Die rollende Straßensperre als starker Quali-Fahrer
Jarno Trulli ist einfach nicht kleinzukriegen. Der Italiener geht 2011 in seine 15te Formel 1-Saison, mit inzwischen 234 GP-Starts liegt er auf Rang fünf der ewigen Bestenliste. Den Sprung zum Top-Piloten hat Trulli zwar nie vollzogen, doch in seiner langen Karriere hat er sich trotzdem einen fast legendären Ruf erarbeitet. Zum einen durch seine regelmäßig tollen Leistungen im Qualifying, andererseits durch die Gabe, selbst vielfach schnelleren Piloten das Überholen so schwer wie möglich zu machen.
Schwerer Start bei Minardi und Prost
Nach zahlreichen Erfolgen im Kart startet Trulli 1995 in der Deutschen Formel 3-Meisterschaft. Nach dem vierten Gesamtrang in seiner Debütsaison sichert er sich 1996 den Meistertitel und stößt damit die Tür zur Formel 1 auf. Allerdings reicht es für Trulli nur für ein Minardi-Cockpit. Nachdem er sich im hoffnungslos unterlegen Minardi sieben Rennen redlich abmüht, hat Alain Prost ein Einsehen und holt den talentierten Italiener in sein Formel 1-Team. Auch dort kämpft Trulli oft auf verlorenem Posten, kann beim Deutschland-Grand Prix in Hockenheim aber ein Glanzlicht setzen. Mit Rang vier sichert sich Trulli die ersten drei WM-Punkte seiner Karriere.
Trulli kapituliert vor Alonsos Übermacht
Trulli bleibt noch zwei Jahre im stets am finanziellen Abgrund stehenden Prost-Team, bis er 2000 zu Eddie Jordan wechselt. Damit beweist er kein gutes Timing, denn das Jordan-Team befindet sich auf dem absteigenden Ast. Mehr als Mittelfeldplätze sind nicht drin. Bei einem Werksteam sieht Trulli bessere Chancen auf Top-Platzierungen und wechselt folgerichtig 2002 zu Renault. Tatsächlich geht es für Trulli aufwärts. Er fährt regelmäßig in die Punkte und scheint auf dem besten Weg in die Formel 1-Elite zu sein. Doch 2003 wechselt ein gewisser Fernando Alonso zu Renault und gewinnt schnell die Oberhand im Team. 2004 kann Trulli in Monaco zwar seinen ersten und bisher einzigen Grand Prix-Sieg feiern, doch gegen den übermächtigen Alonso sieht Trulli kein Land. Konsequenz ist ein Wechsel zu Toyota.
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- Bei Team Lotus muss Trulli auch 2011 viel Aufbauarbeit leisten, kann sich aber ab und an trotzdem als fahrende Straßensperre profilieren.
Mittelfeld-Geplänkel bei Toyota statt Top-Plätze bei Renault
Dem Vernehmen nach verlässt Trulli das Renault-Team im Streit. Aber auch dieser Zeitpunkt scheint schlecht gewählt, schließlich gewinnt Alonso in den beiden Folgejahren die Fahrer-WM, Renault liegt bei den Konstrukteuren ganz vorne. Trulli muss bei Toyota dagegen kleinere Brötchen backen und sich mit Mittelfeld-Plätzen zufrieden geben. Der Angriff auf Grand Prix-Siege oder gar WM-Titel verpufft, mehr als ein siebter WM-Rang in fünf Jahren Toyota springt für Trulli nicht heraus. Als die Japaner zum Jahresende 2009 aussteigen, scheint Trullis Zeit in der Königsklasse abgelaufen zu sein. Doch als das Lotus-Team um seinen alten Kumpel, den Technischen Direktor Mike Gascoyne, anklopft und ein erfahrenes Piloten-Duo für 2010 sucht, greift der Italiener zu. Beim malaysisch-englischen Team muss Trulli viel Aufbauarbeit leisten, kann sich aber ab und an trotzdem als fahrende Straßensperre profilieren.

