| VW Golf GTI "Akrapovic Edition" | |
|---|---|
| Motor | Vierzylinder-Reihenmotor mit Turboaufladung |
| Hubraum | 1984 ccm |
| Leistung | 203 kW (275 PS) bei 6300 U/min |
| Drehmoment | 410 Nm bei 2500 U/min |
| L/B/H in Meter | 4,21/1,79/1,47 |
| Gewicht | 1375 kg |
| Antrieb | Vorderradantrieb |
| Getriebe | Sechsgang manuell |
| Felgengröße | 8,5x19 Zoll |
| Bereifung | 235/35 R19 / 235/35 R19 Kumho Ecsta LE Sport KU39 |
| Bremsen | Scheiben rundum; vo: 370 mm Keramik / hi: 282 mm |
| 0-100 km/h | 6,8 s |
| 0-200 km/h | - |
| Vmax | 255 km/h |
| Bremsweg (100-0 km/h) | 34,2 Meter |
| Verbrauch | 11,5 l |
| Grundpreis | 27.595 EUR |
| Testwagenpreis | min. 45.126 EUR |
| Versicherungsklassen | HP 15/ VK 22/ TK 24 |
| Rundenzeit | 44,6 s |
| Teststrecke | Wachau |
Warm-up
Akrapovic = Motorrad-Auspuffanlagen! Klarer Fall, oder? Ja und nein! Denn seit 2008 sind die slowenischen Titan-Gurus mit dem Skorpion im Wappen auch umtriebig auf dem Automobilmarkt unterwegs. Hier wie dort zeigen zahlreiche Rennerfolge, dass das Racing-Gen dem 1990 von Igor Akrapovic gegründeten Unternehmen porentief implantiert wurde. Und glaubt man Wolfgang Dietz, dem Vertriebschef Akrapovic Deutschland, so ist das beim jüngsten Projektfahrzeug, dem Golf VI GTI „Akrapovic Edition“, keinen Deut anders. Die Kriegsbemalung am matt folierten Wolfsburger schreit jedenfalls schon mal ganz ungeniert nach Rennstrecke und auch alle weiteren Ingredienzen, die dem GTI zusammen mit Partner a-workx im oberbayerischen Weßling ans Herz gelegt wurden, scheinen nur einem Zweck zugetan: Schneller sein! Wesentlich schneller!
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- Leistungsentfaltung und Durchzug der "Akrapovic Edition" sind grundsätzlich lobenswert. Die etwas enttäuschende 0-100-Zeit dürfte ein Produkt der Traktionsprobleme an der Vorderachse sein.
Längs
Zieht man die Leistungsdaten zurate, die dem bekannten Zwei-Liter-TSI bei unserem Testkandidaten entlockt wurden, ist man ohne weiter nachzudenken gewillt zu sagen: Auftrag erfüllt! Eine herrlich bassige, sonor wummernde Teil-Titan-Abgasanlage mit vergrößertem Rohrdurchmesser führt in Verbindung mit klassischem Chiptuning nämlich zu einer beachtlichen Ausbeute von 275 PS und 410 Nm Drehmoment. Nur zur Erinnerung: Das sind 65 PS und 130 Nm mehr, als der GTI ab Werk mitbringt. Umso enttäuschender ist dann allerdings, dass der gedopte Volks-Renner seine vor Kraft glühenden Hacken zumindest beim 0-100-Sprint nicht so recht in den Teer bekommt. Mit von uns gemessenen 6,8 Sekunden nimmt die handgeschaltete „Akrapovic Edition“ ihrem Serien-Pendant lediglich 0,1 Sekunden ab. Ob’s an der etwas überfordert wirkenden Vorderachse liegt, oder doch nur an den Kumho Ecsta-Pneus? Grip spendende Cup-Bereifung wäre in diesem Fall von „zu viel Schmalz für Frontantrieb“ zumindest nicht die schlechteste Wahl gewesen, aber sei’s drum. Fest steht jedenfalls, dass alles, was passiert, nachdem die Nadel die 100 links liegen lässt, im Akrapovic-GTI zur reinsten Freude wird. Denn der gräulich schimmernde Wolf im Golfspelz mutiert jenseits von Landstraßentempo zum elastizitätsberstenden Autobahn-Monster. Bis hinauf zur Höchstgeschwindigkeit von 255 Sachen (Serien-GTI: 240 km/h) hatte ein bei unserer Produktion ebenfalls mitwirkender Porsche 997 GTS zumindest wesentlich mehr Probleme, als ihm jemals lieb sein könnte. Verdutzte Blicke von Fahrern renommierter Sportwagen sind dem Piloten dieses bayerisch angehauchten Vollgas-Wolfsburgers auf freien Autobahn-Etappen also sicher. Ob Ähnliches auch für die Performance auf der Rennstrecke gilt, klären wir beim Tracktest auf dem österreichischen Wachauring.
