600-PS-Sportler als Nebendarsteller
Junge Junge, Novitec Rosso lässt es in Genf ordentlich krachen. Der bayerische Ferrari-Spezialist sorgt in der Finanzmetropole mit seinen Versionen des California und 458 Italia für Aufsehen. Doch einer wird selbst diese jeweilsgut 600 PS starken Preziosen am Novitec Rosso-Stand in den Schatten stellen: der 599 GTO.In Maranello schon auf Extremsportler getrimmt, verpassen die Bayern der Sonderserie nach bewährter Manier ihr Bi-Kompressor-System. Damit entschwebt der GTO endgültig in Leistungsdimensionen, die ihn zum Favoriten auf den Titel „stärkste Genf-Neuheit 2011“ werden lassen.
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- Zwei Kompressoren mit maximal 0,45 bar Ladedruck, eigenem Ölkreislauf und wassergekühltem Ladeluftkühler, Sportluftfilter und Hochleistungs-Einspritzdüsen kitzeln die letzten Reserven aus dem Ferrari-V12 heraus.
Bi-Kompressor – was denn sonst?!
Beim 599 GTO steckt der Sechsliter-V12 des Ferrari Enzo im langgestreckten Bug. 670 PS und 620 Nm aus einem Saugmotor – das riecht streng nach Supersportler, ist den Novitec-Jungs aber nicht mehr als ein mitleidiges Lächeln wert. Deshalb verpassen sie ihm zwei Kompressoren mit maximal 0,45 bar Ladedruck, eigenem Ölkreislauf und wassergekühltem Ladeluftkühler. Hinzu kommen Sportluftfilter und Hochleistungs-Einspritzdüsen. Dank des Edelstahl-Auspuffs mit vier 90-Millimeter-Endrohren, der sich in seiner Klanggewalt von Dezent auf Rennwagen-Niveau justieren lässt, kann das springende Pferd nun befreiter ausatmen. Dann noch alle Komponenten mit einem neuen Motormanagement präzise aufeinander abgestimmt, schon stehen rassige 888 PS zur Verfügung. Nicht minder spektakulär: Das maximale Drehmoment von 862 Nm.
Sauschnelle Ross-Reiter-Kombination
Damit stürmt das Ross so ungestüm los, dass es den Reiter beim Beschleunigen mit Vehemenz in den Sportsattel presst. Wer dem 599 GTO die Sporen gibt, pfeilt aus dem Stand in nur 3,2 Sekunden auf Landstraßentempo. Schon nach 5,9 weiteren Sekunden hat sich die Geschwindigkeit verdoppelt. Den genauen Topspeed-Wert kann Novitec Rosso noch nicht nennen, er soll aber bei über 340 km/h liegen.
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- Trotz ihrer üppigen Dimensionen – vorne 10x21, hinten 12x22-Zoll – sollen die Doppelspeichen-Räder dank aufwändiger Schmiedetechnik zu den leichtesten ihrer Art gehören.
Historisches Vorbild
Für die silberne Sonderlackierung mit gelbem Querstreifen über der Motorhaube sowie weißen Startnummer-Feldern gibt es ein historisches Vorbild: 1964 gewinnen die Belgier Lucien Bianchi und Georges Berger die Tour de France für Automobile in einem Ferrari 250 GTO Rennwagen in eben dieser Farbgebung. Weitere Änderungen zum Serienmodell: Zusatzbremslicht und Nebelschlussleuchte zeigen sich ebenso in Schwarz getaucht wie die Rückleuchten und Seitenblinker.
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- Für die silberne Sonderlackierung mit gelbem Querstreifen gibt es ein historisches Vorbild: 1964 gewinnt ein Ferrari 250 GTO Rennwagen in eben dieser Farbgebung die Tour de France für Automobile.
Leichtgewichtige XXL-Räder
Ansonsten bleibt der Ferrari 599 GTO optisch unangetastet, wenn man von den riesigen Rädern einmal absieht. Trotz ihrer üppigen Dimensionen – vorne 10x21, hinten 12x22-Zoll – sollen die Doppelspeichen-Räder dank aufwändiger Schmiedetechnik zu den leichtesten ihrer Art gehören und der Fahrdynamik des GTO auf die Sprünge helfen. Gleiches verspricht sich Novitec Rosso auch von den Pirelli PZero-Reifen, die hier im Format 295/25 ZR 21 (vorne) und 335/25 ZR 22 (hinten) zum Einsatz kommen. Zudem vergrößert der Veredler die Spurbreite und verpasst MaranellosFinest einen Sportfedernsatz. Hilfreich im Alltag: Die Liftfunktion an der Vorderachse hebt die Ferrari-Nase bei Bedarf um 40 Millimeter an und nimmt so Tiefgarageneinfahrten, Temposchwellen und ähnlichem Teufelszeug den Schrecken.
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- Am Heck fallen die optischen Änderungen zum Serienmodell besonders auf: Zusatzbremslicht und Nebelschlussleuchte zeigen sich ebenso in Schwarz getaucht wie Rückleuchten und Seitenblinker.
Leistungsschau, die man gesehen haben sollte
So viel zu den guten Eigenschaften des Ferrari 599 GTO von Novitec Rosso. Nun zu den schlechten Nachrichten: Da das Basismodell nur in einer sehr überschaubaren Stückzahl – 599, um genau zu sein – hergestellt wird und sich nur die wenigsten GTO-Besitzer nach Stetten verirren werden, um ihrem Liebling den Bi-Kompressor-Punch verpassen zu lassen, dürfte der Bolide in freier Wildbahn nur extrem selten anzutreffen sein. Deshalb ein Rat der Motorvision.de-Redaktion: Ein Trip nach Genf bringt Ferrari-Fans diesem Traum zumindest für ein paar Stunden näher. Zudem kann man sich auch die anderen Novitec-Ferraris aus der Nähe anschauen. Denn mal ehrlich: 2.103 sich aufbäumende Pferdchen verteilt auf drei Ferraris – diese Leistungsschau an nur einem Stand dürfte nur schwer zu toppen sein und sollte man unbedingt gesehen haben.

