Ersehnte Weltpremiere
Lange ersehnt: Die Horex VR6 Roadster wird am 1. März auf der Motorradmesse in Dortmund in Serienkonfiguration ihre Weltpremiere geben. Damit erfährt die Motorradwelt aber nicht nur Zuwachs durch ein neues, exklusives Modell mit einem einzigartigen Motorkonzept. Mit der Horex GmbH tritt gleichzeitig auch eine völlig neue Firma unter einem alten Traditionsnamen in den Markt.
„Ein Start-up in mehrfacher Hinsicht“, freut sich Clemens Neese, geschäftsführender Gesellschafter der Horex GmbH, die ihren Sitz in Augsburg hat. Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung zeigte Neese, wo ab März die Horex-Motorräder in der Art einer gläsernen Manufaktur entstehen werden. 30 Händler in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden die 118 kW/161 PS starke Horex VR6 Roadster ab April für 21 700 Euro anbieten.
Die Manufaktur befindet sich in einer einstöckigen Industriehalle im Augsburger Stadtteil Kriegshaber, die mit sämtlichen für die Motorradmontage nötigen Einrichtungen inklusive modernster Prüfstände ausgestattet ist. Derzeit arbeiten bei Horex 15 Mitarbeiter, die aktuell mit Tätigkeiten zur Vorbereitung der Serienproduktion beschäftigt sind.
Die Spezialfirma Weber aus Markdorf am Bodensee montiert die von Neese konzipierten VR6-Motoren und liefert sie nach Augsburg, wo vier examinierte Zweiradmechaniker jeweils ein Motorrad bauen. Für jedes Exemplar sind vier Stunden angesetzt, dann kommt das Fahrzeug auf einen Rollenprüfstand, wo die Experten sämtliche Funktionen überprüfen. Anschließend erfolgt die Auslieferung an den Händler oder Kunden, denn auch eine Abholung direkt in der Manufaktur wird möglich sein. Mit Rabatten dürfen Horex-Käufer indes nicht rechnen, denn Vertragspartner des Kunden ist die Horex GmbH selbst. Der Händler – zuständig auch für Garantie- und Servicearbeiten – fungiert lediglich als Vermittler und verdient sein Geld in Form einer Provision.
Große Ziele
Die aktuell 30 Händler – bis zum Jahresende sollen es 60 sein – äußerten auf ihrer ersten Händlertagung große Erwartungen an Horex: Bereits im Jahr 2013 soll die Modellpalette durch eine zweite Version ergänzt werden, und schon im zweiten Geschäftsjahr will Horex 1 000 Motorräder bauen und verkaufen. „Dann sind wir auch schon in den schwarzen Zahlen“, kalkuliert Geschäftsführer Neese.
Besonderes Merkmal der Horex VR6 Roadster ist ihr in VR-Konfiguration konstruierter Sechszylindermotor mit 1 218 Kubikzentimetern Hubraum. Ein VR-Motor besitzt wie ein V-Motor zwei Zylinderbänke. Die beiden Zylinderreihen stehen in einem sehr engen Winkel nah beieinander, wodurch das Triebwerk fast so schmal, aber dennoch nicht so lang ist wie ein Reihenmotor. Die für den Produktionsstart ausersehene Version mit Einspritzung überzeugt mit tadellosen Leistungskurven: Die Maximalleistung fällt bei 9 000 U/min an, das maximale Drehmoment von 135 Nm bei 7 000 U/min verspricht üppigen Druck.
Die ursprünglich für bereits von Anfang an geplante, rund 200 PS starke Kompressorversion der VR6 Roadster hat Horex auf 2013 verschoben.

