Erster Großserien-Zwölfzylinder
Jaguar spielte schon immer in der Liga rassiger Sportwagen und luxuriöser Oberklasse-Limousinen. 1971ist ein Reihensechszylinder aber nicht mehr das Maß aller Dinge. Um die sowohl anspruchsvolle wie auch solvente Kundschaft zu befriedigen und gleichermaßen im internationalen Konkurrenzkampf zu bestehen, strebt Jaguar nach Höherem. Ergebnis dieses Strebens ist der weltweit erste Großserien-Zwölfzylinder. Der 5,3 Liter V-Motor leistet 276 PS und ein maximales Drehmoment von 412 Nm. Mit dieser kompletten Neuentwicklung, deren Ursprung jedoch bis 1935 zurück reicht, machen die Engländer ihren legendären Sportwagen E-Typezur Ikone. Zunächst ist die Jaguar-Topmotorisierung für den Nachfolger F-Type vorgesehen. Unterdessen ist jedoch der Verkauf des durch amerikanische Abgasvorschriften entschleunigten E-Typesins Stocken geraten. Der neue V12 soll den klassischen Sportwagenproportionen neues Leben einhauchen. Der neue Motor gleicht das Leistungsdefizit aus, die Käufer bemängeln allerdings die schwindende Agilität und Aggressivität.
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- 1972 kommt er bereits im Jaguar XJ 12 zum Einsatz. Die „schnellste Großserienlimousine der Welt“ kratzt sogar an der 230 km/h-Marke.
Majestätische Laufkultur contra hoher Verbrauch
Der Siegeszug des Zwölfzylinders geht jedoch gerade erst los. 1972 kommt er bereits im Jaguar XJ 12 zum Einsatz. Die „schnellste Großserienlimousine der Welt“ kratzt sogar an der 230 km/h-Marke. Ansporn zu neuen Superlativen bietet BMW 1987. In diesem Jahr präsentieren die Bayern den 750i und kratzen am Alleinstellungsmerkmal der Briten. Als Reaktion darauf werden die mittlerweile sechs Liter großen Insel-Katzen gar 245 km/h schnell. Selbst die Queen bevorzugt royales Reisen im XJ V12. 1975 befeuert der V12 auch das exklusive Jaguar-Coupé XJ-S. Krönender Höhepunkt der Jaguar V12-Ära sind die Motorsporteinsätze des imposanten Triebwerks. 1990 gewinnt der XJR 12 LM die 24 Stunden von Le Mans. 1997 fällt der V12 der wachsenden öffentlichen Diskussion um Verbrauchs- und Abgaswerte zum Opfer und muss damit dem V8 Platz machen. Die majestätische Laufkultur muss den tief brabbelnden Achtzylindern weichen. Heute beschränkt Jaguar seine Topmodelle weiterhin auf V8-Motoren.

