Aus einem Konzept-Fahrzeug von 2010 hat Honda den Roller Integra nun zur Serienreife entwickelt: Mit 17 Zoll großen Rädern soll er die Fahrdynamik eines Motorrads aufweisen und dies mit den nutzerfreundlichen Vorzügen eines Großrollers verbinden. Neben Wetterschutz und Stauraum dürfte auch das Doppelkupplungsgetriebe zu den praktischen Erleichterungen im Zweiradfahrerleben zählen, denn es erledigt das Ein- und Auskuppeln automatisch.
In einen Brückenrahmen aus Stahl hat Honda einen 670 ccm großen Zweizylindermotor eingebaut, der mit einer obenliegenden Nockenwelle 38 kW/52 PS bei 6 250 U/min entwickelt. 62 Nm Drehmoment sorgen für kräftigen Schub, der Durchschnittsverbrauch wird mit nur 3,7 Liter/100 km angegeben. Der Tankinhalt beträgt gut 14 Liter. Bis zu 400 Kilometer Reichweite sollten damit drin sein. Die vordere Teleskopgabel überzeugt mit soliden 41 Millimetern Standrohrdurchmesser, das Hinterrad ist an einer Stahlrohrschwinge befestigt, die sich über ein Hebelsystem und einen Monostoßdämpfer abstützt.
Das Hinterrad wird per Kette angetrieben. Für das Doppelkupplungsgetriebe stehen zwei Modi zur Wahl: Im Automatik-Modus schaltet es automatisch herauf und herunter, wobei noch die Vorwahlmöglichkeit für sportliche Fahrweise und normale Gangart besteht. Im manuellen Modus werden die Gänge über Drucktasten am Lenker gewählt. Der Elektronik wurde zudem eine Lernfunktion hinzugefügt, die Gewohnheiten des Nutzers erkennt und die Schaltvorgänge entsprechend durchführt.
Komfortabel ist die Roller-typische, aufrechte Sitzposition in der Höhe von nur 790 mm. Der Beifahrer ist etwas höher platziert und hat so eine gute Übersicht. Unter der Sitzbank sind 15 Liter Stauraum vorhanden, genug Platz für einen Helm. Ein Handschuhfach vor dem Fahrer ist eine praktische Ablagemöglichkeit für weitere Kleinigkeiten und auch eine Bordsteckdose ist vorhanden. Mit der bewährten ABS-Kombi-Bremse kann am rechten Hebel das Vorderrad verzögert werden, mit Zug am linken Hebel wird einer von drei Kolben der vorderen Bremszange betätigt sowie die Hinterradbremse. Für Vollbremsungen werden dann beide Hebel gezogen.
Die Verkleidung ist aerodynamisch optimiert und hinterlüftet, das Cockpit mit Tachometer, Drehzahlmesser, Zeituhr, Benzinstandanzeige, Kilometeranzeige und zwei Tageskilometerzählern vollständig bestückt. Nur alle 12 000 Kilometern muss der Integra zur Inspektion, die Zündkerzen sind erst nach 48 000 Kilometern reif für einen Wechsel. Zum Preis der Neuheit konnte Honda noch keine Angabe machen.

