GM enthüllt mit dem EN-V Concept eine Vision urbaner Mobilität

Mit dem EN-V Concept will GM eine neue Stufe der Personenbeförderung erklimmen. Smart Fortwo und Toyota iQ wirken im Vergleich wie schwere Spritschlucker. ( , 24.03.2010)

EN-V Concept erstmals auf der Weltausstellung 2010 in Shanghai

​Im Jahr 2030 soll die Weltbevölkerung rund acht Milliarden Menschen umfassen und mehr als 60 Prozent davon werden voraussichtlich in Ballungsräumen leben. Dadurch entsteht eine gewaltiger Druck auf die Infrastruktur der Städte, die bereits heute unter der stetig steigenden Last des Transport- und Privatverkehrs leiden. Vor diesem Hintergrund verfolgen General Motors und der chinesische Autohersteller SAIC die gleiche Strategie: Die Partner wollen den Bedarf an individueller Mobilität mit neuen Formen der Personenbeförderung decken. Deshalb prüft der Forschungsverbund im Interesse der kommenden Autofahrergeneration verschiedene Lösungen. Eine der Ideen ist das EN-V, das vom 1. Mai bis 31. Oktober 2010 im SAIC-GM-Pavillon auf der Weltausstellung in Shanghai zu sehen ist.

GM EN-V Concept GPS
Durch die Kombination von Global Positioning System (GPS), Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und Abstandsmessung kann das EN-V Concept über den manuellen Modus hinaus auch völlig autonom fahren.

EN-V = Electric Networked Vehicle

Angetrieben wird das EN-V durch je einen Doppelmodus-Elektromotor in den Rädern. Dabei beschleunigen die Motoren nicht nur, sondern bremsen das Fahrzeug umgekehrt auch bis zum Stillstand ab. Der Wendekreis hat mit dem herkömmlicher Autos kaum mehr etwas zu tun – das EN-V macht auf dem sprichwörtlichen Bierdeckel kehrt. Lithium-Ionen-Batterien liefern die Kraft für die Motoren. Die Stromspeicher können an herkömmlichen Haushaltssteckdosen aufgeladen werden und bieten eine Reichweite von mindestens 40 Kilometern.

Elektronischer Chauffeur

Durch die Kombination von Global Positioning System (GPS), Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und Abstandsmessung kann das EN-V Concept über den manuellen Modus hinaus auch völlig autonom fahren. Ist das Fahrzeug selbständig unterwegs, wählt es auf der Grundlage von Echtzeit-Verkehrsinformationen automatisch die schnellste Route. Kritische Stellen werden vermieden, so dass Staus nicht weiter wachsen. Dazu können Fahrer und Beifahrer dank drahtloser Kommunikationseinrichtungen während der Fahrt Kontakt mit Freunden oder Geschäftspartnern aufnehmen und pflegen. Diese Kombination aus Sensor-Technologie, drahtloser Kommunikation und GPS-basierter Navigation könnte den Weg aus dem EN-V Concept in künftige Sicherheitssysteme finden. Der Datenaustausch mit anderen Autos und den Verkehrseinrichtungen birgt ein enormes Unfallvermeidungs-Potenzial. Mit Hilfe von Sensoren und Kameras macht sich das EN-V ein Bild von der Umgebung und kann so sofort auf Hindernisse oder Veränderungen der Fahrbedingungen reagieren. Damit hätten auch Menschen Zugang zu individueller Mobilität, die sonst eigentlich kein Auto fahren dürften.

Nur 500 Kilogramm

Das EN-V wurde bei Geschwindigkeit und Reichweite auf die aktuellen Stadtverkehr-Verhältnisse ausgelegt. Es wiegt weniger als 500 Kilogramm und ist nur etwa 1,50 Meter lang. Dagegen bringt ein Alltagswagen von heute mehr als 1,5 Tonnen auf die Waage und ist dreimal so lang. Zudem benötigen diese Autos über zehn Quadratmeter Parkfläche, wo sie über 90 Prozent der Zeit stehen. Das weit kompaktere und viel wendigere EN-V beansprucht nur ein Fünftel dieses Raums. In Zukunft gilt also der als hipp, der den Kürzesten hat.

Autofahren wird so angesagter sein als je zuvor

Kevin Wale, Präsident und Managing Director der GM China Group äußert sich begeistert: „Mit dem EN-V erfinden wir das Auto neu. Durch die Verbindung von Elektroantrieb und moderner Kommunikationswelt ist ein komplett verändertes automobiles Genmaterial entstanden. Das ist die ideale Lösung für die urbane Mobilität der Zukunft – ohne Kraftstoff und Emissionen, ohne Staus und Unfälle, dafür mit umso mehr Fahrspaß. Autofahren wird so angesagter sein als je zuvor.“

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