Auto Union Silberpfeile in Monaco

Ickx und Stuck in den Auto Union Silberpfeilen beim Monaco GP

Die Motorsport-Legenden Jacky Ickx und Hans-Joachim Stuck sind wieder im Rennen. Am ersten Mai-Wochenende steuern sie in Monte Carlo die Auto Union Silberpfeile aus den 30er Jahren beim Grand Prix de Monaco Historique. ( , 20.04.2022)

Zurück im Rennen

Fans des historischen Motorsports werden am 1. und 2. Mai voll auf ihre Kosten kommen, wenn zwei Legenden wieder zueinander finden. Die Auto Union Rennwagen aus den 1930er Jahren und die Perle im Rennsport-Jahreskalender – Monte Carlo. Seit 1937 donnern erstmals wieder zwei Auto Union Silberpfeile durch die engen Straßen des Fürstentums. Gelenkt werden die „Titanen“ stilgerecht - von den ehemaligen Formel 1-Piloten Jacky Ickx und Hans-Joachim Stuck.

Bereits zum siebten Mal lädt der Automobile Club de Monaco zum sportlichen Wettkampf historischer Rennautos nach Monte Carlo. Dieses Jahr messen sich auf der aktuellen Formel 1-Strecke in acht Klassen Formel 1-Boliden von 1947 bis 1978 unter Wettkampfbedingungen. Die Auto Union Rennwagen sind in zwei Sonderläufen vereint, die am 1. und 2. Mai gestartet werden.

Stuck im Auto Union Typ D 1939
Auto Union Grand Prix: Hans Stuck mit dem Typ D 1939 in Reims

Stuck auf Erfolgskurs im Auto Union Typ C mit 16 Zylindern

Für Hans-Joachim Stuck bedeutet dieser Auftritt viel: „Es ist für mich ein sehr emotionaler Moment, im Auto meines Vaters in Monte Carlo fahren zu dürfen. Wenn ich an den Klang des 16-Zylinders zwischen den Häusern dort denke, fröstelt es mich schon jetzt.“ Es war Hans Stuck, der die ersten großen Erfolge für die neu gegründete Auto Union Rennsportabteilung 1934  einfuhr. Im von Ferdinand Porsche entwickelten 16-Zylinder-Mittelmotor-Rennwagen erzielte der „Bergkönig“  nicht nur schon zum Auftakt einige Weltrekorde auf der Avus in Berlin. Er gewann die meisten Rennen der Saison und wurde „inoffizieller Europameister“. Erst im Jahr später wurde diese Meisterschaft offiziell ausgetragen. Zweimal wurde in den 1930er Jahren auch der Grand Prix von Monaco durchgeführt – 1936 und 1937. Für die Auto Union nur bedingt eine Erfolgsgeschichte. Ein Sieg sollte nie gelingen. Hans Stuck fuhr die besten Platzierungen heraus. Jeweils im Auto Union Typ C wurde er 1936 Dritter und 1937 Vierter.

Hans-Joachim Stuck blickt selbst auf eine Karriere in der Königsklasse des Motorsports zurück. Fünf Jahre fuhr er Formel 1 und schaffte in Zeiten, als deutsche Grand Prix Fahrer sehr dünn gesät waren, zwei Podiumsplätze. Stuck, der Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre sehr erfolgreich für Audi Sportwagen und DTM fuhr, wird dieses Ungetüm von einem Rennwagen mit seinen 16 Zylindern und 520 PS anwerfen. Der Typ C-Originalnachbau von Audi Tradition bringt es zwar nicht mehr auf die unbeschreiblichen 340 km/h Höchstgeschwindigkeit von 1936, was seiner Faszination aber keinen Abbruch tut.

Auto Union Typ D Donington
Rennszene beim Grand Prix im Donington Park, Großbritannien, 1938: Auf der kurvigen und hügeligen Strecke belegte der Auto Union Rennfahrer H. P. Müller im Auto Union Rennwagen Typ D den 4. Platz

Mr. Mans im Auto Union Typ D

Im Auto Union Typ D Doppelkompressor setzt Jacky Ickx seinen Helm auf. Dieser Rennwagen stellt die letzte Entwicklungsstufe der Auto Union Rennabteilung dar. 1939, nach einer Reglementänderung ab der Saison 1938 mit einer Beschränkung auf drei Liter Hubraum, sollte dieses Auto wieder bei 485 PS angelangt sein und die zwölf Zylinder diesen Silberpfeil auf 330 km/h hochpeitschen. Es wird kaum einen erfahreneren Piloten in der internationalen Motorsportszene geben als Jacky Ickx, der allein zwölf Jahre Formel 1 fuhr, zweimal Vize-Weltmeister wurde und als „Mr. Mans“ gilt. Sechsmal gewann der Belgier die 24 Stunden von Le Mans. Bis Tom Kristensen im Audi R8 und R10 seinen siebten Sieg feierte, galt das als ewiger Rekord. Auch Jacky Ickx, der bei gleicher Veranstaltung 2008 schon den Typ C fuhr, freut sich auf den Grand Prix de Monaco Historique: „Mit solch einem Auto hier zu fahren, ist ein Privileg.“

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