Saab hat wohl irgendetwas falsch verstanden: Obwohl die Schweden das Geburtstagskind sind, sorgen sie selbst für die Geschenke. Saab legt zum 20-jährigen Jubiläum seines Cabriolets ein Sondermodell auf, das passender Weise den Namen „Anniversary“ trägt. Doch damit nicht genug: Gleichzeitig spendieren die Nordländer ihrem Cabrio erstmals einen Dieselmotor.
Die Geschichte des Saab Cabriolets beginnt 1983: Zur IAA stellen die Schweden ein viersitziges Cabrio als Concept Car vor, das sofort Aufsehen erregt. Trotzdem dauert es bis zum Frühjahr 1986, ehe es auf den Markt kommt – mit einer Auflage von 400 Exemplaren und nur auf dem amerikanischen Markt. Die Miniserie ist sofort ausverkauft, und Saab entschließt sich, das Cabrio in Serie zu bauen. So wird das Saab Cabriolet in der Folgezeit zum Verkaufsschlager: Von der ersten Generation setzen die Skandinavier bis 1993 insgesamt 49.000 Exemplare ab – macht im Schnitt 7.000 pro Jahr. Die zweite Generation ist gar noch erfolgreicher: Pro Jahr greifen 15.500 Kunden zum 900/9-3 Cabriolet, bis 2003 schließlich 140.500 Autos verkauft sind. Das aktuelle Modell knüpft da nahtlos an: Pro Jahr setzt Saab 18.500 Cabriolets ab.Exklusive FarbenAuffälligstes Merkmal des Sondermodells: Die neue Metallic-Farbe namens „Electric Blue“. Wer es klassischer mag, kann sich aber auch für die Farben „Pergamentsilber“ und „Jetblack“ entscheiden. Die Innenausstattung ist in allen drei Fällen identisch: Die Lederpolster erstrahlen in der Farbe „sandbeige“. Blaue Einsätze in den Sportsitze setzen optische Akzente.Zum Serienumfang gehören noch weitere Ausstattungsfeatures, zum Beispiel 17-Zoll-Leichtmetallfelgen mit jeweils fünf Doppelspeichen. Hinzu kommen ein Spoiler auf dem Kofferraumdeckel, Türgriffe in Wagenfarbe sowie die Saab Infotainment-150-Anlage mit sieben Lautsprechern, Monochromdisplay sowie einer Bedieneinheit für Telefon und CD-Wechsler. Bei den Vector-Modellen (1.8t mit 150 PS, 2.0t mit 175 PS, 2.0T mit 210 PS und 1.9TiD mit 150 PS) stellen 225er Reifen Fahrbahnkontakt her. Das Topmodell 2.8 Turbo V6 „Aero“ fährt auf 235er Pneus.Erstmals mit DieselDie Grundpreise für das Saab Cabriolet „Anniversary“ beginnen bei 38.050 Euro für den 150 PS-Benziner und enden bei 44.700 Euro für den 2.8 Turbo V6 Aero. Das ergibt einen Preisvorteil von 1.390 Euro für die Vector-Varianten. Beim Aero-Cabriolet beträgt der Kundenvorteil 730 Euro.Neu im Programm ist der 1.9 TiD Common-Rail-Turbodiesel mit 150 PS – gleichzeitig der erste Selbstzünder für das schwedische Cabriolet. Beste Voraussetzungen für entspanntes Cruisen: Das maximale Drehmoment des Diesels (320 Newtonmeter) wird nur vom Flaggschiff der Baureihe, dem 2.8 Turbo V6 Aero, übertroffen. Dieses Aggregat stemmt 350 Newtonmeter auf die Kurbelwelle.Das hohe Drehmoment sorgt für eine gute Durchzugskraft: Den Zwischensprint von 80 auf 120 km/h im fünften Gang absolviert das Diesel-Cabrio in 11,5 Sekunden. Damit liegt es fast auf dem Niveau des 210 PS starken 2.0T (elf Sekunden). Mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe sprintet der 1.9 TiD in 10,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und bringt 200 km/h Spitze. Die Automatikversion braucht in dieser Disziplin 1,4 Sekunden länger. Spitze hier: 195 km/h. Ein Cabriolet mit Dieselmotor – das verspricht Genuss ohne Reue. Die Verbrauchsdaten scheinen das zu unterstreichen. Saab gibt für das handgeschaltete Diesel-Cabrio einen Durchschnittsverbrauch von 6,3 Litern auf 100 Kilometern an. Die Automatikversion braucht gut einen Liter mehr. Gut für das reine Umweltgewissen: Ein wartungsfreier Partikelfilter ist serienmäßig an Bord.Cabrio-Cruiser nicht nur für den SommerFazit: Nach 20 Jahren ist der offene Saab 9-3 aus der Cabriowelt nicht mehr wegzudenken. Geprägt durch sein Mutterland Schweden lässt der Viersitzer nicht nur im Sommer Freude aufkommen. Auch dem Winter trotzt er einiges ab, der starken Heizung sei Dank. Mit dem Dieselantrieb haben jetzt auch grüne Daumen keinen Grund zur Klage. 39.500 Euro sind allerdings auch kein billiges Vergnügen.

