Electronic Arts legte die Entwicklung des neuesten NFS-Titels erstmals in die Hände der britischen Softwareschmiede „Slightly Mad Studios“. Diese zeichnet sich bisher unter anderem für die PC-Titel „GTR“ und „GT Legends“ verantwortlich.
Der Karrieremodus bei NFS: Shift ist nach einem ebenso simplen wie genialen Konzept ausgerichtet: Insgesamt gibt es vier Fahrstufen. Jede Stufe beinhaltet eine Palette an Autos, die sich optisch wie technisch nahezu bis ins letzte Detail aufrüsten lassen. Fährt man auf Stufe eins noch relativ harmlose Alltags-Schleudern wie den VW Scirocco oder einen Ford Focus ST, warten auf Stufe vier Supercars wie der Porsche Carrera GT. Auf jeder Stufe müssen Sterne gesammelt werden. Diese gibt es für verschiedene Manöver der Kategorien „Aggression“ und „Präzision“ – beispielsweise unsauberes Überholen oder konsequentes Fahren auf der Ideallinie. Außerdem werden Podiumsplatzierungen und Bestzeiten mit Sternen belohnt. Erst ab einer bestimmten Anzahl gesammelter Sterne ist es möglich, die nächste Fahrstufe zu erklimmen. Hat man alle vier Stufen durchlaufen, ist man bereit für den ultimativen Kick: die NFS World Tour. Doch bis dahin ist es ein langer Weg: Jede Fahrstufe besteht wiederum aus einer Vielzahl verschiedener Events. Diese sorgen dafür, dass dem Spieler langwierige und eintönige Rennen auf immer gleichen Strecken erspart bleiben. Neben den normalen Rennen bekommt man nämlich diverse Zeitfahr-, Duell-, und Drift-Events geboten.Insgesamt sorgen über 70 originalgetreue Fahrzeugmodelle und 38 fiktive und reale Rennstrecken für ein kurzweiliges Spielerlebnis. Was die Fahrzeughersteller angeht, ist eigentlich jede Marke vertreten, die unter Benzinblütigen Rang und Namen hat. Ausnahme: Ferrari. Aber vor allem die Anhänger deutscher Automobilbaukunst bekommen das volle Programm geboten. Neben den vier Fahrstufen gibt es auch noch Profilpunkte zu ergattern. Diese erringt man entsprechend der gesammelten Erfahrungen. Dabei kann man sich – je nach Veranlagung – für einen eher aggressiven oder rücksichtsvollen Fahrstil entscheiden. Das Erreichen der Profil-Maximalstufe 50 sollte langfristige Motivation garantieren! Neben dem Karriere-Modus steht auch die Option „Schnelles Rennen“ zur Verfügung. Die Cockpit-Perspektive zählt ohne Zweifel zu den Highlights von NFS: Shift. Selten hatte man bis jetzt bei Racern das Gefühl, wirklich im Cockpit zu sitzen. Shift macht´s endlich möglich: Der Detailreichtum jedes einzelnen Cockpits, von Audi S3 über BMW Z4 M Coupé, Ford Mustang und Nissan Skyline bis hin zu Koenigsegg CCX oder Lamborghini Reventon ist schlicht überwältigend. Jede Applikation, jedes Instrument, jede Ledernaht und jeder Lüftungsschlitz der sich im Innenraum findet, ist da, wo er hingehört und sieht aus, wie er aussehen muss. Die Hände des Fahrers greifen beim Schaltvorgang zum entsprechenden Knüppel, sogar die Tachonadeln bewegen sich deutlich sichtbar entsprechend der Fahrweise. Bei Unfällen verformen sich die edlen Karosserien, dass es eine wahre Freude ist. Karosserieteile fliegen jedoch nur selten durch die Gegend: lediglich Motorhauben werden regelmäßig in den Asphalt eingearbeitet. Sollte der Aufprall etwas härter ausfallen, hat man neben abplatzendem Lack und viel Arbeit für die Jungs von Carglass mit verschwommener Sicht und dem Entweichen der Farbe aus dem Bild zu kämpfen. Bei besonders harten Kollisionen mit Wänden oder Reifenstapeln bekommt man den Herzrhytmus seines unter Schock stehenden Alter Egos zu hören. Die künstliche Intelligenz der Konkurrenten kann – unabhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad – überzeugen: vorbei die Zeiten, als das Fahrerfeld im Entenmarsch auf der Ideallinie vor sich hintuckerte. Bei NFS: Shift ist die Konkurrenz eher rabiater Natur: Rempeln, Stoßen und Abfliegen sind für diese virtuellen Rüpel keine Fremdworte! Allerdings kann die rabiate Fahrweise der Gegner auch für frustige Momente sorgen. Lobenswert: die ins Spiel integrierte Sprachausgabe samt gelungener mehrsprachiger Synchronisation. Ankündigungen und Erläuterungen der entsprechenden Events, sowie lobende Worte bei einem überlegenen Sieg – so muss ein moderner Racer daherkommen!Die Negativ-Punkte an Shift? Da wären zum einen die Ladezeiten, die sich desöfteren doch sehr in die Länge ziehen, zum anderen die Wetterverhältnisse, die sich lediglich im Rahmen „Morgendämmerung bis Abenddämmerung“ bewegen. Ersteres Problem wird zwar bestmöglich durch den Soundtrack aufgefangen, der neben Hip Hop und Rock auch elektronische Soundergüsse bietet, aber irgendwann hat man sich auch daran satt gehört. Zweiteres ist bei der generellen Driftlastigkeit des Titels wohl eher Segen als Fluch. Zudem wurden die Sonneneffekte in Perfektion umgesetzt: Noch nie war geblendet werden so schön in Szene gesetzt, die Licht- und Schatteneffekte sind durchgehend realistisch umgesetzt. Mit Need for Speed: Shift ist es Electronic Arts und den Slightly Mad Studios gelungen, endlich wieder einen Gang hochzuschalten und der altehrwürdigen Serie neues Leben einzuhauchen. Man merkt deutlich, dass die Entwickler viel Zeit und Mühe in das Feintuning des Titels investieren konnten. Die überzeugende Cockpit-Perspektive, die gelungene und authentische Atmosphäre, der kurzweilige Karriere- und Online-Modus sowie der unglaubliche Detailreichtum machen Shift zur Pflicht für jeden Racing-Freak mit NextGen-Equipment!

