Im vierten Teil unseres Rundganges über die Auto-Messe zeigt MotorVision die Premieren von Renault bis Skoda. (T. Harloff , 01.01.2009)
Saab
Nach längerer Neuheiten-Pause bei Saab trumpft die GM-Tochter gleich mit mehreren Debüts auf. Europapremiere feiert die Studie des Kompakt-SUV Saab 9-4X BioPower mit Ethanolmotor und Allradantrieb. Äußerlich lässt der typisch dreiteilige Kühlergrill mit den flankierenden flachen Scheinwerfern die Familienzugehörigkeit erkennen. Die hohe seitliche Gürtellinie sowie die mächtigen 21-Zoll-Felgen sorgen für einen wuchtigen Auftritt. Das Heck prägen waagerecht angeordnete Rückleuchten und ein kleiner Dachkantenspoiler. Eine Serienversion des Allraders soll bereits in der zweiten Jahreshälfte 2009, dann auch in weiteren Motorversionen, auf den deutschen Markt kommen. Ein erstmals zu sehendes Konzeptfahrzeug lässt erahnen, wie das neue Einstiegsmodell der Marke aussehen könnte. Eine kompakte Steilhecklimousine mit langer Front soll der Marke neue Kundenkreise eröffnen und das Modellprogramm nach unten abrunden. Daneben zeigt sich das gelbe Saab 9-3 Cabriolet, das an gleichfarbige Klassiker der schwedischen Marke wie zum Beispiel an das Sondermodell “900 Monte Carlo” von 1991 erinnern soll.
Seat
Eine dynamisch gezeichnete und keilförmige Kleinwagenstudie gibt einen Vorgeschmack auf die vierte Generation des Seat Ibiza. Neu ist die vom Leon übernommene Front mit den mandelförmigen Scheinwerfern, die weiter Richtung Kotflügel gezogen wurden. Das kurze Heck der Steilhecklimousine wirkt deutlich kesser als der runde Po des Vorgängers. Eine seitlich verlaufende Sicke bringt Schwung in die Optik. Daneben zeigt sich das bekannte Modellprogramm der spanischen VW-Tochter unter anderem mit dem im vergangenen Jahr auf den Markt gekommenen Kompakt-SUV Altea Freetrack. Seit Anfang des Jahres ist der Crossover wahlweise auch mit Frontantrieb erhältlich. Der kompakte Leon gibt sich als Spritspar-Modell “Ecomotive” besonders umweltfreundlich. Der Fünftürer verfügt unter anderem über Leichtlaufreifen, eine aerodynamisch optimierte Karosserie und eine verlängerte Getriebeübersetzung. Angetrieben wird er von einem 77 kW/105 PS starken 1,9-Liter Dieselmotor, der 4,5 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern verbrauchen soll. Die CO2-Emissionen betragen 119 Gramm pro Kilometer. Die Preise starten bei 20.000 Euro.
Skoda
Erstmals mit einem Fließheck ausgestattet ist die Mittelklasselimousine Skoda Superb. Trotz der großen Heckklappe wirkt das Fahrzeug im Profil weiterhin wie eine Stufenhecklimousine. Das Flaggschiff der tschechischen VW-Tochter ist im Vergleich zur Vorgängergeneration in den Abmessungen gewachsen. Insgesamt ist das Design deutlich dynamischer geworden; die Dachlinie fließt windschnittig in Richtung des Hecks, das in einem kleinen Bürzel endet. Für den Antrieb werden je drei Diesel- und Ottomotoren mit einem Leistungsspektrum von 77 kW/105 PS bis 191 kW/260 PS sorgen. Die Preise sind noch nicht bekannt.
Renault
Mit dem Koleos zeigt Renault in Genf sein erstes Kompakt-SUV. Der gemeinsam mit dem Allianzpartner Nissan entwickelte Fünftürer ist wahlweise mit Front- oder Allradantrieb ausgerüstet und steht ab September beim Händler. Optisch fügt sich der Neue in den Stil der anderen Renault-Modelle ein. Die hohe Bodenfreiheit, ein angedeuteter Unterfahrschutz und kräftig modellierte Kotflügel steuern Offroad-Elemente bei. Für den Antrieb stehen zunächst zwei aus anderen Modellen des Herstellers bekannte 2,0-Liter-Common-Rail-Dieselmotoren in den Leistungsstufen 110 kW/150 PS und 127 kW/173 PS sowie ein 126 kW/171 PS starker 2,5-Liter-Ottomotor zur Wahl.
Begleitet wird der Auftritt des Koleos von einer 98 kW/133 PS starken Sportversion des Kleinstwagens Renault Twingo. Ebenfalls vertreten sind der Laguna GT sowie die im Sommer auf den Markt kommende Fließhecklimousine Dacia Sandero, die auf dem “Billigauto” Logan basiert. Ebenfalls zu sehen ist ein zunächst nur in Osteuropa erhältliches Pick-up-Derivat des Kompaktklässlers. Mit einer neuen Sportcoupé-Studie will Renault an alte Erfolge des Sportwagens Alpine anknüpfen. Statt aggressivem Kühlergrill und spitzen Scheinwerfern zeigt sich der Zweisitzer jedoch mit freundlich lächelndem Gesicht. Insgesamt ist die Karosserie sehr rundlich gezeichnet und mündet in einer nach hinten stark abfallenden Dachlinie. Die ersten Nachfolger-Modelle des von 1960 bis 1995 gebauten Alpine sind jedoch nicht vor 2010 zu erwarten.
Rinspeed
Eine einzigartige Weltpremiere feiert das tauchende Konzeptfahrzeug “sQuba” aus der Design-Schmiede Rinspeed. Der amphibische Zweisitzer auf Basis der Lotus Elise kann sich bis zu einer Tiefe von zehn Metern unter Wasser fortbewegen, wobei die Kraft unter der Wasseroberfläche aus zwei Jet-Antrieben im Bug kommt. Über Wasser sorgen zwei Heckpropeller für Schub, während die zulassungsfähige Studie im normalen Straßenbetrieb von einem Elektromotor vorangetrieben wird. Ein Bau in Serie ist nicht geplant.
Rolls-Royce
Der britische Automobilhersteller Rolls-Royce enthüllt eine Coupé-Variante des Luxusmodells Phantom. Optisch orientiert sich der Zweitürer an der vor zwei Jahren vorgestellten Studie 101EX. Wie die Limousine kommt auch der Neue mit klassischem Kühlergrill und langer Motorhaube daher. Allerdings ist das Coupé mit 5,60 Metern Länge knapp 20 Zentimeter kürzer geraten. Das leicht nach hinten abfallende Dach ist durch eine breite C-Säule charakterisiert. Für den Antrieb der nach Limousine und Cabrio dritten Karosserievariante der Luxus-Baureihe sorgt der bekannte 6,75-Liter-V12-Ottomotor mit 338 kW/460 PS und einem maximalen Drehmoment von 720 Nm bei 3.500 Umdrehungen.