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- Der Akrapovic-GTI gibt sich beim Einlenken sehr zackig - ein Verdienst der Negativ-Sturzwerte an der Vorderachse.
Quer
Die schnelle Mutkurve nach der Start-/Ziel-Geraden, eine abschüssige und zügig zu durchfahrende Schikane sowie ein enges und verwinkeltes Kurvengeschlängel am Ende der Runde – der Wachauring ist klein, fordert Mensch und Maschine aber alles ab. Unser Wertungsprüfling sieht dem Ganzen dennoch gelassen entgegen, hat er doch ein knallhartes Trainingsprogramm für angehende Rennfeilen hinter sich. KW Clubsport-Gewindefahrwerk mit 2,5 Grad Negativsturz, superschlanke ATS Racelight-19-Zöller und als besonderes Sahnehäubchen eine sündteure Movit-Keramikbremse mit 370er Scheiben an der Vorderachse. Zusammen mit der Abgasanlage und den wunderbar klassisch gestalteten Recaro-Schalen spart der Editions-GTI so gut 35 Kilo gegenüber der Serie. Dazu blitzt Akrapovic die allzu prüde VW-Aufpasserabteilung und lässt den, der es möchte, auf Knopfdruck von der kurzen ESP-Leine. Ein entscheidendes Detail haben die Weßlinger Schrauber allerdings vergessen und zwar das Sperrdifferenzial an der Antriebsachse – beim hier vorliegenden, allein über die wimmernden Vorderräder herfallenden Drehmomentberg ein unverzichtbares Muss. Und so scharrt der muskelbepackte Vorstadt-Racer dann auch wenig überraschend in allen Lagen mit den Hufen, als wäre der Wachauer Asphalt aus Kies. Selbst beim Herausbeschleunigen aus der langen Rechts im dritten Gang gehen die Gäule noch mit der „Akrapovic Edition“ durch. Dass der Untersteuer-Teufel gerade in engen Kehren ständig mit auf der Schulter sitzt, versteht sich da fast von selbst. Und dennoch: Der Skorpion-Golf ist schnell, ziemlich schnell sogar. Auf der Strecke helfen die Sauger-ähnliche Motorabstimmung genauso wie das zackige Einlenkverhalten und die unverschämt bissigen und mörderisch zupackenden Keramik-Stopper. So steht am Ende eine Rundenzeit von 44,6 Sekunden. Die ist freilich aus Mangel an Vergleichsmöglichkeiten bisher noch nicht viel wert, aber so viel sei bereits verraten: Der weiter oben erwähnte Porsche war auf dem zugegeben recht kurzen Kurs nur eine knappe Sekunde schneller. Da verzeihen wir auch eine gewisse Gefühllosigkeit in Sachen Lenkung und Schaltgebaren, schließlich ist dieser Zustand auf VW-Mist gewachsen, nicht auf dem von Akrapovic und a-workx.
Alltag
Ist ein Golf GTI alltagstauglich? Aber sowas von! Der Erfolg des Mythos basiert doch geradezu auf der perfekten Mischung aus Volle Pulle und Vernunft. Die Freude an der täglichen Dosis Volkssport kann ein Optimierer also nur durch eine knüppelharte Fahrwerkskonfiguration, ohrenbetäubenden Auspuff-Lärm oder einen kompletten Kahlschlag im Innenraum zunichtemachen. Die „Akrapovic Edition“ verzichtet dankenswerterweise auf derartige Auswüchse, liefert einen Unterbau, der nur bei kurzen Stößen hin und wieder die Contenance verliert, einen Klang, der das Herz erwärmt, aber niemals nervt, und ein vollwertiges Interieur, dem die formidablen Recaro-Schalen mitsamt herrlich nostalgischem GTI-Karomuster die Krone aufsetzen. Der Rest ist GTI "at its best", weshalb wir erfreut feststellen: Renn- und Einkaufswagen müssen sich nicht zwangsläufig ausschließen.
