Der deutsche Automarkt präsentiert sich nach Erhebungen des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen weiterhin fragil. Ein wesentlicher Index dafür ist das Rabatt- und Nachlassverhalten für Neuwagen. Das ist saisonbedingt im Januar 2012 gegenüber Dezember 2011 zwar etwas zurückgegangen, doch im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahres-Vergleichsmonaten hat der Rabattindex einen Höchstwert erreicht. Im Vergleich zum Januar 2011 stellte sich ein Plus von 22 Prozent ein.
Die Zahl der Verkaufsförderungsaktionen der Autobauer beziffert CAR mit 334, darunter fallen Sondermodelle und -finanzierungen, Leasing- und Rabattaktionen, Gebrauchtwagenüberzahlungen und Wertgutscheine. Der durchschnittliche Kundenvorteil liegt hier bei 11,3 Prozent.
Dazu gesellen sich noch die Aktionen der Autohändler. Das lässt sich unter anderem an den Preisnachlässen der Internetvermittler ablesen. Der durchschnittliche bei Internetvermittlern ermittelte Rabatt liegt im Januar bei 15,9 Prozent, im Vorjahresmonat waren es noch 14,6 Prozent. Das Neuwagenportal Meinauto.de beziffert den durchschnittlichen Rabatt im Jahr 2011 gar auf 20,03 Prozent, der Nachlass beziffert der Internetvermittler im Schnitt auf 5 587 Euro.
Der Anteil der sogenannten "taktischen Zulassungen" - das sind die Zulassungen auf den Händler oder den Hersteller selbst - beziffert CAR auf 28,7 Prozent. Damit haben sich die Autoschmieden gleichsam einen zweiten Vertriebsweg geschaffen, denn solche Tageszulassung werden mit Abschlägen von 20 bis 25 Prozent verkauft. Bei Opel betrug die Quote im Dezember geschlagene 51,6 Prozent. Ein "besorgniserregender Wert", wie die Experten meinen.

