nüchtern und geradlinig. Das neue Design geht auf Bruno Sacco zurück. Sein Name dürfte vielen wegen der nach ihm benannten Sacco-Bretter ein Begriff sein. Revolutionär wirkt die neue Formensprache nicht gerade, doch die kleine Mittelklasse-Limousine ist zukunftsweisend für die Stuttgarter Modellpalette. Ihr Designer steht auch heute noch hinter seinem Entwurf: „Der Mercedes 190 war ein Auto, das formal provozieren sollte“, sagt Bruno Sacco. „Wir wollten neue Kunden erobern und mussten deshalb Aufmerksamkeit wecken – zum Beispiel durch ein für damalige Verhältnisse ungewöhnliches Heck-Design und sehr markante Konturen. Wenn ich mir diesen Wagen heute anschaue, muss ich sagen, dass er noch immer ein sehr schönes Auto ist.“
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- Absolut innovativ ist die Raumlenkerachse des 190ers, die auch heute noch in aktuellen Mercedes Benz-Modellen verbaut wird. In dieser Konstruktion wird jedes Hinterrad von fünf unabhängigen Lenkern geführt, was für eine optimal kontrollierte Radführung sorgt. Das vermeidet unerwünschte Lenkbewegungen des Rades und sorgt damit für ein ausgeglichenes Fahrverhalten.
Innovativ
In Sachen Fahrverhalten, passiver Sicherheit und Zuverlässigkeit orientiert sich der im Volksmund auch gern „Baby Benz“ genannte 190er kompromisslos an seinen größeren Schwestermodellen. Dazu bringt der kleine Mercedes mit seinen kompakten Abmessungen ein Gewicht von nur 1.180 Kilogramm auf die Waage. Weniger Gewicht sorgt auch für mehr Wirtschaftlichkeit. Auch wenn der 190er sich einiges von der S-Klasse W 126 abgeschaut hat, sind grundlegende Konstruktionselemente neu. Das Fahrwerk beispielsweise ist eine komplette Neukonstruktion. Absolut innovativ ist seine Raumlenkerachse, die auch heute noch in aktuellen Mercedes Benz-Modellen verbaut wird. In dieser Konstruktion wird jedes Hinterrad von fünf unabhängigen Lenkern geführt, was für eine optimal kontrollierte Radführung sorgt. Das vermeidet unerwünschte Lenkbewegungen des Rades und sorgt damit für ein ausgeglichenes Fahrverhalten.
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- Die Durchschnittsgeschwindigkeiten liegen bei sagenhaften 250 km/h. Der 190er E 2.3-16 stellt Langstreckenweltrekorde über 25.000 Kilometer, 25.000 Meilen und 50.000 Kilometer auf.
Weltrekorde in Nardo
Motorenseitig beginnt 1982 alles mit dem 190 und dem 190E. Erstmals setzen die Mercedes-Ingenieure hier die mechanisch-elektronisch gesteuerte Einspritzanlage Bosch KE-Jetronic ein. Damit spurtet der kompakte 190 E immerhin bis auf 195 km/h. 1983 kommt der sogenannte Flüsterdiesel 190 D mit zwei Litern Hubraum und vier Zylindern dazu. Er ist weniger als halb so laut wie vergleichbare Dieselantriebe seiner Zeit. Der Diesel-190er findet reißenden Absatz: In zehn Jahren Bauzeit entstehen 463.366 Exemplare. Ganz am anderen Ende der Skala, weit weg vom vernünftigen Diesel, befindet sich der 190 E 2.3-16. Das damalige Spitzenmodell der Baureihe erkennt man am Äußeren bereits sofort. Auffälligstes Erkennungsmerkmal: der Heckflügel. Noch vor seiner Präsentation auf der IAA 1983 führt Mercedes Hochgeschwindigkeitstests auf dem Rundkurs im italienischen Nardo durch. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten liegen bei sagenhaften 250 km/h. Der 190er E 2.3-16 stellt Langstreckenweltrekorde über 25.000 Kilometer, 25.000 Meilen und 50.000 Kilometer auf. Damit gibt der 190er einen Vorgeschmack auf seine kommende Karriere im Motorsport. Sein Renndebüt hat er am 12. Mai 1984 beim offiziellen Rennen anlässlich der Wiedereröffnung des Nürburgrings. Formel 1-Größen und ehemalige Rennsportweltmeister fahren alle in identischen 190er Mercedes. Neben dem glorreichen Einstand des E 2.3-16 wirft auch ein aufstrebender Youngster die Schatten auf seine ruhmreiche Karriere voraus. Ayrton Senna, damals ein nur wenig bekannter Rookie, lässt Formel 1-Stars wie Niki Lauda einfach stehen und sichert sich souverän den Sieg. Die Straßenversion des Sechzehnventilersgeht im September 1984 in Serie.
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- Großer Preis der Tourenwagen auf dem Nürburgring, 03.09.1990. Klaus Ludwig mit der Startnummer 7 mit einem AMG Mercedes Rennsport-Tourenwagen 190 E 2.5-16 Evolution II.
Motorsporterfolge
Der 190 E 2.5-16 ist die Basis für die bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft eingesetzten Rennsport-Tourenwagen der Gruppe A. Als Homologationsmodell entsteht der Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution, der für Renneinsätze noch weiter modifiziert wird. Ein Jahr später wirdmit dem 190 E 2.5-16 Evolution II die nächste Entwicklungsstufe gezündet. Dieser leistet nun 235 PS und erlaubt nochmals verbesserte Fahrleistungen. 1991 und 1992 gewinnen Mercedes 190 E die Konstrukteurswertung der DTM. 1992 kann Klaus Ludwig auch die Fahrerwertung für sich entscheiden. Bei 16 von 24 Rennen steht ein Fahrer eines 190ers in der Mitte des Siegerpodests. In der Gesamtwertung belegen 190er Mercedes die Plätze eins bis drei. Kein anderes Auto sammelte bis dato in einer DTM-Saison mehr Siege, mehr Punkte, mehr Trainingsbestzeiten, mehr schnellste Runden und mehr Führungskilometer als die von AMG aufbereiteten 190 E 2.5-16 der zweiten Evolutionsstufe.
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- 1993 legt Mercedes die Produktion des 190ers der Baureihe W 201 still. Bis dahin werden 1.879.630 Fahrzeuge des Typs gebaut. Diese Zahl steht nicht nur für den Erfolg eines Modells, sondern auch für die Entscheidung, die Mercedes-Modellpalette nach unten hin zu erweitern.
190er damals und heute
1993 legt Mercedes die Produktion des 190ers der Baureihe W 201 still. Bis dahin werden 1.879.630 Fahrzeuge des Typs gebaut. Diese Zahl steht nicht nur für den Erfolg eines Modells, sondern auch für die Entscheidung, die Mercedes-Modellpalette nach unten hin zu erweitern. Der 190er ist der Vorläufer aller C-Klassen. Sein direkter Nachfolger ist die erste C-Klasse der Baureihe W 202. Bis heute hat noch eine gute Zahl von 190ern überlebt, was eindeutig für seine Qualität spricht. Die Evo-Modelle und die Sechzehnventiler haben sich zu echten Sammlerstücken entwickelt, die auch heute noch gute Preise erzielen. Kaum ein anderer Gebrauchtwagen bietet heutzutage im unteren Preissegment so viel Auto fürs Geld wie die kleineren Motorisierungen des 190ers, wie die 1,8- oder zwei Liter-Modelle. Der Baby-Benz setzt ab 1982 Maßstäbe, die auch heute noch nachhaltig seine Historie beeinflussen.

