Französische Null-Lösung: Citroen C-Zero

Null Liter Spritverbrauch, null CO2-Emissionen, null Geräusch, volle Power schon ab null Umdrehungen - beim neuen Citroen C-Zero ist der Name Programm. (T. Harloff , 01.01.2009)

Die Zukunft der Mobilität wird wohl elektrisch, zumindest was das städtische Verkehrsgetümmel angeht. Bis auf die deutschen Hersteller, die sich derzeit noch für wenig zukunftsträchtige Mild-Hybrid-Technologien in selten verkauften Luxusautos feiern lassen, scheinen das die meisten Hersteller verstanden zu haben. So auch Citroen. Schon Anfang 2010 kommt mit dem Berlingo First Electrique ein Stadtlieferwagen auf den Markt, der auf die Power aus der Steckdose setzt. Ende des Jahres 2010 wird der C-Zero folgen - ein kleiner Stadtflitzer, der in Zusammenarbeit mit Mitsubishi entstanden ist.

„Aber den kenn´ ich doch“, werden einige beim Blick auf das Foto ausrufen. Stimmt, denn der C-Zero ist die europäische Variante des Mitsubishi i-MIEV. Optisch zeigt sich der Franzose nur behutsam verändert, mit einer neuen Frontschürze, anderen Rädern, leichten Retuschen am Heck und natürlich diversen Citroen-Logos. Die Antriebstechnik übernimmt der Citroen komplett vom japanischen Zwillingsbruder. Der 64 PS starke Synchronmotor sitzt auf der Hinterachse und treibt über ein vollautomatisches Getriebe mit starrer Übersetzung die Hinterräder an. Flottes Vorankommen in der Stadt garantiert das maximale Drehmoment von 180 Nm, das zwischen null und 2.000 Umdrehungen anliegt.

Eine Tankfüllung dauert sechs Stunden

88 Lithium-Ionen-Batteriezellen, untergebracht in der Fahrzeugmitte, liefern die Energie für den Elektromotor. Als Tankstelle fungiert die heimische Garage, denn der C-Zero kann an einer normalen 220 Volt-Steckdose aufgeladen werden. Allerdings dauert es sechs Stunden, bis die Batterien wieder voll im Saft stehen. Existiert hierzulande erst einmal ein „Tankstellennetz“ wie in Japan, geht es deutlich schneller. An eine 400 Volt-Ladestation angeschlossen, dauert es nur rund 30 Minuten, bis die Akkus wieder über 80 Prozent ihrer Kapazität verfügen können.Die Bedienung des Citroen C-Zero funktioniert denkbar einfach. Dreht man den Zündschlüssel um, bestätigt ein Signalton, dass der Wagen fahrbereit ist. Der Elektro-Flitzer fährt sich wie ein gewöhnliches Auto mit vollautomatischem Getriebe. Statt einer Kraftstoff- befindet sich natürlich eine Batterieladeanzeige im Cockpit. Diese meldet nach etwa 130 Kilometern, dass der Franzose wieder an die Steckdose muss.

Der Verzicht hält sich in Grenzen

Wer fürchtet, bei der ersten Generation reiner Elektroautos übermäßigen Verzicht üben zu müssen, sieht sich vom Mitsubishi i-MIEV und Citroen C-Zero eines Besseren belehrt. Die Zwillinge bieten dank ihres Radstandes von 2,55 Meter vier Insassen bequem Platz, der 166 Liter große Kofferraum reicht für die meisten Besorgungen aus. Für Sicherheit ist dank ABS, ASR, ESP und sechs Airbags bestens gesorgt. Elektrische Fensterheber, Servolenkung und eine Klimaanlage schaffen das Mindestmaß an Komfort, das man von einem neuen Auto erwartet. Und dank einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h sind selbst zeitweilige Autobahnausflüge machbar.Allzu oft sollte man sich mit dem C-Zero allerdings nicht außerhalb der Stadt aufhalten – lange Vollgasetappen saugen den Batterien übermäßig schnell den Saft aus. Doch in urbanen Gefilden fährt man mit dem E-Boliden unschlagbar günstig. Nach heutigem Tarif kostet eine Tankfüllung rund fünf Euro. Zum Vergleich: Legt man einen Durchschnittsverbrauch von sechs Litern und einen Spritpreis von 1,30 Euro zugrunde, kosten 100 Kilometer in einem Auto mit Benzinmotor 7,80 Euro. Den Anschaffungspreis nennt Citroen noch nicht, doch die jüngere Erfahrung mit Elektroautos lehrt, dass die moderne Technik den Verbraucher viel Geld kostet. Somit dürfte sicher sein: Zum Nulltarif wird es den Elektro-Citroen nicht geben. Hier macht der C-Zero seinem Namen also keine Ehre.

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