In Amerika verfeinerter Schwedenstahl

Mit lahmem und unhandlichem Schwedenstahl haben diese Volvos nichts mehr zu tun: Zwei amerikanische Tuner veredeln den neuen C30. ( , 01.01.2009)

Der Volvo C30 ist noch gar nicht auf dem Markt, da gibt es schon die ersten getunten Varianten des edlen Kompakten. Auf der SEMA-Show in Las Vegas, der weltgrößten Tuningmesse, feierten neben dem HS3 Thor des deutschen Veredlers Heico Sportiv zwei weitere aufgemotzte C30 Weltpremiere. Beide stammen von amerikanischen Tunern, beide gehen so richtig in die Breite, und beide können vor Kraft kaum laufen. Etwa 150.000 Besucher haben sich in der Zockermetropole ein hautnahes Bild der beiden aufgemotzten Schweden machen können.

C30 Nummer eins stammt vom Tuner ipd aus Portland, der schon seit 1963 sportliches Volvo-Zubehör anbietet. Äußerlich sieht die ipd-Variante aus wie ein kleiner Tourenwagen, der mit seinen Radlaufverbreiterungen sehr stämmig auf der Straße steht. Die Frontschürze mit integriertem Spoiler schindet mächtig Eindruck, die beiden Nebelscheinwerfer machen bei Bedarf die Nacht zum Tag. Am Heck generiert ein Dachspoiler mehr Abtrieb. Ob dies auch auf den in der Heckschürze integrierten Diffusor zutrifft, ist nicht überliefert. Die eigenwillig geformten Auspuff-Endrohre setzen einen weiteren optischen Akzent am ausladenden Hinterteil.Dass in der kreativen amerikanischen Tuningszene schnöde LSD-Türen nicht mehr ausreichen, um beim Publikum Eindruck zu schinden, hat sich bei der diesjährigen SEMA eindrucksvoll bestätigt. Auch der C30 von ipd setzt in dieser Hinsicht ein Glanzlicht. Wie beim Urvater aller Flügeltürer, dem Mercedes 300 SL von 1955, sind die Scharniere am Dach angeschlagen. Sie öffnen also nicht nach schräg vorne, sondern genau wie beim historischen Vorbild ganz nach oben. Aufsehen erregend sind auch die Felgen, in deren Tiefbett man sich bei Regen unterstellen könnte. Ipd´s Verbundenheit mit der Heimat der Basisfahrzeuge veranschaulicht die blau-gelbe Lackierung.Auch am Motor haben die Mannen von ipd Hand angelegt. Den Turbolader des serienmäßig 220 PS starken Fünfzylinders ersetzen sie durch einen Lysholm-Kompressor, zusätzlich installieren sie eine Lachgas-Einspritzung. Nachdem alle Komponenten mit einer modifizierten Motorsoftware aufeinander abgestimmt worden sind, liefert das Triebwerk satte 380 PS. Eine Hochleistungs-Bremsanlage passt die Verzögerungs- an die Motorleistung an. Ein leistungsfähiges Multimediapaket von Alpine und ipod und eine Innenausstattung in Wagenfarbe runden den Umbau ab.C30 Nummer zwei stammt aus dem amerikanischen Tuning-Mekka schlechthin – Kalifornien. Und der in Monrovia ansässige Tuner Evolve haut sogar noch stärker auf den Putz als die Kollegen aus Portland. Im Gegensatz zu ipd setzen die Mannen von Evolve nicht auf Kompressortechnik, sondern auf die Power von gleich zwei Turboladern. Diese setzen den bekannten Fünfzylinder so unter Druck, dass das Triebwerk mehr als 500 PS liefert. Da ein Fronttriebler mit dieser Power wohl hoffnungslos überfordert wäre, spendieren die Kalifornier zudem einen Allradantrieb.Auch beim Design geht Evolve eigene Wege. Den unteren Teil der Frontschürze ersetzen die Kalifornier durch einen eigenwillig gestylten Spoiler, der tiefe Einblicke in die Technik gewährt. Beim Blick auf das Heck dürften so manchem SEMA-Besucher erst recht die Augen übergequollen sein. Breiter geht ein Bodykit wohl kaum, und so ist es kein Wunder, dass sich in den hinteren Radhäusern 355er Reifen (aufgezogen auf 19-Zoll-Felgen) verstecken. Damit diese sich nicht so alleine fühlen, haben die Evolve-Techniker hier auch die Rohre der Auspuffanlage verlegt. Diese schauen jetzt oberhalb der Hinterräder aus dem Bodykit heraus, und zwar rechts und links der beiden Rücklichter. Und wenn an einem Auto alles im XXL-Format vorhanden ist, dürfen ein riesiger Dachspoiler und eindrucksvoller Diffusor nicht fehlen.

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