Das ist er
Nachrichten aus Frankreich müssen nicht immer etwas Gutes bedeuten. Mal schicken unsere Nachbarn Atommüll per Castor-Transport nach Deutschland, dann brennen Autos in den Banlieus der Großstädte oder ein anderes Mal erreichen uns Doping-Hiobsbotschaften von der Tour de France. Von Zeit zu Zeit liefert uns die Grande Nation aber auch positive News. Beispiel Peugeot: Die Marke mit dem Löwen im Logo überrascht 2009 mit dem RCZ. Nicht, dass sie damit die Welt der kompakten Coupés auf den Kopf stellen, aber eine willkommene Abwechslung ist der 2+2-Sitzer trotz optischer Nähe zum Audi TT allemal. Und in der neuen Asphalt-Sonderausstattung mit aufregender mattgrauer Lackierung namens „Telluric“ nebst Top-Motorisierung ist der RCZ prädestiniert, zum Motorvision-Test anzutreten.
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- Das gestreckte, rundlich-wohlgeformte Heck des Peugeot RCZ 200 THP Asphalt erregt allenthalben Aufsehen.
Das bietet er
Der Peugeot RCZ geht auf den ersten Blick als TT-Kopie durch. Wer genauer hinschaut, entdeckt jedoch einige extravagante optische Alleinstellungsmerkmale wie das „Double-Bubble“-Dach, die unterbrochene Fensterlinie, das gestreckte, rundlich-wohlgeformte Heck sowie die wunderschönen 19-Zöller. Innen geht’s edel zu, was besonders für die streng auf 500 Exemplare - von denen nur 100 nach Deutschland kommen - limitierte Asphalt-Sonderserie zutrifft. Eine Lederausstattung mit Ziernähten, Aluminium-Applikationen, spezielle Fußmatten und nicht zuletzt das leistungsstarke JBL-Soundsystem verwöhnen die Sinne. Apropos leistungsstark: Für den Antrieb ist der von uns so geschätzte 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder zuständig, der aus der Kooperation mit BMW-Mini stammt und schon in deren Cooper S- und John Cooper Works-Modellen für Begeisterung sorgt. Im RCZ leistet das Triebwerk 200 PS und schickt über ein manuelles Sechsgang-Getriebe 275 Nm Richtung Vorderräder.
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- Der RCZ will hart rangenommen werden und gibt es auch hart wieder zurück. Hier jagt keine Franzosen-Sänfte um den Kurs, das Coupé gibt sich direkt und straff.
So fährt er
Damit müssen diese erst einmal fertigwerden, was ihnen trotz Winterreifen auch ordentlich gelingt. Die Michelin Alpin AP3-Pneus krallen sich beim Null-auf-Hundert-Spurt immerhin so heftig in den Asphalt, dass der RCZ die Werksangabe mit den getesteten 7,9 Sekunden nur um vier Zehntel verfehlt. Mit GPS-gemessenen 237 km/h Topspeed beweist das Löwen-Coupé zudem einen langen Atem. Doch geradeaus können es viele, erst auf dem Handlingkurs trennt sich die Spreu vom Weizen. Obwohl die Technik zu weiten Teilen aus dem biederen Kompaktmodell 308 stammt, weiß die mattgraue Maus auch hier zu überzeugen. Der RCZ will hart rangenommen werden und gibt es auch hart wieder zurück. Hier jagt keine Franzosen-Sänfte um den Kurs, das Coupé gibt sich direkt und straff. Und er zeigt - trotz recht einseitiger Achslastverteilung, denn satte 64 Prozent der 1.372 Kilogramm pressen den Vorderwagen nach unten - erfreulich wenig Hang zum Untersteuern. In Sachen Traktion hilft ihm das vorn üppig verteilte Gewicht sogar, die Winterpneus drücken stets genügend Drehmoment auf den wegen kalter Temperaturen wenig Grip liefernden Burgauer Asphalt. Zudem flutscht der Schalthebel flott und exakt durch die Gassen, packen die Bremsen mit vehementer Bestimmtheit zu und passt dank eines Soundmoduls auch die Motorakustik. Zu guter Letzt lässt sich auch noch die feinfühlig abgestimmte Stabilitätskontrolle komplett ausschalten.Kein Wunder, dass der flotte Franzose eine Zeit von 46,1 Sekunden auf das schwäbische Parkett legt. Damit ist er trotz Winterreifen und widrigen äußeren Bedingungen genauso schnell wie der stärkere und bei schönstem Sonnenschein angetretene Alfa Romeo Giulietta QV. Reife Leistung!
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- Eine Lederausstattung mit Ziernähten, Aluminium-Applikationen, spezielle Fußmatten und nicht zuletzt das leistungsstarke JBL-Soundsystem verwöhnen die Sinne.
Das kostet er
Wer den Peugeot RCZ 200 THP in der Asphalt-Sonderausstattung ordert, darf sich für 38.490 Euro über ein formidabel ausgestattetes Kompakt-Coupé mit sportlichem Anspruch und schicker Optik freuen. Problem: Bei genauerer Analyse der Preislisten ist er ähnlich teuer wie ein gleich ausgestatteter VW Scirocco oder das Mini Coupé John Cooper Works in ähnlicher Konfiguration. Nur der Audi TT ist nach vielen Kreuzen auf der Aufpreisliste mehr als 6.000 Euro teurer. Die Versicherungseinstufung ist nicht günstig, aber fair. Gleiches gilt für den Testverbrauch von 9,1 Litern.
Das sagen wir
Wer glaubt, der Peugeot RCZ sei nicht mehr als schöner Schein, wird vom Franzosen-Coupé eines Besseren belehrt. In der 200 THP Asphalt-Version ist er zudem agil, gut motorisiert und toll ausgestattet, wenn auch nicht wirklich günstig. Aber für alle, die eben nicht im Kompakt-Coupé-Einheitsbrei aus Audi TT, VW Scirocco und Co. verschwinden wollen, ist der RCZ eine ernsthafte Überlegung wert. Und das ist doch mal eine uneingeschränkt gute Nachricht aus Frankreich.

