Mit dem jüngsten Mitglied der Softail-Baureihe gelingt den Designern von Harley-Davidson ein echtes Meisterstück von einem Custombike. Die amerikanische Augenweide rollt ab 21 395 Euro auf die deutschen Straßen.
Das um 2 400 Euro günstigere Basismodell Rocker ist an der metallischen Pulverbeschichtung erkennbar. Die Rocker C hingegen wurde mit einer Extraportion Chrom bedacht. Beinahe alles, was am Schwestermodell eine Pulverbeschichtung trägt, ist bei der C hochglanzverchromt - von den Gabeltauchrohren über den Scheinwerfer bis hin zum Lenker. Die Schwinge und der verrippte Öltank hingegen sind farblich passend zum Rahmen und den Metallteilen lackiert, während Tank und Fender mit ihrem aufwendigen Flammen-Design für Aufsehen sorgen. Zudem rollt das Bike auf polierten Leichtmetall-Gussrädern im Fünfspeichen-Design. Wer also Spaß am
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- Mit dem jüngsten Mitglied der Softail-Baureihe gelingt den Designern von Harley-Davidson ein echtes Meisterstück von einem Custombike
C wie Chrom
Chrom findet sich natürlich auch am verhalten bollernden Motor. Der 1 584 ccm große V2 wird von einer sauber ansprechenden Einspritzung befeuert und leistet 52 kW/71 PS bei 5 300 U/min. Das maximale Drehmoment von 117 Nm liegt bei 3 200 Touren an. Da jedoch das lang übersetzte Sechsganggetriebe Cruise Drive zum Einsatz kommt, sind die Zeiten vorbei, in denen man morgens den großen Gang einlegte und abends wieder herunterschaltete. Es muss also mehr als früher geschaltet werden.Zum Ausgleich verwöhnt die Harley auf Autobahnen oder Landstraßen mit einem angenehm niedrigen Drehzahlniveau. Dies kommt natürlich auch dem Verbrauch zugute, der sich mit gut fünf Litern Super im moderaten Bereich bewegt und in Kombination mit dem 18,9 Liter fassenden Tank Distanzen von mehr als 300 Kilometern ohne Tankstopp erlaubt.
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- Die knapp bemessene Sitzfläche eher für schlanke Mitfahrerinnen gedacht - und auch dann nicht unbedingt für lange Strecken
Tricki Sitz
Der Clou der Rocker C verbirgt sich jedoch unter dem mit dem passenden Namen "Trick Sitz" getauften Solo-Sitz: ein herausnehmbarer Soziusteller, der nur durch die Mitfahrerfußrasten verraten wird. In ausgeklapptem Zustand ruht das Beifahrer-Sitzpolster auf einem Träger, der sich ohne Werkzeug über dem Heck einhaken lässt. Der Soziussitz ruht dabei nicht auf dem Fender, sondern schwebt regelrecht in der Luft. Allerdings ist die knapp bemessene Sitzfläche eher für schlanke Mitfahrerinnen gedacht - und auch dann nicht unbedingt für lange Strecken. Der Fahrer hingegen genießt derweil die kommode Sitzposition und den ordentlichen Federungskomfort der Rocker C, die nur den Anschein eines starr gearbeiteten Hecks erweckt. Die Federbeine sind nämlich wie bei anderen Softail-Modellen unter dem Getriebe verborgen.Ein echtes "Charaktermotorrad" also, das sich nicht an Alltagstalenten wie Gepäckhaken, Schräglagenfreiheit oder Soziuskomfort messen lassen möchte, sondern nur dafür gebaut ist, einen Biker möglichst lässig über die Landstraße cruisen zu lassen. Dass man dabei mitunter meinen könnte, Peter Fonda und Denis Hooper würden hinter einem herfahren, kommt nicht von
ungefähr. Auf einer Harley muss man eben für alles bereit sein - vor allem auf der Rocker C.

