Hummer H3: Harte Schale, harter Kern
Das "Militärspielzeug" Hummer H3 ist das Baby in der Familie der amerikanischen Riesen-Offroader. Wobei "Baby" eine reichlich harmlose Bezeichnung für den 4,74 Meter langen, 1,92 Meter breiten, 1,88 Meter hohen und 2 130 Kilogramm schweren H3 darstellt. (D. Maier
, 01.01.2009)
Der in der "Executive"-Ausstattung ab 49 900 Euro erhältliche US-Allrader ist immer noch so üppig dimensioniert, dass er im Straßenverkehr überall auffällt.
Bei einer gemütlichen Landstraßen-Tour außerorts kann man die mächtige Fuhre am entspanntesten genießen. Das dicke Lenkrad fest in die Hände genommen, kann der Fahrer den Koloss halbwegs präzise um die Kurven zirkeln, darf sich dabei aber nicht an den hochgezogenen, den seitlichen Ausblick reduzierenden Türen stören. Ab und zu muss dem Gaspedal ein Tritt gegeben werden, damit die 164 kW/223 PS des 3,5-Liter-Motors auch mal ins Galoppieren kommen. Beim Überholen sollte man aber nicht nur das maximale Drehmoment von 305 Nm im Hinterkopf haben, sondern auch das Gewicht von über zwei Tonnen. Das hemmt den Spurt. Und bei nasser Fahrbahn tendiert der H3 trotz permanentem Allradantrieb und dem Automatikantrieb sowie der serienmäßigen Stabilitätskontrolle etwas zum Übersteuern.Dank des relativ kleinen Wendekreises von 11,2 Metern stellt die Fahrt ins Parkhaus kein unkalkulierbares Risiko dar. Im Gegenteil, die Fahrt über Rampen und zwischen Betonpfeilern verläuft erstaunlich unaufgeregt. Das Rangieren in die Lücke verlangt dagegen mehr Nervenstärke und Gefühl fürs Auto: Der Blick nach hinten ist nämlich so gut wie nicht möglich, außerdem muss man wegen der Höhe des Hummers auch nach oben blicken und auf Entlüftungsrohre und Ähnliches achten. Vor dem Supermarkt passt der H3 gerade so in die Norm-Parkbuchten. Außerdem schwingen die Türen weit auf und erschweren in engen Parklücken das Ein- und Aussteigen.
Die Stunde der Wahrheit folgt schließlich an der Tankstelle. Nach unseren diversen Fahrten durch die Stadt und über Land errechneten wir einen durchschnittlichen Verbrauch von 15,6 Liter Normalbenzin auf 100 Kilometer.
Der 87-Liter-Tank ist also theoretisch nach gut 550 Kilometern leer. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass der Spritpreis derzeit wieder etwas sinkt.
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