Hässliches Entlein oder lässig-urbaner Querdenker - uns könnte diese Frage kaum egaler sein! Wir testen lediglich, ob der kleine Nissan Juke mit 190 PS und Allrad vernünftig in die Puschen kommt. (Stefan Wagner , 26.01.2012)
| Nissan Juke 1.6 DIG-T 4x4 | |
|---|---|
| Motor | Vierzylinder-Reihenmotor mit Turboaufladung |
| Hubraum | 1.618 ccm |
| Leistung | 140 kW (190 PS) bei 5600 U/min |
| Drehmoment | 240 Nm ab 2000 U/min |
| L/B/H in Meter | 4,14/1,77/1,57 |
| Gewicht | 1.465 kg |
| Antrieb | Allrad perm. |
| Getriebe | CVT-Getriebe |
| Felgengröße | 7x17 Zoll |
| Bereifung | 215/55R17V / 215/55R17V Yokohama Decibel |
| Bremsen | Scheiben rundum; vo: 296 mm / hi: 292 mm |
| 0-100 km/h | 8,8 s |
| 0-200 km/h | |
| Vmax | 210 km/h |
| Bremsweg (100-0 km/h) | 38,1 Meter |
| Verbrauch | 9,2 Liter |
| Grundpreis | 25.140 Euro |
| Testwagenpreis | 26.920 Euro |
| Versicherungsklassen | HP 15/ VK 24/ TK 20 |
| Rundenzeit | |
| Teststrecke |
Das ist er
Und natürlich kommen wir um das Thema doch nicht herum: Ja, der Juke polarisiert! Auf 4,14 Metern Länge ist er irgendwas zwischen Kleinwagen, SUV und komischem Coupé. Das Wort „Sport“ nehmen wir hier bewusst nicht in den Mund, denn auch wenn Nissans Marketingabteilung das gerne so hätte, wie ein Sportcoupé sieht der schräge Japaner beim besten Willen nicht aus. Mutig gestylt ist der auf Renault/Nissans Kleinwagenplattform stehende Juke aber ohne Zweifel und das gehört auch honoriert. Langweiligen Einheitsbrei gibt es gerade bei den Kleinen schließlich zu Genüge.
Das bietet er
… eine ganze Menge, gerade in der von uns gefahrenen Topversion mit 190 PS starkem Turbo-Vierzylinder und Allradantrieb. Die Hinterachse stammt hier vom großen Bruder Qashqai, das bekannte Allradsystem wurde um eine Torque Vectoring-Funktion erweitert. Sprich, die Kraft wird im Bedarfsfall nicht nur um bis zu 50 Prozent nach hinten geleitet, sondern kann zur Bekämpfung nervigen Untersteuerns auch zwischen den Hinterrädern verteilt werden. Sehr erfreulich ist weiterhin, dass der Top-Juke bereits serienmäßig mit ganz schön voller Hütte zum Kunden rollt - Klimaautomatik, CVT-Getriebe, Bildschirmnavi mit Rückfahrkamera sowie die mäusekino-ähnliche Fahrdynamikregelung „Nissan Dynamic Control System“ inklusive. Sind, wie im Testwagen, auch noch die optionalen Ledersessel montiert, wird’s im Juke-Interieur richtig stylish und gediegen. Viel mehr als sich und einen Beifahrer sollte man dem Innenraum allerdings nicht zumuten, denn hinten ist’s recht eng und der Kofferraum ist mit 207 Litern (506 Liter bei umgeklappter Rückbank) schlicht ein Scherz.
So fährt er
190 PS und 240 Nm Drehmoment in einer solchen Mini-Bude, da muss doch was gehen! Möchte man meinen - und wird von dem zwangsbeatmeten 1,6-Liter-Motörchen prompt eines besseren belehrt. Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht, der Juke geht schließlich in knapp unter neun Sekunden auf Hundert und rennt ausreichend flott zu seiner Höchstgeschwindigkeit von immerhin 210 km/h. Dennoch wirkt das Aggregat mit den überraschend üppigen 1.465 Kilo des verqueren Crossovers stets bemüht (wer Arbeitszeugnisse zu deuten vermag, weiß, dass das nichts Gutes bedeutet). Das Gewicht und der hohe Aufbau mögen hier eine Rolle spielen, der wahre Übeltäter befindet sich aber direkt am Motor angeflanscht und hört auf den Namen CVT-Getriebe. In sechs Stufen stirbt die stufenlose Automatik einen unaufhörlich wandelnden Tod und raubt dem japanischen Hingucker leider einiges an Spritzigkeit. Selbst wenn der Fahrdynamikregler auf „Sport“ steht, ist hier kaum Besserung in Sicht. Anders sieht es da bei der Lenkung aus, die im Sportmodus spürbar straffer agiert. Etwas synthetisch wirkt sie dennoch und auch mehr Feedback wäre nicht unbedingt verkehrt. Für ein SUV-ähnliches Vehikel lenkt der Juke dafür recht behende ein und schafft es durchaus so etwas wie Fahrspaß aufkommen zu lassen. Warum ihn Nissan ständig in die sportliche Ecke drängt, wird indes nicht klar. Schnelle Kurven sind nämlich nicht wirklich des Jukes Revier, was der Softroader trotzig mit spürbaren Wankbewegungen untermauert. Aussagen wie „Kompakt-SUV trifft Sportwagen“ sollte sich Nissan also künftig lieber verkneifen.
Das kostet er
Im Kostenkapitel sticht der Juke gnadenlos zu. Nahezu vollausgestattet kommt der 1.6 DIG-T 4x4 auf 25.140 Euro. Die einzigen Kästchen, die in der Preisliste kein Häckchen tragen, stehen neben der Lederausstattung (1.300 Euro) und dem Metallic-Lack (480 Euro). Voll bis unters Dach ist der kleine Rebell also 26.920 Euro teuer – ein echtes Allrad-Schnäppchen, wenn man so will. In der Versicherungseinstufung liegt der selbsternannte Alleskönner im soliden Mittelfeld. Das gilt auch für den Spritverbrauch, der mit 9,2 Litern zwar nicht überragend ist, anhand von Leistung, Aufbau und Gewicht aber in Ordnung geht.
| Kriterien (je max. 10 Punkte) | Nissan Juke 1.6 DIG-T 4x4 |
|---|---|
| Gesamtergebnis (max. 50 Punkte) |
29 |
| Längs | 06 |
| Quer | 05 |
| Alltag | 07 |
| Geld | 08 |
| Wahre Werte | 03 |