Neues Mitglied in der Ahnenreihe
Carroll Shelby, Steve Saleen, Jack Roush – den USA mangelt es sicher nicht an Tuner-Legenden. In den letzten Jahren hat sich mit John Hennessey ein weiterer Name in diese ganz besondere Ahnengalerie eingereiht. Bekannt geworden mit brachialen Versionen von amerikanischen, deutschen und sogar italienischen Autos erfüllt sich der in Texas ansässige Tuner nun den langgehegten Traum eines eigenen Supersportwagens. Obwohl: Eine komplette Eigenentwicklung ist der Venom GT nicht, was der Faszination, die von diesem Auto ausgeht, natürlich keinen Abbruch tut.
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- Wie bei Sportwagen - jedoch nicht unbedingt bei amerikanischen Autos - üblich verfügt der Hennessey Venom GT über eine Trockensumpfschmierung.
Ein Lotus mit Corvette-Herz
Als Basis für den Venom GT dient das Chassis der Lotus Elise. Allerdings hat Hennessey das Chassis nach hinten verlängert, um Platz für den 6,2-Liter-V8 von Chevrolet zu schaffen. Der LS9-Small Block mit Kompressor-Aufladung kommt derzeit in der Corvette ZR1 zum Einsatz und bringt es dort auf stramme 647 PS. Nicht genug für den Venom GT, der in dieser Konfiguration 735 PS in Richtung Hinterachse schickt – in der geringsten Leistungsstufe, wohlgemerkt.
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- Der Motor des Hennessey Venom GT ist zwar nicht der drehfreudigste (die Höchstdrehzahl liegt bei 7.200 Umdrehungen), dafür übertreibt der Tacho keineswegs: Der Topspeed liegt bei 260 mph, gut 418 km/h!
Ricardo muss Schwerstarbeit verrichten
Denn Hennessey bietet den Venom GT noch in zwei weiteren Leistungsstufen an. Dafür tauscht der Tuner den Eaton-Kompressor gegen ein Turbolader-Duo, was für unglaubliche Leistungswerte sorgt. Die mittlere Variante bringt es schon auf 1.044 PS, und wenn Hennessey alles aus dem aufgeladenen V8 heraus kitzelt, stehen abartige 1.217 PS auf dem Datenblatt. In Worten: Eintausendzweihundertundsiebzehn! Welche Kräfte angesichts eines Drehmoments von 1.539 Nm (!!!) über die Hinterachse herfallen, wagt man sich gar nicht auszumalen. Das manuelle Ricardo Sechsgang-Getriebe, das zum Beispiel im Ford GT zum Einsatz kommt, dürfte jedenfalls Schwerstarbeit zu verrichten haben.
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- Im Hennessey Venom GT können maximal zwei Passagiere die Beschleunigung eines Autos genießen, das es im Ernstfall in 2,9 Sekunden von Null auf Hundert schafft.
Europäische Qualität im Ami-Sportwagen
Eins steht jedenfalls fest: Untermotorisiert ist der nur 1.218 Kilo schwere Venom GT sicherlich nicht. Aber letztlich muss er die Power auch auf den Asphalt bekommen, weshalb Hennessey noch Feinschliff an der Lotus-Basis betrieben hat. Neben dem hinteren hat der Tuner auch den vorderen Space Frame modifiziert und neue Radaufhängungen in die Carbon-Karosserie integriert. Windschutzscheibe, Türen, Dach, Unterboden, Armaturenbrett und verschiedene weitere Komponenten stammen dagegen vom englischen Leichtbau-Sportler. Der Heckflügel ist je nach Einsatzzweck verstellbar. Gleiches gilt für das Fahrwerk – ein Gewindefahrwerk der Variante 3 aus dem Hause KW, das sich nicht nur in der Höhe, sondern auch in Zug- und Druckstufe verstellen lässt. Europäische Qualität auch bei den Bremsen: Hennessey vertraut auf eine Sechskolben-Carbon-Keramik-Anlage vom italienischen Spezialisten Brembo.
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- Im Maximalfall bringt es der Hennessey Venom GT auf 1.218 PS und ein Drehmoment-Maximum von 1.539 Nm. Wie lang die durchschnittliche Lebensdauer eines Venom GT-Hinterreifens ist, ist nicht bekannt.
Super im Sprint und auf der Langstrecke
Hennessey geht also auf Nummer sicher. Wohl wissend, mit dem Venom GT ein Biest geschaffen zu haben, dass sich nur unter größtem Widerstand bändigen lässt. Immerhin sprintet das Supercar in 2,9 Sekunden von Null auf Hundert. In sieben Sekunden von Null auf Zweihundert. Und in 14,9 Sekunden von Null auf Dreihundert. Die armen Michelin PS2-Reifen, die im 335/30 R 20er Format auf der Hinterachse zum Einsatz kommen.Atemberaubend auch der Topspeed von etwa 418 km/h. Muss ein eigenartiges Gefühl sein, wenn selbst ein Bugatti Veyron im Rückspiegel immer kleiner wird…
Pures Gift fürs Bankkonto
Welche Reichweite angesichts des nur 70 Liter kleinen Tanks angesagt ist, kann sich wohl jeder selbst ausmalen… Dem Kunden aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der sich das Chassis mit der Nummer 01 gesichert hat, wird das herzlich egal sein. Der lässt im Zweifel alle paar Kilometer einen Tankwagen auf den Venom GT warten. Schließlich hat er auch kein Problem damit gehabt, den Kaufpreis auf den Tisch zu legen. Dieser soll für die Topversion bei einer Million US-Dollar liegen. Auch in dieser Hinsicht macht der Venom GT seinem Namen alle Ehre: Er ist pures Gift fürs Bankkonto.

