Optisch ändert sich beim Modellwechsel vom alten zum neuen Bentley Continental GT nur wenig. Die Revolution findet im Verborgenen statt – mit einem neuen und deutlich sparsameren Motor. Sein Debüt feiert das neue Luxus-Coupé in gut drei Wochen auf dem Pariser Autosalon. (Thomas Harloff , 08.09.2010)
Mit dem Continental GT in die Moderne
Als 2003 der Continental GT auf den Markt kommt, ist das Luxus-Coupé Bentleys Eintrittskarte in die automobile Neuzeit. Fünf Jahre gehört die Marke seinerzeit zum VW-Konzern,der Continental GT ist das erste Auto, das komplett unter der Regie von Volkswagen entwickelt wird. Statt antiquierter Rolls-Royce-Duplikate verlassen nun modern und unverwechselbar gezeichnete Autos das Werk in Crewe. Motor-, Allrad- und Fahrwerkstechnik leiht sich der Continental GT aus den Regalen der Konzernmutter. Trotz (oder wegen?) üppiger Preise wird der Continental GT zum Erfolg, die Marke hat endlich wieder ein scharfes Profil. Der jetzt vorgestellte Nachfolger tritt also in wahrlich große Fußstapfen.
Das Design: Evolution statt Revolution
So ist es nur zu verständlich, dass die Bentley-Designer nur leichte Retuschen am Blechkleid vorgenommen haben. Der Kühlergrill steht nun etwas steiler im Wind, das Design der neuen chromeingefassten Scheinwerfer mit integriertem LED-Tagfahrlicht lehnt sich an das des Flaggschiffes Mulsanne an. Auch das Heckprofil mit der nun stärker ausgeformten Heckklappe greift die Formensprache der Limousine auf. Die Abmessungen ändern sich kaum, der neue Continental GT legt in allen Bereichen lediglich um ein paar Millimeter zu.
Mehr Power, mehr Topspeed, mehr Fahrdynamik
Das sorgt in Zusammenarbeit mit dem leicht erstarkten Motor für ein etwas besseres Leistungsgewicht. Der Sechs-Liter-W12 mit doppelter Turboaufladung bringt es nun auf 575 statt 560 PS, das maximale Drehmoment wächst von 650 auf 700 Nm. Das hat zwar keinen Einfluss auf den Topspeed (318 km/h sollten in den meisten Fällen locker ausreichen), verbessert aber das Sprintvermögen: Mit 4,6 Sekunden von Null auf Hundert ist der Neue zwei Zehntel schneller als der Alte. Das neue, vom Spezialisten ZF gelieferteQuickshift-Getriebe mit um 50 Prozent verkürzten Schaltzeiten leistet seinen Beitrag zum besseren Sprintvermögen. Um das Fahrverhalten zu versportlichen, haben die Ingenieure die Spurweite verbreitert und den Allradantrieb etwas hecklastiger (40:60 statt 50:50) ausgelegt.
Auch Bentley muss sparen – nämlich Sprit und CO2
Doch es hilft nix: Auch eine Luxusmarke wie Bentley muss an die Umwelt denken. 16,5 Liter Durchschnittsverbrauch und ein CO2-Ausstoß von 384 g/km mögen für einen doppelt aufgeladenen Zwölfzylinder okay sein, sind angesichts immer strenger werdender Emissions- und Verbrauchs-Vorschriften auf Dauer aber zu viel. Statt jedoch das um gerade einmal 65 auf immer noch viel zu schwere 2.320 Kilogramm Leergewicht abgespeckte Luxus-Coupé weiter auf Diät zu setzen, verfahren die Briten nach dem Downsizing-Prinzip. Ende 2011 wird Bentley erstmals einen V8-Motor für den neuen Continental GT anbieten. Über dieses Triebwerk, das im Gegensatz zum W12 im Stammwerk in Crewe gebaut werden wird, verraten die Briten bisher nicht viel. Er wird über vier Liter Hubraum verfügen und soll die CO2-Emissionen im Vergleich zum Zwölfender um 40 Prozent drücken. Dabei hilft auch die Auslegung für Bio-Ethanol-Kraftstoff. Wie das W12-Aggregat verträgt der V8-MotorStandard-Benzin genauso gut wie E85-Sprit bzw. jedes dazwischen liegende Mischverhältnis.
Innen wie außen
Das beim Außendesign angewendete Prinzip kommt auch im Interieur zum Tragen. Hier und da wird leicht gestrafft, modernisiert und geschönt, ohne es jedoch zu übertreiben. Schließlich soll sich die Stammkundschaft auch im neuen Continental GT zurechtfinden. Das Armaturenbrett ist nun etwas geschwungener und selbstverständlich mit Holz und Leder allererste Güte verkleidet und bezogen. Vom neuen, deutlich schlankerenDesign der vorderen Sitze sollen vor allem die Fondpassagiere profitieren; in der zweiten Reihe gibt es nun mehr Platz und Komfort. Ansonsten haben die Ingenieure am Bediensystem und der Unterhaltungselektronik gefeilt. Besonders die HiFi-Anlage soll neue Klangmaßstäbe setzen.
Auf dem Pariser Autosalon (2. bis 17. Oktober 2010) zeigt sich der neue Bentley Continental GT erstmals der Weltöffentlichkeit. Anfang 2011 soll er dann in die Showrooms der Bentley-Vertretungen in aller Welt rollen. Zu Preisen äußern sich die Briten bisher nicht. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass auf den Preis der Vorgängers (in Deutschland knapp 180.000 Euro) ein paar Scheine draufgepackt werden müssen.
Im Leben gibt es immer zwei Wege, um ans Ziel zu kommen.......den Harten und den Zarten.
Der harte Weg: Lotus Exige S. Der Lotus ist vom Charakter näher am Sport als an jeder Straßenzulassung. Ein böses Mittelmotor-Insekt mit Kompressor, das nur einen Gegner kennt: den Fahrer.
Der...