Gespannfahren will geübt werden

Bald beginnt die neue Caravan-Saison. Motorvision gibt Tipps, wie Gespannfahrer sicher in den Urlaub starten. (D. Walk , 01.01.2009)

Rund 610.000 Caravans sind in Deutschland zugelassen, und für viele beginnt in der Vor-Oster-Zeit wieder die Saison. „Allerdings sollten sich deren Besitzer etwas Zeit und Übung gönnen, denn das Gespannfahren hat so seine Tücken“, rät Rainer Schnell vom TÜV Süd in München: „Schließlich ist es für die meisten Urlauber nicht alltäglich, mit Anhang zu fahren.“

Am besten ist es, zunächst auf einem unbefahrenen Gelände zu üben. Gut trainieren lassen sich zum Beispiel Kurvenfahrten. „Sie werden optimal gemeistert, wenn bei der Kurvendurchfahrt der längste mögliche Weg eingeschlagen wird, und das Gespann einen großen Bogen fahren kann“, weiß Schnell. Klappt das, folgt als nächste Lektion das Rückwärtsfahren. Hier kommen sogar erfahrene Gespannfahrer noch häufig ins Schwitzen, da sich der Hänger immer entgegengesetzt zum Lenkeinschlag bewegt.Geht es dann richtig los, ist eine vorausschauende Fahrweise - besonders bei Überholvorgängen oder Fahrspurwechseln - empfehlenswert. Denn durch das Gewicht des Anhängers verlängern sich Bremswege und Beschleunigungsvorgänge. Die schwere Last am Wagen hat auch Auswirkungen beim Bergauf- und Bergabfahren. „Dabei sollten die Fahrer einen kleineren Gang einlegen, um Leistung und Bremswirkung des Motors am besten zu nutzen“, rät der Fachmann.Noch ein bisschen anspruchvoller wird das Fahren bei starkem Wind. Denn die große Seitenfläche des Wohnanhängers wirkt wie ein Segel und kann bei auftreffenden Böen oder dem Sog von großen Lkw das Gespann leicht zum Pendeln bringen. „Um den Caravan dann wieder zu stabilisieren, gilt, sofort vom Gas gehen, dann kurz, aber heftig auf die Bremse treten, und die Lenkung ruhig halten“, sagt Schnell.Bei der Urlaubsfahrt empfiehlt sich stets ein kontrollierender Blick auf den Tacho, um die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht zu überschreiten. Die kann von Land zu Land unterschiedlich sein, deshalb sollte man sich zuvor zum Beispiel bei einem Verkehrsclub kundig machen. Der permanente Kontrollblick ist aber nicht nur wegen möglicher Strafmandate angeraten. Michael Hartje von der Deutschen Verkehrswacht: „Je schneller das Gespann unterwegs ist, desto weniger Zeit bleibt dem Fahrer, auf einer Brücke oder nach einem Waldabschnitt auf plötzlichen Seitenwind zu reagieren.“Und bevor es auf die Reise geht, sollte geprüft werden, ob der Caravan die technische Urlaubsreife besitzt. Nach längerer Ruhezeit haben die Reifen vielfach Flachstellen, das so genannte Flatspotting. „Deshalb muss der Wagen zunächst behutsam und langsam gefahren werden, bis diese Stellen weg sind“, erläutert Hartje. Viele Fahrer unterschätzen zudem die Alterung der Reifen: „Das Profil mag ja noch ausreichen, aber cirka acht Jahre alte Reifen leiden unter Haarrissen“, weiß Hartje, sind also Risikofaktoren. Doch auch schon früher können die Pneus zu einer Gefahrenquelle werden. Je länger die Reifen auf dem Campingplatz der Sonne ausgesetzt sind, desto schneller altern sie.Auf jeden Fall muss der Reifendruck stimmen. Zu geringer Reifendruck führt dazu, dass sich der Reifen beim Fahren stark erhitzt und platzen kann. Weil es angeblich schöner aussieht, benutzen einige Caravaner andere als die vorgeschriebenen Reifengrößen. Doch der Fachmann rät dringend ab, den Wohnwagen mit zu kleinen oder zu großen Reifen zu fahren.

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