Die Stimmung auf der Intermot in Köln erinnert an die Allianz Arena in München: Wie Jürgen Klinsmann hofft die Bike-Szene auf bessere Zeiten. Der Applaus vom Publikum lässt aber auf sich Warten, bis die Leistung wieder stimmt. So auch in der Motorradbranche: Absatzzahlen 2008 um gut 12 Prozent gesunken. Sensationelle Neuheiten in Köln - Fehlanzeige. Da kann es wirklich nur noch bergauf gehen – aber wie? (Ralf Schütze , 01.01.2009)
Jürgen Klinsmann setzt auf das 3-5-2 System, das seine Mannschaft weder versteht noch umsetzen kann. Suzuki, BMW, Harley & Co. wollen das Publikum mit verhaltener Weiterentwicklung für sich gewinnen. Glanzlichter setzen in Köln nicht die Marktführer, sondern Marken-Zwerge wie Gunbus oder E-Max. Das größte Serienbike der Welt oder ein Elektroroller erregen mehr Aufsehen, als eine um 100 ccm erstarkte K 1300 oder ein wieder mal etwas schnellerer und leichterer Supersportler von Suzuki oder Yamaha.
Sensationen: Bereits bekannt oder ZukunftsmusikZur Ehrenrettung der Motorradhersteller muss man aber sehen: Lange erwartete Sensationen waren schon vor der Kölner Messe bekannt (Beispiel Vmax von Yamaha) oder werden erst im Frühjahr 2009 für Furore sorgen (Beispiel hier: Eine von Insidern vorhergesagte, 1200 ccm starke Yamaha Super Ténéré als Konkurrenz zur BMW R 1200 GS). Und: Mittelklasse-Bikes wie Suzukis SFV 650 Gladius, die überarbeitete Kawasaki ER-6 oder die Yamaha XJ6 Diversion sind sicherlich geeignet, um dem Nachwuchs die Freiheit auf zwei Rädern schmackhaft zu machen.Motorradfahren kann schon in naher Zukunft von alternativen Antrieben abhängen. Auf diesem Gebiet hört man von den großen Herstellern vorerst nur wage Andeutungen, was sich in den nächsten Jahren auf diesem Gebiet tun könnte. Anders der boomende Rollermarkt: Elektroroller von E-Max oder Vectrix kommen bereits auf Reichweiten von bis zu 100 km, die Energie dafür kostet rund 50 Cent. Elektro-Bikes in 25 Minuten aufgeladen?Fehlt nur noch die schnelle Aufladung. Mithilfe spezieller Schnellladetechnik zeichnen sich bei Elektro-Automobilen bereits Ladezeiten von 25 Minuten ab (an der Steckdose dauert die volle Ladung sieben Stunden). Das sollte für stromschluckende Zweiradler erst recht bald möglich sein.Also könnte die Biker-Zukunft so aussehen: Helm runter, Elektroroller oder Strom-Motorrad an die Zapf-Dose gesteckt, Espresso kippen und Zeitung lesen, und schon reicht die Energie wieder für 100 Kilometer. Oder fallen den großen Marken bis dahin doch noch unerwartete Neuigkeiten ein, die uns weiterhin das Bikerleben versüßen? Klinsi oder Bikes – 2009 sind wir schlauerSchon im Frühjahr 2009 wissen wir mehr – sowohl über das Schicksal von Jürgen Klinsmann als auch über die nahe Zukunft des Motorradfahrens.