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Im Auge des Betrachters: Der neue BMW 5er

Alle Jahre wieder - BMW stellt ein neues Modell vor und Autofans im ganzen Land diskutieren über das Design. Das ist beim neuen 5er nicht anders, obwohl die Münchner bei der Formgebung einen neuen – und dennoch bewährten – Weg einschlagen. (T. Harloff)

BMW ist immer für Diskussionsstoff gut. Erst recht, wenn es um das Design eines neuen Modells geht. Ist die Form zu extravagant, treten zahlreiche Kritiker auf den Plan – unter der Ägide des ehemaligen Chefdesigners Chris Bangle war das bei fast jeder Neuvorstellung zu beobachten. So ist es nur verständlich, dass BMW die mit dem aktuellen 7er begonnene Rolle rückwärts weiterführt und mit dem neuen 5er ein in Sachen Optik betont massenkompatibles Auto auf die Räder stellt. Jetzt sollten alle glücklich sein, oder? Typischer Fall von denkste, denn sofort fühlen sich die Nörgler zu Kommentaren berufen. Stichworte wie „Einheitsbrei“, „gestalterische Langeweile“ und „enttäuschende Mischung aus dem bereits existenten Modellprogramm“ machen die Runde. Ja was denn nun: Wie man´s macht, macht man´s verkehrt, oder was?

Keine Experimente

Man sieht dem neuen 5er richtig an, dass BMW auf keinen Fall die Fehler aus der wenig glorreichen Bangle-Ära wiederholen wollte. Auf Extravaganzen verzichtet die Limousine vollständig, bietet stattdessen einen harmonischen Mix aus Eleganz und einem Schuss Aggressivität. Außerdem finden sich einige Stilmittel anderer BMW-Modelle im neuen 5er wieder. Doppelniere und Scheinwerfer erinnern an den 7er, Motorhaube und Seitenansicht an den 3er, die Rückleuchten an den 5er GT. Insgesamt bedeutet die neue Formensprache eine Abkehr vom unbedingten Willen, neue Trends setzen zu wollen. Der neue 5er wirkt zeitloser, dürfte auch in 20 Jahren noch modern aussehen – eine Eigenschaft, die fast alle BMW´s aus der Zeit vor Chris Bangle ausgezeichnet hat.Das Motoren-Spektrum umfasst vor allem Reihensechser – gleich fünf der sieben zum Markstart angebotenen Triebwerke schöpfen ihre Kraft aus einem halben Dutzend Zylinder. Die kleinen Benziner (523i mit 204 PS und 528i mit 258 PS) arbeiten ohne Aufladung, dem Motor des 306 PS starken 535i machen zwei Turbolader Dampf. Gleiches gilt für den Topmotor im 550i, dessen 4,4-Liter-V8 mit Twin-Turbo-Technologie 407 PS leistet. Die beiden Sechszylinder-Selbstzünder im 525d und 530d leisten 204 bzw. 245 PS und sollen sich mit 6,2 bzw. 6,3 Liter Diesel im Schnitt begnügen. Optional lässt sich der 530d mit der BluePerformance-Technologie aufrüsten, wodurch der Motor die Euro 6-Abgasnorm erfüllt.

Alternative Antriebe? Fehlanzeige!

Alle anderen Triebwerke erreichen immerhin Euro 5, so auch der 520d mit 184 PS. 5,0 Liter Durchschnittsverbrauch und ein CO2-Ausstoß von nur 132 g/km – das ist der 5er für Sparfüchse, falls BMWs Werksangaben einigermaßen der Realität entsprechen. Innovative Spritsparlösungen wie einen Hybridantrieb oder alternative Antriebstechnologien mit Erd-, Autogas oder Bioethanol sucht man im Motorenprogramm dagegen vergeblich.Dafür haben sich die BMW-Ingenieure bei den Themen Agilität und Fahrassistenzsysteme mächtig ins Zeug gelegt. Das optionale System „Adaptive Drive“ umfasst adaptive Dämpfer, eine Wankstabilisierung und eine Integral-Aktivlenkung, die neben der bekannten Aktivlenkung eine mitlenkende Hinterachse umfasst. Ist die ebenfalls aufpreispflichtige aktive Geschwindigkeitsregelung an Bord, erhöht eine automatische Stop & Go-Funktion spürbar den Komfort bei stockendem Verkehr. Zudem gibt es eine Auffahrwarnung mit Anbremsfunktion.

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