Die Tuner scheinen derzeit mit aller Macht die Straßen für sich erobern zu wollen – zumindest dem Namen nach. So verpasst Mansory seinem veredelten Rolls Royce Phantom die Bezeichnung „Conquistador“, auf Deutsch „Eroberer“. Hamann Motorsport scheint Gefallen an dieser Art der Namensgebung gefunden zu haben, bevorzugt aber die englische Sprache. „Conqueror“ heißt die neueste Kreation der Mannen aus Laupheim. Dahinter verbirgt sich eine Breitbau-Version des Range Rover Sport, die von Hamann auch technisch nach allen Regeln der Tuner-Kunst auf Vordermann gebracht worden ist. Dem Publikum stellt sich der schwäbisch-britische Eroberer erstmals auf der IAA vor, die in diesem Jahr vom 13. bis 23. September in Frankfurt stattfindet.
Beim Umstylen lässt Hamann keine Karosseriepartie des britischen Nobel-SUVs aus. Dank der sportlicher gestalteten Frontschürze inklusive Fern- und Nebelscheinwerfern legt der Range eine ernstere Miene auf. Die Flanken wertet Hamann mit Kotflügelverbreiterungen auf. Hat der Conqueror die linke Spur erobert, zeugen ein Heckschürzen- abschluss, ein Dachspoiler und vier Auspuff-Endrohre darauf hin, dass man da eben von keinem gewöhnlichen Range Rover Sport überholt worden ist. Lufteinlassblenden Bei einem solchen optischen Auftritt sind entsprechend große Räder ein unbedingtes Muss. Für den Insel-Offroader bietet Hamann gleich fünf verschiedene Felgendesigns an. Der Knaller des Programms sind zweifellos die 11 x 23-Zöller im „Edition Race“-Design. Mehrteilig, geschmiedet und mit Y-Speichen, Titanverschraubung sowie hochglanzpoliertem Felgenhorn versehen, zieht Hamann 315/25er Pneus auf die edlen Felgen auf.Doch der Conqueror besitzt auch das technische Rüstzeug, um die Straße für sich zu erobern. Das fängt bei den Motoren an. Den 2,7-Liter-V6-Diesel bringt Hamann per Umprogrammierung der Motorelektronik von 190 auf 225 PS. Das maximale Drehmoment steigt um 70 auf 510 Newtonmeter. Der V8-Diesel erstarkt von 272 auf bis zu 322 PS und legt in punkto Drehmoment um satte 158 auf 798 Newtonmeter zu. Etwas kleiner sind die Sprünge beim 4,2-Liter-V8- Benziner: Die Leistung nimmt um 24 auf 323 PS zu, das maximale Drehmoment wächst um 25 auf 450 Newtonmeter. Für alle V8-Motorisierungen offeriert Hamann zudem einen Sportendschalldämpfer mit vier runden Edelstahl-Endrohren.Das Highlight der Leistungssteigerungen bieten die Schwaben vorerst leider nur für den Export an: Der ab Werk 390 PS starke V8-Kompressormotor erreicht nach dem Tuning stramme 475 PS und ein maximales Drehmoment von 610 Newtonmetern (Serie: 550). Beeindruckende Werte, die Hamann mit einer Kennfeldoptimierung, einer modifizierten Kompressorübersetzung sowie Sportfächerkrümmer, -metallkatalysatoren und -endschalldämpfer erreicht.Soviel Power will beherrscht werden, und deshalb kommt an der Vorderachse eine Sportbremsanlage zum Einsatz. Die Anlage besteht aus zwei geschlitzten und innenbelüfteten Scheiben der Dimension 380 x 34 Millimeter, zwei Achtkolben-Festsätteln sowie Spezial-Bremsbelägen und Stahlflex-Leitungen. Hinzu kommt ein optimiertes Fahrwerk: Per elektronischer Tieferlegung geht der Range Rover Sport vorne um rund 40 und hinten um etwa 30 Millimeter in die Knie.Kein Hamann-Tuning ohne Umgestaltung des Interieurs. Den Innenraum werten die Laupheimer mit einem achtteiligen Carbon-Set, Aluminium-Pedalerie und -fußstütze sowie einem Fußmattensatz mit Hamann-Logos auf. Je nach Kundenwunsch realisiert Hamann zudem aufwändige Lederausstattungen in allen erdenklichen Designs oder Multimedia-Umbauten mit DVD, TV oder Playstation.„Conqueror“-Bodykit komplett: 6.548 Euro
Komplett-Radsatz „Edition Race“ (23 Zoll): 10.936 Euro
Kennfeldoptimierung für TDV6, TDV8 und 4.2 V8: 1.171 bis 2.678 Euro
Elektronische Tieferlegung: 1.839 Euro
Vierrohr-Sportendschalldämpfer: 1.946 Euro
Sportbremsanlage Vorderachse: 7.128 Euro

