G-Power Hurricane: In Windes-Eile!

Der BMW M5 fährt in punkto Sportlichkeit in der oberen Mittelklasse in einer eigenen Liga. Erst recht, wenn sich G-Power um den bayerischen Boliden gekümmert und wahnsinnige 730 PS aus dem V10 gekitzelt hat. (T. Harloff , 01.01.2009)

Der BMW M5: 507 PS, 520 Newtonmeter und ein Motor, der sich nur allzu gerne in Himalaya-gleichen Drehzahlregionen aufhält – wo bitte soll da eine Steigerung möglich sein?! Die Antwort kommt von G-Power: Der frisch aus Brunsbüttel im hohen Norden ins oberbayerische Autenzell umgezogene Tuner bringt das Fünfliter-V10-Triebwerk auf unglaubliche 730 PS. Der Name dieses Ferrari Enzo-, Porsche Carrera GT- und Lamborghini Murciélago-Killers: Hurricane!

Um die extreme Mehrleistung von 223 PS realisieren zu können, muss der Zehnzylinder aufgeladen werden. Keine leichte Aufgabe, angesichts des sehr knapp bemessenen M5-Motorraums. Deshalb hat sich G-Power für diese Aufgabe Spezialisten ins Haus geholt. Spezialist ASA Automotive liefert die beiden besonders kompakten Kompressoren, die jeweils eine Zylinderbank unter Druck setzen und über einen exzellenten Wirkungsgrad von 80 Prozent verfügen. Hinzu kommt ein wassergekühltes Ladeluftkühlersystem, das nicht nur die Leistungsausbeute optimiert, sondern auch dafür sorgt, dass es dem Triebwerk in seiner engen Behausung nicht zu warm wird. Weitere Neuerungen: Eine geänderte Motorelektronik und eine neu abgestimmte SMG-Getriebeelektronik.

G-Power Hurricane - Heckansicht
Neue Accessoires am Heck: Eine Spoilerlippe auf dem Kofferraumdeckel und ein Diffusor, der die vier Endrohre der Auspuffanlage beherbergt.

Feinschliff am Triebwerk

Doch auch im Motor hat sich einiges getan – schließlich wollte G-Power nicht nur für pure Höchstleistung sorgen, sondern auch die Drehfreude des Originals erhalten. In den Zylindern bewegen sich deshalb Hochleistungs-Schmiedekolben von Mahle im Rekordtempo auf und ab. Seine Höchstleistung erreicht der Bi-Kompressor-V10 im Bereich von 7.500 bis 8.200 Touren. Schon bei 3.800 Touren erreicht er das Drehmomentmaximum (520 Newtonmeter) des Serienmodells – und ist damit noch lange nicht auf dem Gipfel angelangt. Dieser liegt bei 700 Newtonmetern. Allerdings wäre noch viel mehr möglich, wenn der Tuner nicht den Ladedruck auf 0,5 bar begrenzen würde – sicher ist sicher.Doch auch das reicht für wahrlich exzellente Fahrleistungen. Von Null auf Hundert schießt das 1,9-Tonnen-Schwergewicht in nur 4,2 Sekunden – fünf Zehntel schneller als das Original. Dabei hilft das gekühlte Sperrdifferenzial, die Power auch auf den Asphalt zu bringen. Über den auf 250 km/h elektronisch begrenzten Topspeed des Originals kann der Hurricane nur müde lächeln: G-Power legt erst bei 340 km/h die elektronischen Fesseln an – mehr lässt die Serienbereifung nicht zu. Dass es noch schneller geht, hat der Bolide übrigens schon bewiesen. Doch die bereits erreichten 350 km/h will G-Power im Frühjahr nochmals toppen.

G-Power Hurricane - Motor
Zwei Kompressoren im engen Motorraum des M5 unterzubringen, kommt fast einem Kunststück gleich

Wolf im Schafspelz

So brutal der G-Power Hurricane auch zu Werke gehen mag – optisch setzt der nachgeschärfte M5 ganz auf Understatement. Die Frontschürze, die auf Wunsch komplett aus Carbon besteht, garantiert stets genug Frischluft für Motor und die vorderen Bremsen. Gleichzeitig minimiert der Spoiler bei hohem Tempo den Auftrieb an der Vorderachse. Die Seitenschweller sorgen für einen windschlüpfrigen Übergang zwischen den Radhäusern. Neue, aerodynamisch hilfreiche Accessoires am Heck: Eine Spoilerlippe auf dem Kofferraumdeckel und ein Diffusor, der zudem die vier Endrohre der Auspuffanlage beherbergt.Ebenso klassisch: Das Design der 21-Zoll-Mehrspeichen-Felgen namens „Silverstone“, die vorne mit 255/30er und hinten mit 295/25er Reifen von Dunlop bezogen sind. Um notfalls Herr über die brachialen Kräfte zu werden, versteckt sich hinter den Rädern eine üppig dimensionierte Bremsanlage. Die an der Vorderachse eingesetzten Scheiben haben einen Maßstab von 400 x 36 Millimeter. Als Alternative bietet G-Power aber auch ein Upgrade für die Serienbremse an, das neue Bremsbeläge und eine neue -flüssigkeit beinhaltet. Für ein noch besseres Handling installiert der Tuner ein Gewindefahrwerk, das neunfach in Zug- und Druckstufe verstellbar ist.So viele feine Zutaten haben ihren Preis - das Komplettfahrzeug startet bei 300.000 Euro, kostet also gut dreimal so viel wie der Serien-M5. Darin sind auch diverse Carbon-Applikationen für das Interieur sowie ein mit feinem Nappaleder bezogenes Sportlenkrad enthalten. Egal ob Limousine oder Touring: M5-Besitzer können die Tuning-Komponenten – auch das Bi-Kompressor-System – auch einzeln ordern.

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