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- Für das sehr umfangreiche "Akrapovic Edition"-Paket werden 17.531 Euro fällig. Die Einzelpreise fein säuberlich aufgedröselt, findet Ihr im Text unter "Tuningmaßnahmen".
Geld
Ein Komplettumbau zum veritablen Trackday-Hobel und Spartarif gehen hingegen selten konform und so ist es auch hier. Der Paketpreis für die „Akrapovic Edition“ beläuft sich auf 17.531 Euro (inklusive 2.000 Euro für die aufwändige Folierung). Wer seinem Golf anstatt der enthaltenen Movit Sechs-Kolben-Bremse das Edel-Derivat aus Keramik zugesteht, darf nochmal fünf Riesen extra aus dem Ärmel schütteln. Das erscheint im ersten Moment recht happig, man sollte allerdings bedenken, dass an diesem GTI so gut wie alles, was der Performance zuträglich ist, neu gemacht oder verändert wurde. Den stechend extrovertierten, aber sehr gelungenen optischen Auftritt inbegriffen. Preissensitiven Verfechtern der reinen Fahrdynamiklehre sei an dieser Stelle „nur“ das Leistungskit inklusive Auspuffanlage sowie das hervorragende KW Clubsport-Gewindefahrwerk für alles in allem 4.542 Euro ans Herz gelegt. In punkto Versicherungseinstufung bleibt alles beim Alten, sprich wir befinden uns auf bezahlbarem Original-GTI-Niveau. Das gilt so ähnlich auch für den Verbrauch, der mit elf bis zwölf Litern im Schnitt für diese Leistungsklasse in Ordnung geht.
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- Die auffällige Optik am Akrapovic-GTI ist in erster Linie der matten Folierung geschuldet. Bis auf den Rieger-Frontansatz, der sich sehr gut ins Golf-Bild einfügt, bleibt das Auto karosserie-seitig unangetastet.
Wahre Werte
Optisch ein richtiger Brenner mit ordentlich Dampf an der Kette, feinen Racing-Zutaten und einem Klangteppich zum Zunge schnalzen– die „Akrapovic Edition“ macht an und hebt das GTI-Feeling auf die nächste Stufe. Der Auftritt stimmt beim jüngsten Projektauto der Auspuff-Fetischisten mit dem Skorpion. Ein wenig mehr gefühlsechte Schwere wäre auf der Rennstrecke aber wünschenswert.
Tuningmaßnahmen
Abgassystem: Akrapovic Slip-On Edelstahl-/Titan-Abgassystem inklusive Verbindungsrohr und Titan-Endrohren: 1.420 Euro;
Bremsanlage: Movit Performance Bremssystem mit 6-Kolbenbremssattel VA 370 mm: 4.954 Euro; Movit Keramik-Bremsanlage: circa 10.000 Euro;
Radsatz: ATS „Racelight“ in 8,5 J x 19 mit Kumho Ecsta LE Sport KU39-Reifen in 235/35 R 19: 2.200 Euro
Fahrwerk: KW-Clubsport-Gewindefahrwerk: 1.672 Euro;
Leistungskit: Motorsteuerungs-Software mit Abstimmung auf Akrapovic-Abgasanlage inkl. ESP Switch (auf Wunsch mit
Garantie): 1.450 Euro
Innenausstattung: “Edition GTI”-Sportsitze Recaro Sportster mit Sitzschienen und Befestigungmaterial: 3.500 Euro
Aerodynamik: Rieger-Frontlippe mit Spoilerschwert: 335 Euro
Design: CFC Folierung in Titansilber matt mit Akrapovič Edition GTI Design: 2.000,-€
| Kriterien (je max. 10 Punkte) | VW Golf GTI "Akrapovic Edition" |
|---|---|
| Gesamtergebnis (max. 50 Punkte) |
34 |
| Längs | 07 |
| Quer | 07 |
| Alltag | 08 |
| Geld | 05 |
| Wahre Werte | 07 |
Konkurenzfahrzeuge:

