Jenson Button: Vom ewigen Talent zum Weltmeister
Nein, Jenson Button ist keine weltmeisterliche Eintagsfliege, das hat er 2011 bewiesen. Nach einem für ihn schwierigen ersten McLaren-Jahr hat sich der smarte Brite in der vergangenen Saison einerseits teamintern emanzipiert und sich zweitens im unterlegenen Chrompfeil auch im gesamten Fahrerfeld als "Best of the Rest" durchgesetzt. Und damit schon zum zweiten Mal in seiner Karriere auf höchstem Niveau überrascht. Rückblende, Saisonbeginn 2009: Gerade als Jenson Button Gefahr läuft, endgültig als ewiges Talent abgestempelt zu werden, legt er die Saison seines Lebens hin. Nachdem er zu diesem Zeitpunkt nach dem Ausstieg seines Honda-Teams praktisch arbeitslos ist, übernimmt Ross Brawn das Team und stellt Button das schnellste Auto hin. Der Brite weiß das zu nutzen, gewinnt fünf der ersten sieben Rennen, fällt nur einmal aus und krönt sich am Ende der Saison souverän zum Weltmeister. Bis Jenson Button sein Meisterstück abliefern kann, muss er in der Formel 1 jedoch einen steinigen Weg beschreiten, nachdem er zuvor einen steilen Aufstieg hingelegt hat.
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- Jenson Button hat seinen Helm, der die britischen Nationalfarben präsentiert, im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert.
Bei Williams-BMW Teamkollege von Ralf Schumacher
Schon als junger Kart-Pilot zeigt sich, dass Button über viel Talent verfügt. Im Kartsport sammelt er zahlreiche Jugendtitel, auch in seiner ersten Formel Ford-Saison kann er sich sofort die Meisterschaft sichern. Das nächste Jahr verbringt Button in der britischen Formel 3. In der traditionell heiß umkämpften Serie belegt der Neuling sofort Rang drei in der Gesamtwertung, wird „Rookie of the Year“. Als Lohn winkt ein Formel 1-Vertrag: Frank Williams holt seinen 20-jährigen Landsmann in das Williams-BMW-Team. Als Teamkollege von Ralf Schumacher kann Button einige Glanzlichter setzen, merkt aber auch, dass die Trauben in der Formel 1 höher hängen als in den Nachwuchsserien. Gesamtrang acht liest sich gut für einen Piloten in seiner Debütsaison, doch Schumi II kann doppelt so viele Punkte sammeln wie Button (24 zu zwölf).
VON BAR zu Williams und zurück: Das Wechseltheater 2005
Schon 2001 folgt der Wechsel zum Benetton-Team. 2003 – Benetton wird ein Jahr zuvor von Renault übernommen – geht Button zum ambitionierten BAR-Team. Es folgen zwei durchaus erfolgreiche Saisons, 2004 gelingt Button der dritte Rang in der Gesamtwertung. Schon früh unterschreibt Button für die Saison 2005 beim Williams-Team – eine Entscheidung, die er schnell bereut. Williams befindet sich auf dem absteigenden Ast, BAR scheint dagegen zu den Top-Teams aufzuschließen. Letztlich kauft BAR Button frei, er bleibt bei seinem Team und kann 2006 beim Ungarn-Grand Prix - inzwischen ist aus BAR das offizielle Honda-Werksteam geworden - seinen ersten Grand Prix-Sieg feiern.
Aus der Versenkung zum WM-Titel
Ab 2007 zeigt die Formkurve des Honda-Teams stark nach unten – und damit auch die von Jenson Button. 2007 kann Button wenigstens noch sechs WM-Punkte holen, 2008 nur noch drei. Die Honda-Krise gipfelt im Ausstieg Ende 2008, Buttons Verbleib in der Formel 1 hängt am seidenen Faden. Dann übernimmt Ross Brawn das Honda-Team – der Rest ist Formel 1-Geschichte. 2010 folgt also der Wechsel zu McLaren-Mercedes, der wieder mit
Nebengeräuschen über die Bühne geht. Nachdem Button aus bekannten
Gründen 2009 für ein Minimalgehalt fährt, will er 2010 seinen Titel auch
finanziell gewürdigt wissen. Als die Verhandlungen mit Ross Brawn, der
seine Truppe inzwischen an Mercedes verkauft hat, ins Stocken geraten,
besucht Button die McLaren-Fabrik. Für Ross Brawn ein Vertrauensbruch,
der ihn ermutigt, mit Michael Schumacher in konkrete
Vertragsverhandlungen zu treten. Button wechselt daraufhin tatsächlich zum
McLaren-Team.
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- Der McLaren-Mercedes MP4-27 ist der neue Diestwagen von Jenson Button, mit dem er Red Bull das Leben wieder schwerer machen möchte als in den beiden Jahren zuvor.
Button überflügelt Hamilton
Das Wagnis, in Lewis Hamiltons Hofstaat einzudringen, beginnt vielversprechend. Zwei der ersten vier Rennen kann Button gewinnen. Doch danach wird es zäh: Das Team verliert den Anschluss zu Red Bull und Ferrari, und während Hamilton verbissen um seine Titelchance kämpft, scheint sich Button kampflos seinem Schicksal zu fügen. Am Saisonende steht WM-Rang fünf in der Ergebnisliste. Doch 2011 dreht er den Spieß um: Mit drei Saisonsiegen schafft er zwar genauso viele wie Teamkamerad Hamilton, doch während sich dieser immer wieder in Scharmützeln ergeht und damit seinen Ruf ramponiert, zeigt Button eine beeindruckende Konstanz und fährt ungefährdet zu Gesamtrang zwei. Er kommt bestens mit den Pirelli-Reifen klar, weiß das Maximum aus seinem Auto herauszuholen, ohne es zu überfordern, und zeigt Zweikampfhärte, ohne zu nah auf Tuchfühlung zu gehen. Fahrerisch hat Button längst wieder Titelniveau erreicht. Wenn das auch für sein Auto gilt, steht uns eine deutlich spannendere Saison als 2011 bevor.

